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18:00–19:30 Uhr

Philosophy Club: Frederick C. Beiser - Philosophie des Lebens

Philosophical Discussion|Diskussion Serie

  • Goethe-Institut Boston, Boston, MA

  • Sprache Englisch
  • Teil der Reihe: Philosophy Club

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Photo of a stack of books next to an open book laying on a table against a black background Colourbox

Frederick C. Beiser konzentriert sich auf die prominentesten Vertreter der Lebensphilosophie: Friedrich Nietzsche, Wilhelm Dilthey und Georg Simmel. Die Lebensphilosophie entstand in einer kritischen Phase der westlichen Kultur zwischen 1870 und 1920 und war eine Reaktion auf mehrere wichtige kulturelle Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts: Atheismus, Relativismus, Historismus und Pessimismus. Die Lebensphilosophen glaubten, dass der Sinn des Lebens im Leben selbst zu finden sei, und lehnten die Relevanz eines transzendenten Bedeutungsbereichs ab. Um den Wert des Lebens zu bekräftigen, reagierten sie gegen Schopenhauers Pessimismus; sie verkündeten, dass die Freuden des Lebens seine Leiden überwiegen und dass es einen unendlichen Wert hat, das Leben in vollen Zügen zu leben. Sie entwickelten eine radikale individualistische Ethik, die den Wert der individuellen Selbstverwirklichung über alle anderen Güter stellte. Als Teil dieses radikalen Individualismus bestritten sie die Existenz absoluter moralischer Werte und bekräftigten durch das Beharren auf der Historizität des Lebens die Relativität aller Werte. 
Unsere Diskussion wird sich darauf konzentrieren, warum diese philosophische Bewegung entstand und wie sie sich in den Schriften mehrerer Denker manifestierte. Sie wird mit früheren philosophischen Bewegungen sowie mit denen des 20. und 21. Jahrhunderts kontrastiert und verglichen werden.
(Die Diskussion wird auf Englisch stattfinden.)

Bruce Kaplan

Moderator

Bruce Kaplan moderiert seit 2011 die Goethe-Philosophie-Diskussionsgruppe. Als praktizierender Stadtplaner erhielt er eine akademische Ausbildung in kontinentaler Philosophie und moderner Geistesgeschichte. Seine unabhängige wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf moderne Geistesgeschichte, Film, Architektur, Stadtplanung, Kommunalstudien und jüdische Studien. Er hat auf mehr als einem Dutzend akademischer und beruflicher Konferenzen auf vier Kontinenten Vorträge gehalten.