Film Alexander Kluge: eine Retrospektive

Retrospectiva Alexander Kluge Foto: RCTP

Fr, 03.05.2019 -
Di, 28.05.2019

Teatro San Martín

Av. Corrientes 1530
Sala Lugones
Buenos Aires

Der Complejo Teatral de Buenos Aires, das Goethe-Institut und die Stiftung Cinemateca Argentina präsentieren von Freitag, den 3. bis Dienstag, den 28. Mai im Saal Leopoldo Lugones des Teatro San Martín (Avda. Corrientes 1530) die Filmreihe „Alexander Kluge: Eine Retrospektive“.

Das Material, das zum größten Teil von der Edition Filmmuseum zusammengestellt und restauriert wurde, dokumentiert die Arbeit des großen Filmemachers und Denkers, "einer gigantischen Figur der deutschen Kultur", wie ihn Susan Sontag beschreibt. Der Zyklus beinhaltet in Argentinien bislang unveröffentlichte Filme wie Nachrichten vom großen Krieg (1914-1918), der die Reihe eröffnen wird, Früchte des Vertrauens, ein Film über die Kollateralschäden der Wirtschaftskrise, sowie die komplette 570 minütige Version des Monumentalwerks Nachrichten aus der ideologischen Antike, inspiriert von Karl Marx’ “Das Kapital”.

Teil 1- Klassiker und bislang unveröffentlichtes Material (3. bis 10. Mai) Teil 2 - Klassiker (11. bis 17. Mai) Teil 3 – Nachrichten aus der ideologischen Antike. Marx – Eisenstein – Das Kapital (18. bis 23. Mai) Teil 4 – Bislang in Argentinien unveröffentlichtes Material (24. bis 29. Mai)

Teil 1
Klassiker und unveröffentlichtes Material

Ferdinand el Duro Foto: Film & kunst GmbH
FREITAG, 03.05.   
Nachrichten vom großen Krieg (1914 -1918), Deutschland, 2014, 94 Min.
Um 14, 16:30 und 19 Uhr

SAMSTAG, 04.05.
Rennen, BRD, 1961
+
Brutalität in Stein, BRD, 1961
+
Abschied von gestern - (Anita G.), BRD, 1966
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (Gesamtdauer: 105 Min.)

SONNTAG, 05.05.
Lehrer im Wandel, BRD, 1963)
+
Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos, BRD, 1968, 100 Min. 
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (111 Min.)

MONTAG, 06.05.
Protokoll einer Revolution, BRD, 1963
+
Porträt einer Bewährung, BRD, 1964
+
Frau Blackburn, geb. 5. Jan. 1872, wird gefilmt, BRD, 1967
+
Feuerlöscher E. A. Winterstein, BRD, 1968
+
Ein Arzt aus Halberstadt, BRD, 1970
+
Die unbezähmbare Leni Peickert, BRD, 1970
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (110 Min.)

DIENSTAG, 07.05.
Besitzbürgerin, Jahrgang 1908, BRD, 1973
+
Gelegenheitsarbeit einer Sklavin, BRD, 1973 
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (98 Min.)

MITTWOCH, 08.05.
In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod, BRD, 1974
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (86 Min.).

DONNERSTAG, 09.05.
Nachrichten von den Staufern, BRD, 1977
+
Die Menschen, die das Staufer-Jahr vorbereiten, BRD, 1977
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (61 Min.)

FREITAG, 10.05.
Der starke Ferdinand, BRD, 1976
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (91 Min.)
   

Teil 2 
Klassiker

La Patriota Foto: ZDF
Dieser zweite Teil umfasst neben einigen Klassikern von Alexander Kluge - wie Die Patriotin - wertvolles Material, das bislang wenig bekannt ist. Unter anderem beinhaltet die Auswahl das von der renommierten Serpentine Gallery in London produzierte Material und die Programme, die der Regisseur für das deutsche Fernsehen hergestellt hat, darunter ein erstaunliches Interview mit Jean-Luc Godard und eine Geschichte über ein biologisches Experiment der Nazis.

SAMSTAG, 11.05.
Die Patriotin, BRD, 1979
Um 14, 16.30 und 19 Uhr (118 Min.)

SONNTAG, 12.05.
Auf der Suche nach einer praktisch-realistischen Haltung, BRD, 1983
+
Die Macht der Gefühle, BRD, 1983
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (124 Min.)

MONTAG, 13.05.
Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit, BRD, 1985
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (106 Min.)

DIENSTAG, 14.05.
Vermischte Nachrichten, BRD, 1986
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (96 Min.)

MITTWOCH, 15.05.
Serpentine Gallery Program (Deutschland, 1995/2005)
Das Programm Serpentine Gallery beinhaltet die folgenden Werke:
Fünf Stunden Parsifal in 90 Sekunden (7’)
Der flexible Unternehmer (15’)
Balladenmagazin Nr. 9 (24’)
Wer immer hofft, stirbt singend (15’)
Eine Frau wie ein Vulkan (15’)
Der Offizier als Philosoph (24’)
La Paloma (1’)
Um 14, 16:30 und 19 Uhr (101 Min.)

DONNERSTAG, 16.05.
Kurzfilme für das deutsche Fernsehen
Das Programm beinhaltet die folgenden Werke:
Blinde Liebe (24’)
16 Minutenfilme (16’)
Hinrichtung eines Elefanten (15’)
Ein Liebesversuch (13’)
Ich war Hitlers Bodyguard (45‘)
Um 16:30, 19 und 21:30 Uhr (84 Min.)

FREITAG, 17.05.
Die poetische Kraft der Theorie, Deutschland, 2007
Um 14, 16:30, 19 und 21:30 Uhr (110 Min.)
   

Teil 3
Nachrichten aus der ideologischen Antike. Marx – Eisenstein – Das Kapital

Noticias de la antigüedad ideológica Foto: RCTP
„Es ist immer gut einen neuen Kluge zu haben, wenn wir wissen, was uns erwartet. Sein letzter Film, Nachrichten aus der ideologischen Antike – einer Dauer von knapp 10 Stunden – ist in drei Teile unterteilt: I. Marx und Eisenstein im gleichen Haus; II. Alle Dinge sind verzauberte Menschen III. Paradoxe der Tauschgesellschaft. Es wird vermutet, dass Kluge hier das Vorhaben von Eisenstein von 1927-1928 verwirklicht hat, der Das Kapital von Marx ins Kino bringen wollte, auch wenn nur der erste Teil dieses attraktive Thema behandelt. (...) Viele wichtige Intellektuelle haben den Marxismus - wenn man das sagen kann - nach seinem Verschwinden unterstützt: Denken wir an Marx´ Gespenster von Derrida und das nicht beendete Werk Grandeur de Marx von Deleuze oder andere Zeitzeugen der globalen Krise („Jetzt sind wir alle Sozialisten“, etc.). Ist der neue Film von Kluge eine weitere Bestätigung dafür? Ist er weiterhin Marxist? War er es jemals? Und was bedeutet es heute „Marxist“ zu sein?

Ist der Begriff „ideologische Antike“ im Titel nicht einfach eine andere Art und Weise auszudrücken, dass Marx veraltet ist und mit ihm auch der Marxismus? Die komischen Szenen in Kluges Film, in denen ein junges Paar sich in unterschiedlichen Momenten mit dem Rezitieren der Marxschen Abstraktionen gegenseitig quält, bringen einen auf diesen Gedanken. Und Eisenstein ist auch veraltet mit seinem aus der Mode gekommenen Melodrama, seinen Stummfilmen und dem veralteten Filmschnitt. Lenin und die Zwischentitel! In sich eine düstere Sichtweise für eine digitale Postmoderne. (...) Vielleicht hat das Konzept der Antike die Aufgabe, eine neue Beziehung zur marxistischen Tradition, zu Marx und auch zu Eisenstein aufzubauen. Marx ist weder aktuell noch veraltet: Er ist ein Klassiker und die marxistische und kommunistische Tradition, die in etwa gleich lang dauerte wie das Goldene Zeitalter Athens, ist eben das Goldene Zeitalter der Linken, auf das man immer wieder zurückgreift mit überwältigenden und schwärmerischen aber auch produktiven und widersprüchlichen Ergebnissen.“ (Frederic Jameson, New Left Review).

“Schriftsteller, Erzähler, Filmregisseur, unverbesserlicher Wiederholungstäter, Chronist, Radio- und Fernsehproduzent, Pädagoge, politischer Denker: Alexander Kluge ist eine gigantische Persönlichkeit der deutschen Kultur. Zusammen mit Pasolini, repräsentiert er auf beeindruckende und originelle Art und Weise die europäische Idee des Künstlers als Intellektueller, der Intellektuelle als Künstler, eine Idee die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts florierte. Einige seiner vielen Bücher und Filme sind brillante und essenzielle Errungenschaften.“ (Susan Sontag)
 

PROGRAMM 1:
EISENSTEIN UND MARX IM GLEICHEN HAUS


SAMSTAG, 18.05. 
Programm 1 komplett - 14:30 und 19:30 Uhr (189 Min.)
DIENSTAG, 21.05.                
Programm 1 (A) -  14:30 und 19:30 Uhr (97 Min.)
Programm 1 (B) -  17 und 22 Uhr (92 Min.)

PROGRAMM 2:
ALLE DINGE SIND VERZAUBERTE MENSCHEN

 
SONNTAG, 19.05.          
Programm 2 komplett + Extras - 14:30 und 19:30 Uhr (199 Min.)
MITTWOCH, 22.05.            
Programm 2 - 14:30 und 19:30 Uhr (120 Min.)
Extras - 17 und 22 Uhr (80 Min.)

PROGRAMM 3:
PARADOXE DER TAUSCHGESELLSCHAFT


MONTAG, 20.05.
Programm 3 komplett - 14:30 und 19:30 Uhr (182 Min.)
DONNERSTAG, 23.05.
Programa 3 (A) - 14:30 und 19:30 Uhr (96 Min.)
Programm 3 (B) - 17 und 22 Uhr (87 Min.)
   

Teil 4 
In Argentinien bislang unveröffentlichte Filme

Noticias de la gran guerra Foto: Alexander Kluge Der letzte Teil des Zyklus zeigt in Argentinien bislang noch unveröffentlichte Filme. Früchte des Vertrauens (2009) ergänzt das Monumentalwerk Nachrichten aus der ideologischen Antike; Nachrichten vom großen Krieg (2014) ist einer der neuesten Filme Kluges. Als Epilog präsentiert Sala Lugones mit Alle Gefühle glauben an einen glücklichen Ausgang einen Dokumentarfilm über Alexander Kluge unter Regie von Angelika Wittlich.


FREITAG, 24.05. und SONNTAG, 26.05.
Früchte des Vertrauens, Deutschland, 2009
Um 14, 16:30, 19 und 21:30 Uhr (93 Min.)

MONTAG, 27.05. 
Nachrichten vom großen Krieg (1914 - 1918), Deutschland, 2014
Um 14, 16:30, 19 und 21:30 Uhr (94 Min.)

DIENSTAG, 28.05.
Alle Gefühle glauben an einen glücklichen Ausgang, Deutschland, 2002
Regie: Angelika Wittlich
Um 14, 16:30, 19 Uhr (78 Min.)
 

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