Ausstellung Clubraum Berlin in Buenos Aires

Clubraum Berlin Foto: Martin Eberle

Ab dem 22. Oktober 2016

Centro Cultural Kirchner

Sarmiento 151
Buenos Aires

Eine Ausstellung des Goethe-Instituts in Kooperation mit dem Centro Cultural Kirchner (CCK) und mit Unterstützung der Deutschen Botschaft Buenos Aires.

Ab dem 22. Oktober 2016 im CCK, Sarmiento 151, Buenos Aires
Öffnungszeiten der Ausstellung: Mittwoch bis Sonntag (inklusive Feiertage), 13:00 bis 20:00 Uhr. Raum 503, 5. Stock.

In Clubraum Berlin werden Filme, Soundinstallationen, eine Flyer-Kollektion, eine Fotoausstellung, Boilerroom-Videos und DJ-Stets den Spirit des Berliner Techno heraufbeschwören. Die multimediale Schau, die dank der Unterstützung des Goethe-Instituts schon in Belo Horizonte, Rio de Janeiro, Bogotá, Montevideo und Caracas zu Gast war, kommt nun nach Buenos Aires. Mit an Bord ist Sven von Thülen, DJ und Co-Autor des richtungsweisenden Buches über die deutsche Elektroszene: „Der Klang der Familie. Berlin, Techno und die Wende“.

Seit dem Mauerfall im Jahr 1989 entwickelte sich die Technomusik zu einem kulturellen Bindeglied, das die west- und ostdeutsche Jugend zusammenbrachte. Kaum jemand könnte abstreiten, dass Events wie die Love Parade einen über die Landesgrenzen hinaus definierenden Charakter für Berlin als Kulturmetropole hatten. In einer Stadt in der Clubs wie das Berghain oder die Panorama Bar das lokale Nachtleben bestimmen und man die Undergroundorte der Neunziger wie den Tresor oder das E-Werk besuchen kann, definiert bis heute der Techno das Dance-Profil Berlins. Clubraum Berlin ist eine Ausstellung, die kuratiert ist von Heiko Hoffmann, dem Chefredakteur des einschlägigen Elektromusik-Magazins Groove, und Alfons Hug, dem Kurator der dritten Ausgabe der Biennale von Montevideo. Nun kommt die Schau nach Buenos Aires und erzählt die Geschichte einer Musik, die so viel mehr ist als ein tanzbares Genre.

Als handele es sich um ein lebendiges Museum, werden im fünften Stock des CCK historische und aktuelle Episoden des Technos beschrieben, Musikstücke, Filme, Videos, Flyer und Fotos ausgestellt. Über diese kulturellen Zeugnisse hinaus wird der Besuch von Sven von Thülen die Ausstellung bereichern. Der Journalist, Autor, Dozent und DJ veröffentlichte in Zusammenarbeit mit Felix Denk die Bibel des Berliner Techno: „Der Klang der Familie. Berlin, Techno und die Wende“, ist vergangenes Jahr ins Spanische übersetzt worden und bei dem Verlag Alpha Decay erschienen. Auf Einladung des Goethe-Instituts wird Von Thülen bei einem öffentlichen Interview mit dem Journalisten und Kritiker Pablo Schanton ins Gespräch kommen, um dann auch eine musikalische Performance als DJ abzuliefern. Ein argentinischer VJ, wird an diesem Abend dafür verantwortlich sein, die musikalische Brücke zwischen der argentinischen und der deutschen Hauptstadt mit Videos zu begleiten.
 
BEREICHE DER AUSSTELLUNG

1. Live-Programm: Sven von Thülen in Buenos Aires
Sven von Thülen Foto: Sven von Thülen Samstag 22. Oktober 2016
19:00 Uhr: Öffentliches Interview mit Sven von Thülen durch den Kritiker und Journalisten Pablo Schanton im La Cúpula, CCK.
20:30 Uhr: exklusives DJ-Set von Sven von Thülen + VJ Ailaviu im La Cúpula, CCK.
Undertones Foto: Niceto Club


► AUSSERDEM!
DJ-Set von Sven von Thülen im Niceto Club (Niceto Vega 5510, Palermo, Buenos Aires).
Line up
01:00 Uhr Dintun
2:30 Uhr Kermesse (live)
3:30 Uhr Sven von Thülen
5:00 Uhr Chico Fadelli

 











2. Film: Die Stimmung vor dem Mauerfall
Das Programm besteht aus zwei Filmen, dem Dokumentarfilm „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979–1989“ (92 Min.) und dem Spielfilm „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“ (105 Min.) von Regisseur Oskar Roehler.
Zeiten der Vorführung:
Sonntag, 23. Oktober, um 16:00 Uhr „B-Movie“;um 18:00 Uhr „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“
Samstag, 29. Oktober und Sonntag, 30. Oktober, um 16:00 Uhr „B-Movie“; um 18:00 Uhr „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“
Samstag, 5. November und Sonntag, 6. November, um 16:00 Uhr „B-Movie“; um 18:00 Uhr „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“ 3. Fotografie: Die Nomadenparties der Neunziger 
Der Fotograf Martin Eberle hatte die Gelegenheit, das sich kulturell verjüngende Berlin der Neunziger Jahre zu fotografieren. Seine Serie „Temporary Spaces“ legt ein Zeugnis der Nomadenclubs der Jahre von 1996 bis 2001 ab, lange Zeit bevor die professionellen und festinstallierten Clubs wie das Watergate oder das Berghain entstanden waren, die mit ihren von Architekten durchdesignten Inneneinrichtungen und ihren integrierten Soundsystemen den heutigen internationalen Ruhm Berlins als Dance-Metropole untermauern. In dieser Serie, von der in Buenos Aires neun Abzüge im Großformat gezeigt werden, hält Eberle die Gegenwart der Orte fest, die später die Entwicklung des deutschen Techno definieren sollten.
 
4. Flyer: Die Kommunikation der Electro-Szene vor dem Internet

Für mehr als dreißig Jahre sammelte der Berliner Kulturmanager Mike Riemel Flyer – Zettel, die im Detail Veranstaltungsankündigungen der Clubs enthalten. Mit mehr als einer Million Exemplare wird seine Sammlung als die größte der Welt angesehen. Für diese Ausstellung wurden Faksimiles von Hunderten seiner Flyer erstellt, die von Hand zu Hand durch den Berliner Underground gereicht wurden.

5. Soundinstallation: Der urbane Puls von der Wiedervereinigung bis heute 
Sieben ausschlaggebende Stücke aus mehr als 25 Jahren Berliner Technos: Sets von Rodhad, Head High, Massimiliano Pagliara, Answer Code Request, Tale Of Us, David August und Modeselektor werden durch Lautsprecher an verschiedenen Orten des Kulturzentrums erklingen.
 
6. Video: Boiler Room, Anatomie eines DJs im 21. Jahrhundert 

Auf sogenannten Boiler Room Parties legt ein DJ für ein relativ kleines Publikum auf, sein Set wird allerdings live in alle Welt gestreamt und so einer breiteren Zuhörerschaft zugänglich. Seit 2011 werden diese Boiler Room Parties in Berlin veranstaltet, zuerst im Kesselraum des ehemaligen Stadtbad Wedding. Seit das Bad geschlossen wurde, werden die Parties an den unterschiedlichsten Orten der Stadt organisiert. Damit sie besser zu sehen sind, spielen die DJs ihr Set mit dem Rücken zum Publikum und meist nicht länger als eine Stunde. Für die Ausstellung wurden vergangene Boiler Room Parties aus Berlin von DJs aus der Hauptstadt ausgewählt, wie Lotic, Discodromo, Kobosil, Lucy Stroboscopic, Mano Le Tough und Objekt.
 
Für alle Veranstaltungen im CCK ist der Eintritt frei. Die Aktivitäten Nr. 2, 3, 4, 5 und 6 der Ausstellung sind gratis, es werden keine Eintrittskarten benötigt. Bei den Veranstaltungen mit Sven von Thülen ist die Platzkapazität begrenzt. Die Eintrittskarten können ab Dienstag, dem 18. Oktober 2016 online auf www.cck.gob.ar/reservas oder persönlich von Dienstag bis Donnerstag zwischen 12:00 und 19:00 Uhr oder bis zwei Stunden vor der Veranstaltung reserviert werden. Auch für die Filme gibt es eine begrenzte Kapazität, der Eintritt ist möglich bis der Kinosaal gefüllt ist.
 
 
Über Sven von Thülen
 
Seine ganze berufliche Laufbahn über entwickelte sich Sven von Thülen in verschiedenen Berufen und experimentierte mit unterschiedlichen Formaten, doch durch alle Bereiche zieht sich ein roter Faden: die Lust die Ausbreitung der Clubkultur inner- und außerhalb Deutschlands zu unterstützen. Als Produzent, Journalist, Dokumentarfilmer, Essayist und DJ war er Zeuge und Beteiligter des Aufkommens und der Formung Berlins als Welthauptstadt der elektronischen Musik.
 
In seiner Rolle als DJ gab er unzählige Shows in der Panorama Bar und im Berghain, den zwei bekanntesten Clubs des Berliner Nachtlebens, in denen er auch mehr als eine Saison als Haus-DJ auflegte. Er war Redakteur der Printausgabe der Zeitschrift De:Bug, welche zwischen 1997 und 2004 über alle Aspekte der Berliner Electro-Bewegung berichtete und dieser Tage ihre Artikel online veröffentlicht.
 
Seine Leidenschaft für die Berliner Szene brachte ihn nicht nur dazu, Musik zu kreieren und zu produzieren, sondern auch ihre kulturellen Auswirkungen zu reflektieren. Zusammen mit Felix Denk machte er den Film Wendeklang / In This Place Called Techno, der sich mit den jungen Kulturen von Ost- und West-Berlin nach dem Mauerfall beschäftigt. Außerdem ist er Autor des Buches Der Klang der Familie: Berlin, Techno und die Wende, welches vom prestigeträchtigen Suhrkamp Verlag veröffentlicht und in viele Sprachen, wie auch ins Spanische (Ediciones Alpha Decay), übersetzt wurde. In jüngster Zeit war Von Thülen Kurator und Organisator von Sweat Inc., einer vierzehntägigen Party an der internationale DJ-Größen wie Abdulla Rashim, Vainqueur, Vril, Trevino und Move D teilnahmen.
 
 

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