Filmvorführung mit Einführung Metropolis (Restaurierte Fassung)

Filmstill © "Metropolis"

Fr, 22.03.2019

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Zeit: 22.03.2019, 19:00-21:33
Ort: Goethe-Institut China
(Originality Square, 798 Art District, No. 2 Jiuxianqiao Road, Chaoyang District, Beijing)
Teilnehmende Gäste: Georg Seeßlen
Sprache: Deutsch, Chinesisch (mit konsekutiver Verdolmetschung)
Sprache (Film): Deutsch mit chinesischen Untertiteln
Eintritt frei
 
Metropolis
Deutschland | 1927 | 146 Min | s/w
Stummfilm
Regie: Fritz Lang
 
„Metropolis“ ist Fritz Langs monumentaler Science-Fiction-Stummfilm. Der Film aus dem Jahr 1927 wurde vom deutschen Expressionismus beeinflusst und ist einer der teuersten der damaligen Zeit. Heute zählt „Metropolis“ zu den bedeutendsten Werken der Filmgeschichte. Schauplatz des Films ist eine futuristische Großstadt mit ausgeprägter Zweiklassengesellschaft. Die Oberschicht lebt in absolutem Luxus, während die Arbeiterklasse an riesigen Maschinen für den Gewinn der Reichen schuftet.

Die ursprüngliche, zweieinhalbstündige Premierenfassung vom 10. Jan. 1927 wurde wegen des Misserfolgs auf zwei Stunden gekürzt, im Zuge dessen etwa ein Viertel des Originals verschwand. Nach mehreren Rekonstruktionsversuchen wurde der Film 2001 als erster überhaupt ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Mit der erst 2008 in Buenos Aires gefundenen Kopie gelang es, den Film wieder zu komplettieren. Die restaurierte Fassung der Murnau-Stiftung feierte am 12. Februar 2010 ihre Premiere auf der Berlinale.

Georg Seeßlen ist Autor, Feuilletonist, Cineast sowie Film- und Kulturkritiker. Seine Kritiken einzelner Filme sowie seine Bücher sind stets auch kritische Auseinandersetzungen mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. In neueren Veröffentlichungen wie „Orgasmus und Alltag“ setzt sich Seeßlen auch mit dem Fernsehen auseinander, außerdem mit aktuellen politischen Ereignissen und Prozessen. Er war Dozent an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland und arbeitet als freier Autor u. a. für „epd Film“, „Frankfurter Rundschau“, „Der Tagesspiegel“, taz und „Die Zeit“. 
           
Kommentar des Kurators:
Die holistische Zukunftsvision, die eine ökonomische und politische Zukunftsarchitektur als eine Art Neu-Babylon entwarf, die modellhaft für die Genre-Ikonografie wurde, die aber auch andere Aspekte der möglicherweise kommenden Gesellschaft behandelte (einschließlich einer zukünftigen Vergnügungsindustrie) und eine Roboter-Revolution mit erotischem Beiklang vorhersieht. Was heute in all seiner Monumentalität als Geburtsstunde des Science-Fiction-Films mit Anspruch gilt, war dem zeitgenössischen Publikum eher noch Zumutung und Überforderung. Der klassische Fall eines Films, der seiner Zeit voraus ist.

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