Filmvorführung mit Einführung und Q&A Prüfstand 7

Filmstill von „Prüfstand 7“ © Robert Bramkamp

Sa, 30.03.2019

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Zeit: 30.03.2019, 16:25 - 19:10
Ort: Goethe-Institut China
(Originality Square, 798 Art District, No. 2 Jiuxianqiao Road, Chaoyang District, Beijing)
Gast: Robert Bramkamp
Sprache (Einführung): Deutsch mit chinesischer Konsekutivverdolmetschung
Sprache (Film): Deutsch mit chinesischen Untertiteln
Eintritt frei
 
Prüfstand 7
Deutschland | 2002 | 112 Min
Spiel- und Dokumentarfilm
Buch & Regie: Robert Bramkamp
Mit: Inga Busch, Matthias Fuchs, Peter Lohmeyer, Mario Mentrup, Robert Forster, Helmut Höge, Stefan Heidenreich etc.
 
Inhalt:
Am 3. Oktober 1942 die erste Rakete ins Weltall. Die Deutschen wussten nicht, dass sie damit die Geburt eines Geistes herbeiführten. Er heißt Bianca. Es ist der Geist der Rakete. Auf der Suche nach ihrem Ursprung reist Bianca quer durch Deutschland und die Zeit – von der Wiege der Raumfahrt in Peenemünde zu ihrer geplanten Zukunft als Zukunftsdarstellerin in Bremen und auf dem Mars.
Auf den Spuren Biancas entsteht eine Charakterstudie der Rakete. Im Film trifft Dokumentarisches auf Inszeniertes. Wichtiges auf Abseitiges. Ernst auf Komik. Technik auf Literatur. Der Film zielt ins Zentrum der Faszination moderner Technologie, als deren Superzeichen die Rakete bis heute in das Weltgeschehen eingreift. Für „Prüfstand 7“ erlaubte der amerikanische Autor Thomas Pynchon erstmals die auszugsweise Verfilmung seines Raketenromans „Die Enden der Parabel“.

„Prüfstand 7 ...kreist um den Geist der Rakete, kontrastiert Spielhandlung mit Interviews und Originalaufnahmen - ein hybrides Kunstprodukt, das faszinierend zwischen Technik, Geschichte, Weltraumvisionen, Mythen und männlichen Ommnipotenz-Phantasien oszilliert.” (Christina Moles Kaupp; Tagesspiegel)
 

„Es ist die auf den ersten Blick befremdliche Häufung multipler Schichten, die den paradoxen Standort festmacht, dort wo sich die Parallelen schneiden, irgendwo im All. Von da zoomt der Blick auf irdische Details herunter, und der Leser nimmt die Haltung des abenteuernden Philosophen ein.“ (Dietrich Kuhlbrodt, epd film 5,2003)

Robert Bramkamp © Robert Bramkamp Robert Bramkamp studierte Germanistik und Kunst (Filmklasse) in Münster. Er dreht seit 35 Jahren erzählende Filme, in denen das Verhältnis von Fakt und Fiktion unkonventionelle Verbindungen ermöglicht, darunter „Der Himmel der Helden“ (1988), „Die Eroberung der Mitte“ (1995), „Prüfstand 7“ (2000) und „Art Girls“ (2014). Seine Filme liefen auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals. Er ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Kultur und Raumfahrt e.V. Bramkamp lehrte am Pasadena Art Center und von 1998 bis 2005 an der HFF Konrad Wolf Spielfilmregie. Seit 2008 ist er Professor für experimentellen Film an der HfbK-Hamburg. 2013 organisierte er den filmpolitischen Kongress „Offensiv Experimentell“. Seit 1988 kooperiert er mit der Künstlerin Susanne Weirich, mit der er 2009 die IFF-Hamburg (Institut Forschender Film GmbH) gründete, um den SciFi-Kinofilm „Art Girls“ zu produzieren – 2015 im Kino und auf DVD und im TV als Spin Off „Neue Natur“. 2017 hatte der von Bramkamp initiierte erzählerische HFBK-Kollektivfilm „Dazu den Satan zwingen“ Premiere in der Akademie der Künste, Berlin.
 
Kommentar des Kurators:
Robert Bramkamps Neuerfindung von Science Fiction als „forschender Film“. Dieser Film befreit uns aus der Falle zwischen sozialer Dystopie und technischer Utopie und ermöglicht einen Raum von Assoziationen und Reflexionen, die Zukunft tatsächlich als Raum der Möglichkeiten ansehen, zugleich aber auch (literarisch von Thomas Pynchon inspiriert) eine Dialektik von Technik und Körper auftun.

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