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16:00–18:00 Uhr

Eine Collage des Bekannten und des Fremden

Gespräche über Bücher|Texte von Herta Müller, Saša Stanišić und Yoko Tawada

Banner 3 sesión cuadernos de viaje © Goethe-Institut

Die nächste Sitzung von „Reisebücher nach Deutschland: Geschichten, um die Migration zu träumen“ setzt sich mit einigen Auszügen aus den Werken von Herta Müller, Saša Stanišić und Yoko Tawada auseinander. Diese nicht in Deutschland geborenen Autor*innen entschieden sich ihre Werke in deutscher Sprache zu schreiben. Was bedeutet es für sie, ihre Werke innerhalb einer angeborenen und einer adoptierten Kultur zu kreieren? 

Aus diesem Impuls möchten wir Orte der Begegnung schaffen, die ein Dialog der bekannten und fremden Sprache und Kultur als Collage wiederspiegeln. Wir möchten euch ermutigen eure eigenen Collagen aus Bildern, Träumen und Erinnerungen zu erstellen, die das Gefühl in einer neuen Stadt oder einem neuen Land anzukommen darstellen.

Datum: Donnerstag, 10.11.2022
Uhrzeit: 16 Uhr
Ort: Glasraum, Goethe-Institut, Carrera 11 A 93-50
Online über Zoom: Anmeldung erfordelich



Herta Müller (Nitzkydorf, heute Rumänien, *1953) ist Nachfahrin deutschsprachiger Banater Schwaben. Seit 1987 wohnt sie in Berlin, nachdem sie vor den Verfolgungen des Regimes von Nicolae Ceaușescu (1967-1989) geflohen ist. Sie ist zu einem internationalen Vorbild im Kampf gegen Totalitarismus und für die Verteidigung der Meinungsfreiheit geworden. In ihrem Werk schreibt Müller über die Folgen gesellschaftlicher Unterdrückung und über die Situation derjenigen, die wie sie selbst Exil erlebt und es durchlebt haben. Zu den zahlreichen Preisen und Auszeichnungen, die ihr verliehen wurden, gehört der Literaturnobelpreis (2009).

Saša Stanišić (Visegrad, heute Ungarn, *1978) ist ein Schriftsteller bosnischer Herkunft, der seit 1992 in Deutschland lebt. Der Balkankrieg zwang Stanišić und seine Familie, ihre Heimatstadt zu verlassen, woraufhin sie sich in Heidelberg niederließen. Dort studierte Stanišić Slawische Philologie und Deutsch als Fremdsprache, und ging anschließend an das Deutsche Literaturinstitut Leipzig (DLL) ein. Sein Debütroman Wie der Soldat das Grammofon repariert (2006) wurde in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und für Herkunft (2019) erhielt er den Deutschen Buchpreis.

Yoko Tawada (Tokio, Japan, 1960) ist eine japanische Schriftstellerin, die in Berlin lebt. Sie hat mehr als zwanzig Bücher veröffentlicht, darunter Das nackte Auge (2004), Etüden im Schnee (2014) und Ein Balkonplatz für flüchtige Abende (2016). Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Akutagawa-Preis, die höchste Auszeichnung in der japanischen Literatur, die Goethe-Medaille in Anerkennung seiner Beiträge zur deutschen Sprache & Kultur und den National Book Award in der Kategorie Lyrik.