Konversation mit Holger Timmreck und Dokumentarfilm „Der irrationale Rest“
Gespräch und Film|Anlässlich des Jubiläums des Aufstandes vor 70 Jahren wird der Zeitzeuge Holger Timmreck über seine Flucht im August 1980 sprechen und der Dokumentarfilm “Der irrationale Rest” (2005) gezeigt.
15.6.2023
16:30 Uhr Doku Der irrationale Rest
18:30 Uhr Gespräch mit Holger Timmreck
Diesen Juni jährt sich der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 zum 70. Mal. Beim ersten öffentlichen Massenprotest im Machtbereich der Sowjetunion nach 1945 gingen rund eine Million Menschen in der DDR für bessere Lebensbedingungen, für Demokratie, Freiheit und deutsche Einheit auf die Straße. Durch den Einsatz sowjetischer Truppen wurde der Aufstand niedergeschlagen. Über 50 Menschen wurden getötet, Hunderte schwer verletzt, Tausende anschließend zu häufig mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Der Volksaufstand von 1953 blieb für die SED die traumatische Erfahrung bis 1989. Mit dem Mauerbau 1961 kam man - die gesellschaftspolitischen Zustände 1960/61 ähnelten denen von 1952/53 - einem neuen Aufstand zuvor.
Von 1961 bis 1989 war Deutschland durch eine scharf bewachte Grenze und eine Mauer quer durch Berlin in zwei Hälften geteilt.
Anlässlich des Jubiläums des Aufstandes vor 70 Jahren wird der Dokumentarfilm Der irrationale Rest gezeigt und der Zeitzeuge Holger Timmreck spricht über seine Flucht im August 1980.
Der irrationale Rest
Deutschland, 2005
Dokumentarfilm
Farbe, 95 min.
Regie und Drehbuch: Thorsten Trimpop
Darsteller: Susanne Stochay, Susanne Lautenschläger-Leyh, Matthias Melster
Im Jahr 1987 unternahm der nicht einmal 20 Jahre alte Matthias mit der gleichaltrigen Susanne, der besten Freundin seiner Partnerin Suse, einen Fluchtversuch aus der DDR – Suse blieb alleine zurück. An der deutsch-tschechischen Grenze wurden sie verhaftet, von der Stasi verhört, psychologisch gefoltert. Die einst enge Freundschaft wurde für immer zerstört. In seinem Dokumentarfilm "Der irrationale Rest" begleitet Thorsten Trimpop die drei zu ihrem ersten Treffen seit 16 Jahren. Matthias führt heute als Zeitzeuge Besuchergruppen durch das Gefängnis von damals; Susanne arbeitet als Krankenschwester und hat versucht, die Vergangenheit zu verdrängen; Suse, verheiratet und Mutter dreier Kinder, lebt noch immer im Ost-Berliner Stadtteil Pankow.