Ausstellung Die Mauer, 30 Jahre: Ein Versuch über die Relativität

30 Jahre Mauerfall © Srđan Veljović

Fr, 22.11.2019 -
Sa, 30.11.2019

Kvaka 22

Ruzveltova 39
Belgrad

Ausstellung von Srđan Veljović

 
Eröffnung:
22.11.2019 19:00-22:00 Uhr
Galerie Kvaka 22, Ruzveltova 39, Belgrad


Das Projekt Die Mauer, 30 Jahre ist ein photographisches Narrativ, das sich mit zweierlei Inhalten auseinandersetzt. Der erste Inhalt ist eine Fotostrecke, entstanden 1989, in der Zeit des Mauerfalls in Prag und Berlin. Der zweite sind nahezu willkürlich ausgewählte Fotografien aus einer unendlichen Menge potenzieller Bilder, die sich darauf beziehen, wie die Auswirkungen dieser tiefgreifenden Wende, des Mauerfalls, auf lokaler Ebene wahrgenommen wurden. Diese Rolle wird von drei Fotografien, von drei Szenen, übernommen: ein Bild aus dem seit Jahren in Konkurs befindlichen Produktionsbetrieb Gluten, in Padinska Skela bei Belgrad, sowie von zwei Bildern der Drina, einem Fluss an der Grenze zwischen Serbien und Bosnien: die Brücke in Višegrad und der Perućac-See.

Die Fotografien aus Prag und Berlin sind feste, unmittelbare und eindeutige Repräsentationen der bezüglichen Inhalte. Die Besonderheit und Dramatik der dargestellten Ereignisse verleihen diesen Fotografien dokumentarischen Charakter.

Die zweite Gruppe, entstanden als Wunsch, eine Bilanz über Erfahrungen zu ziehen, die zu paradigmatischen Spuren jener Art und Weise führen, wie die Realität von der Wahrnehmung des Großen Wende gestaltet wurde. Diese Fotografien sind freier, selbstbestimmter; sie eröffnen die Möglichkeit des Hineininterpretierens von Inhalten und Werten, je nach Informationsstand, Wissen, Erfahrung, Vorstellungskraft des Betrachters. Wir können sie als metaphorisch erachten. Das von ihnen Bezeichnete befindet sich nicht unweigerlich in ihnen selbst, sondern stellt eine Vielzahl von Begriffen dar, auf die sich diese Fotografien beziehen können.

Die kollektive Darbietung dieser beiden Erzählstränge mündet in der Herstellung eines kausalen Zusammenhangs zwischen den Ereignissen, auf die sie sich beziehen.
Für eine Beurteilung und Positionierung der Berliner und Prager Fotografien ist eine Präzisierung des Kontexts, der Umstände und ihres Entstehungszeitpunkts notwendig. Ganz beiläufig angemerkt: der Bankrott der UdSSR, das Ende des Kalten Kriegs. Das Initiieren von Perestroika und Glasnost in der Sowjetunion. Die Renationalisierung osteuropäischer Staaten, einschließlich Jugoslawien.

Diese Ausstellung verfolgt zwei Ziele. Kennzeichnung von Erfahrungen der Neunzigerjahre in Jugoslawien, die zweifelsohne eine der Folgen des Mauerfalls sind. Ebenso können wir auch die Prager Szenen betrachten, eine ungewöhnliche Art von Nostalgie nach etwas wiedererkennen, wonach man sich nicht zurücksehen sollte, wonach sich zurückzusehnen, nicht möglich ist.

 
Führungen / Gespräche 
Galerie Kvaka 22, Ruzveltova 39, Belgrad

26. November / 20:00 Uhr
29. November /18:00 Uhr 
30. November / 11:00 Uhr

Der Autor erklärt den Kontext, bzw. die politischen und historischen Umstände, unter denen seine Fotografien entstanden sind, und wird seine Arbeit, seine Erzählform und auch die Platzierung der Fotografien im Raum besprechen.


 

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