Deutsche Filmtage 2026
Filmfestival|Aktuelle Filme, originelle Stimmen und neue Perspektiven aus Deutschland
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Grand Teatret (Kopenhagen), Øst for Paradis (Aarhus), Cafe Biografen (Odense)
Die thematische Spannweite des Programms ist groß und reicht von persönlichen Krisen bis hin zu weltpolitischen Ereignissen. Viele der Filme haben bereits international Furore gemacht und wir freuen uns darauf, sie nun einem dänischen Publikum zu präsentieren. Filmveteran Christian Petzold kehrt mit Miroirs No. 3 zurück auf die Leinwand, der ebenso wie Kirill Serebrennikovs Das Verschwinden des Josef Mengele beim Festival in Cannes uraufgeführt wurde. Frédéric Hambaleks Was Marielle weiß, Faraz Shariats Staatsschutz und Petra Volpes Heldin wurden erstmals bei der Berlinale vorgestellt, letzterer wird unser diesjähriges Festival eröffnen. Nicht zuletzt fand Ildikó Enyedis Silent Friend in Venedig große Beachtung.
Weitere Informationen zu den einzelnen Filmen finden Sie im Programm. Bei einigen der Vorführungen in Kopenhagen werden die Regisseur*innen ihre Filme persönlich vorstellen. Aktuelle Hinweise folgen auf unseren Social-Media-Kanälen.
Die Deutschen Filmtage werden in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Dänemark, Grand Teatret/Camera Film, der Deutschen Botschaft und Copydan/NabolandsKanalerne organisiert. Mit freundlicher Unterstützung von German Films und der Stadt Odense. Sponsoren: Kulturgesellschaft Aarhus, Rejselandet Tyskland, Manfred & Co., BEUMER Group, Advores und freiberufler.dk.
Programm
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Ebenso so beeindrucken wie in Das Lehrerzimmer spielt Leonie Benesch die engagierte Pflegekraft Floria, die in der Abendschicht einer unterbesetzten chirurgischen Station in einer Schweizer Klinik arbeitet. Mit Empathie und Ruhe hält sie bei hohem Tempo den Betrieb zusammen. Sie beginnt ihre Schicht mit Zuversicht, Überblick und neuen weißen Sneakers. Doch während sich der Zustand von Patient*innen verschlechtert und Angehörige ihre Aufmerksamkeit fordern, gerät sie zunehmend in einen Wettlauf gegen die Zeit und alles droht zu kippen. Heldin ist weniger ein Klagesang über das überlastete Gesundheitssystem als eine Hommage an all jene, die unter permanentem Druck weitermachen. Zugleich ist der Film hoch spannend und hält die Zuschauer*innen ebenso auf Trab wie seine Protagonistin.
92 Min. | Untertitel: Dänisch | Regie: Petra Volpe | Mit Leonie Benesch, Sonja Riesen, Alireza Bayram, Selma Jamal Aldin uvm.
Vorstellungen:
Sonntag, 19.04.2026, 19 Uhr, Grand Teatret
Sonntag, 19.04.2026, 19 Uhr, Øst for Paradis
Sonntag, 19.04.2026, 20 Uhr, Cafe Biografen
Donnerstag, 23.04.2026, 17 Uhr, Grand Teatret
Donnerstag, 23.04.2026, 17 Uhr, Øst for Paradis -
Der Film Was Marielle weiß hatte letztes Jahr Premiere auf der Berlinale und avancierte schnell zum Festivalhit. Marielle (Laeni Geiseler) erlangt plötzlich die Fähigkeit, alles zu hören und zu sehen, was ihre Eltern tun. Das sorgt in erster Linie für peinliche und unangenehme Situationen, wenn Geheimnisse ans Licht kommen, die ganz bestimmt nicht für Kinderohren bestimmt sind. Doch die Spannung am Designer-Esstisch steigt, als die Eltern zunehmend Klarheit über Marielles Fähigkeiten gewinnen. Es folgen Lågen über Lügen und das Ganze resultiert in einer Reihe tiefschwarzer und absurd-komischer Szenen, etwa wenn die Mutter (Julia Jentsch) im Büro ihrer Affäre nachgeht oder der Vater vom sanften Typen zum aggressiven Alphamann im Job mutiert.
86 Min. | Untertitel: Dänisch | Regie: Frédéric Hambalek | Mit Laeni Geiseler, Julia Jentsch, Felix Kramer uvm.
Vorstellungen:
Montag, 20.04.2026, 17 Uhr, Grand Teatret
Montag, 20.04.2026, 17 Uhr, Øst for Paradis
Montag, 20.04.2026, 18 Uhr, Cafe Biografen -
Seit mehr als hundert Jahren steht ein Ginkgobaum im Garten der Philipps-Universität Marburg. Als stiller Zeuge des Campuslebens ziehen Tag für Tag Studierende wie Personal vorbei, streifen seine Rinde und ruhen sich in seinem Schatten aus. Ildikó Enyedis verzaubernd schöner und tiefsinniger Film wurde im vergangenen Jahr in Venedig uraufgeführt und richtet den Blick auf drei dieser Menschen, die im Laufe der Jahrzehnte an diesem Baum vorbeikommen. 2020 beginnt ein Professor der Naturwissenschaften auf dem pandemiebedingt verwaisten Campus damit, Experimente zu den sensorischen Fähigkeiten des Baums durchzuführen. 1972 pflegt eine Erstsemesterstudentin, inspiriert von einer romantischen Begegnung, eine sensible Geranie. Und 1908 entdeckt die erste weibliche Studentin der Universität eine neue Art, Pflanzen zu beobachten, nämlich durch Fotografie. Der mehrsprachige Film zeigt Tony Leung Chiu-wai und Léa Seydoux in der Rolle als Wissenschaftler*innen, deren Forschung den verborgenen geistigen Kosmos der Pflanzen freilegt.
147 Min. | Untertitel: Englisch | Regie: Ildikó Enyedi | Mit Tony Leung Chiu-wai, Enzo Brumm, Luna Wedler, Léa Seydoux uvm.
Vorstellungen:
Montag, 20.04.2026, 19 Uhr, Grand Teatret
Montag, 20.04.2026, 19 Uhr, Øst for Paradis
Montag, 20.04.2026, 20 Uhr, Cafe Bio -
In Christian Petzolds Nachfolger von Roter Himmel (2023) brilliert Paula Beer erneut in der Hauptrolle. Laura, eine junge Klavierstudentin, gerät mit ihrem Freund in einen schweren Autounfall. Während er ums Leben kommt, überlebt Laura wie durch ein Wunder äußerlich unversehrt – innerlich jedoch tief erschüttert. Zuflucht findet sie bei einer Frau namens Betty, die sie mit mütterlicher Wärme aufnimmt. Auch Bettys Mann und erwachsener Sohn legen ihre anfängliche Skepsis ab, und allmählich entsteht ein familiäres Miteinander. Bis die Vergangenheit sie einholt. Mit Miroirs No. 3, der 2025 in Cannes Premiere hatte, schließt Petzold seine Element-Trilogie ab: Nach Wasser und Feuer steht diesmal die Luft im Zentrum.
86 Min. | Untertitel: Dänisch | Regie: Christian Petzold | Mit Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt, Enno Trebs uvm.Vorstellungen:
Dienstag, 21.04.2026, 17 Uhr, Grand Teatret
Dienstag, 21.04.2026, 17 Uhr, Øst for Paradis
Dienstag, 21.04.2026, 18 Uhr, Cafe Biografen -
Der fesselnde politische Thriller Staatsschutz, der im Februar dieses Jahres seine Weltpremiere auf der Berlinale feierte, erzählt von der jungen Staatsanwältin Seyo Kim, die nach einem überlebten rassistischen Angriff die Ermittlungen selbst in die Hand nimmt. Trotz der Warnungen ihrer Vorgesetzten und deutlicher Drohungen von außen stürzt sie sich in eine Recherche, die sie tief in ein neonazistisches Netzwerk hineinführt, dessen Verbindungen bis in den Maschinenraum des deutschen Rechtssystems reichen. Chen Emilie Yan spielt die entschlossene Seyo Kim, an ihrer Seite ist Julia Jentsch als Anwältin zu sehen. Der Film ist von realen Ereignissen inspiriert und basiert auf einer jahrelangen Recherche. Staatsschutz wurde auf der Berlinale mit drei Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem wohlverdienten Panorama-Publikumspreis.
113 Min. | Untertitel: Englisch | Regie: Faraz Shariat | Mit Chen Emilie Yan, Julia Jentsch, Alev Irmak uvm.
Vorstellungen:
Dienstag, 21.04.2026, 19 Uhr, Grand Teatret
Dienstag, 21.04.2026, 19 Uhr, Øst for Paradis
Dienstag, 21.04.2026, 20 Uhr, Cafe Biografen -
Die Dokumentation Hannah Arendt – Denken ist gefährlich zeichnet ein eindringliches Porträt der Philosophin und des Menschen Hannah Arendt. Einsteiger*innen wie Fortgeschrittene kommen bei dem Film auf ihre Kosten, letztere bekommen hier eine wunderbare Einführung in das Denken der Theoretikerin. Der Film versammelt faszinierende Archivaufnahmen und Interviews. „Halt an und denke!“, mahnt Arendt in einem davon und erinnert uns alle daran, Handlungen zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Die deutsche Schauspielerin Nina Hoss liest (auf Englisch) aus Arendts Essays und Briefen, während der Film ihren Weg nachzeichnet: vom Studium in Deutschland über das Exil der 1930er Jahre in Paris bis zur Emigration in die USA, wo sie in der McCarthy-Ära erneut mit totalitären Strukturen konfrontiert wird.
86 Min. | Voiceover: Englisch | Regie: Jeff Bieber und Chana Gazit
Vorstellungen:
Mittwoch, 22.04.2026, 17 Uhr, Grand Teatret
Mittwoch, 22.04.2026, 17 Uhr, Øst for Paradis
Mittwoch, 22.04.2026, 18 Uhr, Cafe Biografen -
Berlins Technokultur wurde 2024 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, Tourist*innen aus aller Welt pilgern in die Clubs, die für ihre strengen Türpolitiken bekannt sind. Auch DJ Kosmo, die Hauptfigur des Films, scheitert regelmäßig am Einlass. Im Gepäck hat er eine Platte mit neuen Tracks für die Techno-Ikone Troy Porter. Nach einem Vorfall hat er allerdings Hausverbot und muss sich nun durch ein wahres Hindernisfeld aus rigiden Türsteher*innen, „Gute-Laune-Pillen“, Darkrooms und wummerndem Techno kämpfen. Als er zudem seine wertvolle Platte verliert, wird die Nacht endgültig zum Abenteuer. Der Film wurde teilweise in echten Berliner Clubs gedreht und einige der Mitwirkenden sind bekannte DJs.
86 Min. | Untertitel: Englisch | Regie: Nikias Chryssos und Viktor Jakovleski | Mit Aaron Altaras, Clemens Schick, Sera Ahamefule uvm.
Vorstellungen:
Mittwoch, 22.04.2026, 21.30 Uhr, Grand Teatret
Mittwoch, 22.04.2026, 19 Uhr, Øst for Paradis
Mittwoch, 22.04.2026, 20 Uhr, Cafe Biografen -
Die deutsche Geschichte drängt sich erneut in den Vordergrund in Das Verschwinden des Josef Mengele, der Verfilmung des preisgekrönten Romans La disparition de Josef Mengele (2017) des französischen Autors Olivier Guez. Der Film feierte seine Premiere im vergangenen Jahr in Cannes. August Diehl spielt darin die Hauptrolle des NS-Verbrechers Josef Mengele, der wie viele andere Nationalsozialist*innen nach dem Krieg nach Südamerika floh. Dort setzte er in fanatischer Überzeugung der Rassentheorie seine grausamen Experimente ungehindert fort, getragen von einem Netzwerk an Sympathisant*innen und mit finanzieller Unterstützung seiner Familie in Westdeutschland. Auf diese Weise gelang es ihm über drei Jahrzehnte, der Strafverfolgung zu entkommen, jedoch nicht ohne das ständige Gefühl, verfolgt zu werden.
135 Min. | Untertitel: Englisch | Regie: Kirill Serebrennikov | Mit August Diehl, Dana Herfurth, Burghart Klaußner uvm.
Vorstellungen:
Donnerstag, 23.04.2026, 19 Uhr, Grand Teatret
Donnerstag, 23.04.2026, 19 Uhr, Øst for Paradis
Donnerstag, 23.04.2026, 20 Uhr, Cafe Biografen