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18:00 Uhr

GEORG ECKERT - Von Anpassung, Widerstand und Völkerverständigung

Buchpräsentation, Gespräch|Buchpräsentation und Gespräch mit der Autorin Heike Christina Mätzing

  • Goethe-Institut Thessaloniki, Thessaloniki

  • Sprache Deutsch/Griechisch mit Simultanübersetzung
  • Preis Eintritt frei

GEORG ECKERT -Von Anpassung, Widerstand und Völkerverständigung ©Dietz

Im Rahmen einer besonderen Veranstaltung am Donnerstag, den 5. Mai 2022 um 18:00 Uhr in der Bibliothek des Goethe-Instituts Thessaloniki spricht die Autorin Heike Christina Mätzing mit Unterstützung von Dieter Dowe am Donnerstag, über ihr Werk “GEORG ECKERT – Von Anpassung, Widerstand und Völkerverständigung”. Im Anschluss folgt eine Diskussion mit Stratos Dordanas, Assistenzprofessor für Geschichte der Universität Makedonien.

Über das Buch:
Der deutsche Sozialdemokrat Georg Eckert war ein Ethnologe, Geograph, Historiker und Erwachsenenbildner, dessen Leben von den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts geprägt war: vor allem der Nationalsozialistischen Diktatur und dem 2. Weltkrieg.

Während der deutschen Besatzung Griechenlands im 2. Weltkrieg wirkte er 1941-44 an der deutschen Marinewetterwarte in Thessaloniki und beriet die Admiralität in den schwierigen Wetterproblemen der nördlichen Ägäis. Dabei stützte er sich auf zahlreiche auf Mazedonien verteilte Wetterstationen, die von griechischen Mitarbeitern, vor allem Lehrern, betreut wurden. Alle Zeit menschlich und hilfsbereit, entwickelte er ein sehr gutes persönliches Verhältnis zu seinem griechischen Umfeld und wurde in den Hungerjahren und politischen Auseinandersetzungen zum „Notanker“ für viele Griechen und auch manche Spaniolen Thessalonikis. Mit griechischen Freunden, besonders dem Leiter der Universitätsbibliothek, erforschte er intensiv die Volkskunde Mazedoniens und veröffentlichte ein Dutzend Publikationen darüber. Bereits im Sommer 1944 hatte Georg Eckert in Thessaloniki Kontakt zur linken griechischen Widerstandsbewegung EAM / ELAS aufgenommen. Beim Abzug der Wehrmacht im Herbst 1944 aus Griechenland vermittelte er in Thessaloniki zwischen deutschen und griechischen Befehlshabern. In der Folge konnten die deutschen Truppen ohne Angriffe seitens der ELAS die Stadt verlassen; im Gegenzug blieb die Infrastruktur Thessalonikis weitgehend verschont. Die Instrumente der Wetterwarte übergab Eckert der Universität zum Aufbau eines eigenen meteorologischen Dienstes. Als die letzten Soldaten aus Thessaloniki abzogen, desertierte Eckert mit einigen Kameraden zur ELAS und versteckte sich mit Hilfe der Partisanen in den Bergen. Erst als sich der griechische Bürgerkrieg ankündigte, zog er es vor zu gehen.

Eckert desertierte nun ein weiteres Mal, indem er im Februar 1945 in Thessaloniki zu den Briten überlief. Die Briten wollten Eckert für den demokratischen Wiederaufbau in Deutschland einsetzen. Αuf abenteuerlichen Wegen kam Georg Eckert nach Braunschweig, wo er das Internationale Schulbuchinstitut gründete. Seine Erfahrungen in Griechenland hatten ihn zu einem glühenden Verfechter der Völkerverständigung werden lassen, der er sein weiteres wissenschaftliches und politisches Leben widmete.