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20:30 Uhr
Liquid Forensics – Episode 4
Filmvorführungen| History Projected 2025: Archaeologies of Movement. In Zusammenarbeit mit Ethnofest
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Goethe-Institut Athen, Athen
- Sprache Mit griechischen und englischen Untertiteln
- Preis Eintritt frei
- Teil der Reihe: History Projected 2025
Kuratiert von Geli Mademli
Wie spiegelt die Kunst des bewegten Bildes die Facetten heutiger globaler Mobilität und Immobilität wider? Welche Pfade beschreiten Dokumentarfilmer*innen, um durch Raum und Zeit zu reisen und dabei Mikrogeschichten und große Erzählungen einzufangen? Wie viele Grenzen überwindet eine Kamera, wenn sie Dystopien erkundet oder uns von Utopien träumen lässt? Der zweite Teil der Filmreihe History Projected vereint verschiedene Ansätze der „Archäologie der Bewegung“: von Flüchtlingsströmen und den vielfältigen Formen von Vertreibung über gewaltsame Gefangenschaft bis hin zu Übertourismus und modernem Nomadentum. Die Filme zeichnen die geopolitischen und emotionalen Folgen jeder Reise nach – in die gemeinsame Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unseres Planeten.
Katarakt
Sofia Dona, 2023
Griechenland, 27΄
In Anwesenheit der Filmmacherin
Purple Sea
Amel Alzakout, Khaled Abdulwahed, 2020
Deutschland, 67΄
Online-Verbindung mit Amel Alzakout
20:30
Sofia Dona, Katarakt, 2023, Griechenland, 27 Min.
Der Film thematisiert das Küstendorf Katarraktis auf der Insel Chios, das nur 11 km von der Türkei entfernt liegt, und verbindet seinen Namen mit der Augenerkrankung „Katarakt“ (Grauer Star). Durch die poetische Perspektive eines durch den Grauen Star getrübten Auges versucht der Dokumentarfilm, eine Reihe vergangener Ereignisse miteinander zu verknüpfen – darunter die Beziehung des Dorfes zur Kleinasien-Katastrophe, die deutsche Besetzung Griechenlands sowie die aktuelle Situation von Migration und Flüchtlingsfragen. Der Film nutzt das Wortspiel, um über verschwommenes Sehen, Erinnerung, Migration, Nachdenken und Grenzen zu sprechen.
21:00
Amel Alzakout, Khaled Abdulwahed, Purple Sea, 2020, Deutschland, 67 Min.
2015 traf die syrische Künstlerin Amel Alzakout die mutige Entscheidung, nach Europa mit einem Schleuser zu flüchten. Kurz bevor sie die Küste von Lesbos erreichten, begann das überfüllte Boot zu sinken. Der gesamte Film besteht aus schwindelerregenden Aufnahmen, die Alzakout aus dem Wasser gedreht hat. In fast abstrakten Nahaufnahmen von Menschen im Wasser, die auf Rettung warten, sind kaum erkennbare fluoreszierend orangefarbene Rettungswesten, baumelnde Beine, kleine Füße in weißen Sneakers, ein treibendes Zigarettenpäckchen und Rettungsringe zu sehen. Man hört Notsignale und Schreie. Die Sonne brennt unbarmherzig auf das Mittelmeer. Es gibt keinen Horizont, kein Oben und kein Unten – nur das Meer und kaum etwas, woran man sich festhalten kann. Wir beobachten diesen tanzenden Kampf mit dem Tod, während die Zeit stillzustehen scheint. Alzakout hatte ursprünglich vor, Journalismus zu studieren und Kriegsberichterstatterin zu werden – eine Idee, die sie später verworfen hat. Doch wie sie in ihrer nachdenklichen Stimme erklärt, während sie uns durch dieses zutiefst bewegende Erlebnis führt, ist sie in Purple Sea plötzlich doch eine geworden – auf eine ganz eigene, einzigartige Weise.
Amel Alzakout, geboren 1988 in Syrien, ist eine in Leipzig lebende Künstlerin und Filmemacherin. Von 2010 bis 2013 studierte sie Journalismus an der Universität Kairo in Ägypten. 2017 nahm sie zusammen mit anderen Künstlern an der Videoinstallation TRUST US im 3. Herbstsalon im Maxim Gorki Theater in Berlin teil. Von 2017 bis 2018 studierte sie Kunst an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin und anschließend Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig. 2018 gewann sie zusammen mit ihrem Co-Regisseur Khaled Abdulwahed den Filmpreis für internationale Zusammenarbeit Deutschland/Arabische Welt der Robert-Bosch-Stiftung mit dem von Pong Film produzierten Langfilm Purple Sea. Es ist der erste Film, bei dem sie Regie führte.
Khaled Abdulwahed, geboren 1975 in Syrien, ist Künstler, Fotograf und Filmemacher und lebt in Leipzig. Von 1996 bis 2000 studierte er Bildende Kunst und Grafikdesign an der Adham Ismail Kunstschule in Damaskus, Syrien, und an der Frederick University in Nikosia, Zypern. Zwischen 2002 und 2008 stellte er seine Kunstwerke im Nahen Osten und in Europa aus. Zwischen 2011 und 2013 führte er Regie und produzierte Videokunstwerke, die in vielen Kunsträumen, auf Festivals, an Universitäten und in Fernsehsendern auf der ganzen Welt gezeigt wurden. 2015 wurde er zu Berlinale Talents eingeladen. 2018 feierte sein Kurzfilm BACKYARD seine Weltpremiere und gewann den CNAP-Preis (National Centre for Visual Arts) beim FID Marseille.
Visual Identity: Typical Organization
Wie spiegelt die Kunst des bewegten Bildes die Facetten heutiger globaler Mobilität und Immobilität wider? Welche Pfade beschreiten Dokumentarfilmer*innen, um durch Raum und Zeit zu reisen und dabei Mikrogeschichten und große Erzählungen einzufangen? Wie viele Grenzen überwindet eine Kamera, wenn sie Dystopien erkundet oder uns von Utopien träumen lässt? Der zweite Teil der Filmreihe History Projected vereint verschiedene Ansätze der „Archäologie der Bewegung“: von Flüchtlingsströmen und den vielfältigen Formen von Vertreibung über gewaltsame Gefangenschaft bis hin zu Übertourismus und modernem Nomadentum. Die Filme zeichnen die geopolitischen und emotionalen Folgen jeder Reise nach – in die gemeinsame Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unseres Planeten.
Episode 4: Liquid Forensics
Im Kino schützt uns ein optischer „Fehler“ davor, die schwarzen Lücken zwischen den Einzelbildern wahrzunehmen und erzeugt so die Illusion einer kontinuierlichen Bewegung. Nach den Gesetzen der Physik ist die Persistenz des Sehens der Eindruck, der nach dem Verschwinden des Reizes, der ihn verursacht hat, noch eine Zehntelsekunde lang auf der Netzhaut verbleibt. Zwei Filme, die sich mit der aktuellen Realität der Migration befassen, zeigen neue Sichtweisen auf und lassen uns genau in jene leeren Räume und Zeiten eintauchen, die sich systematisch dem menschlichen Blick entziehen.Katarakt
Sofia Dona, 2023
Griechenland, 27΄
In Anwesenheit der Filmmacherin
Purple Sea
Amel Alzakout, Khaled Abdulwahed, 2020
Deutschland, 67΄
Online-Verbindung mit Amel Alzakout
20:30
Sofia Dona, Katarakt, 2023, Griechenland, 27 Min.
21:00
Amel Alzakout, Khaled Abdulwahed, Purple Sea, 2020, Deutschland, 67 Min.
DIE FILMMACHERINNEN
Sofia Dona ist Künstlerin und Architektin. Ihre Arbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Architektur setzen sich interdisziplinär und ortsspezifisch mit sozialen, ökonomischen und politischen Fragen auseinander. Ob sie sich auf die Grenzregion zwischen Mexiko und den USA, auf verschiedene Strategien der Zwangsräumung oder auf historisch symbolische architektonische Elemente der Macht konzentriert – Dona schafft Installationen und Videoarbeiten, die herkömmliche Alltagsvorstellungen verzerren. Ihre Werke werfen ein neues Licht auf Situationen und Erzählungen, um verborgene, vergessene oder unbemerkte Elemente aufzudecken. Ein wichtiger Teil ihrer künstlerischen Praxis ist die Erzeugung eines Verfremdungseffekts, der zu Werken führt, die ebenso aufschlussreich wie poetisch sind. Die Nachbildung eines Grenzgebirges aus Sand, die Verlängerung eines Balkons, das Versetzen einer Straßenlaterne oder die Vergrößerung einer Tür verwandeln vertraute Objekte in unerwartete narrative Elemente. Verfremdung, Entfremdung und ostranenie verwandeln Artefakte so, dass sie Geschichten und Bedeutungen enthüllen. In der außergewöhnlichen Normalität der Simulation rufen sie Erinnerungen wach und schärfen das Bewusstsein.Amel Alzakout, geboren 1988 in Syrien, ist eine in Leipzig lebende Künstlerin und Filmemacherin. Von 2010 bis 2013 studierte sie Journalismus an der Universität Kairo in Ägypten. 2017 nahm sie zusammen mit anderen Künstlern an der Videoinstallation TRUST US im 3. Herbstsalon im Maxim Gorki Theater in Berlin teil. Von 2017 bis 2018 studierte sie Kunst an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin und anschließend Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig. 2018 gewann sie zusammen mit ihrem Co-Regisseur Khaled Abdulwahed den Filmpreis für internationale Zusammenarbeit Deutschland/Arabische Welt der Robert-Bosch-Stiftung mit dem von Pong Film produzierten Langfilm Purple Sea. Es ist der erste Film, bei dem sie Regie führte.
Khaled Abdulwahed, geboren 1975 in Syrien, ist Künstler, Fotograf und Filmemacher und lebt in Leipzig. Von 1996 bis 2000 studierte er Bildende Kunst und Grafikdesign an der Adham Ismail Kunstschule in Damaskus, Syrien, und an der Frederick University in Nikosia, Zypern. Zwischen 2002 und 2008 stellte er seine Kunstwerke im Nahen Osten und in Europa aus. Zwischen 2011 und 2013 führte er Regie und produzierte Videokunstwerke, die in vielen Kunsträumen, auf Festivals, an Universitäten und in Fernsehsendern auf der ganzen Welt gezeigt wurden. 2015 wurde er zu Berlinale Talents eingeladen. 2018 feierte sein Kurzfilm BACKYARD seine Weltpremiere und gewann den CNAP-Preis (National Centre for Visual Arts) beim FID Marseille.
Visual Identity: Typical Organization
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Omirou 14-16
10672 Athen
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10672 Athen
Griechenland
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