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Griechenland Athen

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9:30–11:30 Uhr

Interaktive Workshops

Workshops|für Schulklassen

  • Goethe-Institut Athen, Athen

  • Sprache Griechisch
  • Preis Eintritt frei
  • Teil der Reihe: BiblioGreen

 © Goethe-Institut Athen

Im Rahmen des Programms BiblioGreen– Nachhaltige Bibliotheken initiiert das Goethe-Institut Athen eine neue Reihe von Bildungs- und Beteiligungsformaten unter dem Titel „Stadt · Umwelt · Kultur: Wo Stadt lebt, blüht Wissen“. Die Reihe verfolgt das Ziel, Lern und Informationsorte wie Bibliotheken und Schulen enger mit gemeinschaftlichen Prozessen ökologischer Bewusstseinsbildung, Wissensvermittlung und aktiver Mitgestaltung zu verknüpfen.

Die Veranstaltungsreihe eröffnet ein umfassendes Erlebnis des Vernetzens, des Austauschs, der kreativen Zusammenarbeit und der aktiven Mitgestaltung. Jede einzelne Aktion wird zu einem Ort der Begegnung, des Experimentierens und der gemeinsamen Aktivierung unterschiedlicher Gruppen und Communities. Gleichzeitig zeigt die Reihe auf eindrucksvolle Weise, dass Bibliotheken weit über ihre traditionelle Rolle als Lese- und Wissensräume hinausgehen. Sie fungieren als lebendige soziale Knotenpunkte, die ökologische Sensibilisierung fördern und gemeinschaftliches Handeln ermöglichen. In diesem Rahmen wird Wissen in konkrete Praxis übersetzt, Gemeinschaften werden gestärkt, und Bürger*innen erhalten Impulse und Werkzeuge, um sich wirksam für den Umweltschutz und eine nachhaltige Entwicklung ihrer Stadt einzubringen.

WORKSHOPS

„Beobachter*innenin Aktion: Die Vögel Athens und die Sprache der Farben“

Dieser interaktive Workshop richtet sich an Schüler*innen der 5. und 6. Klasse der Grundschule und verwandelt die Bibliothek des Goethe-Instituts Athen in einen lebendigen Raum naturkundlicher Entdeckung. Die Schüler*innen lernen Vogelarten kennen, die im urbanen Umfeld Athens vorkommen, und setzen sich mit der Bedeutung städtischer Biodiversität auseinander. Dabei erforschen sie, warum der Schutz und die Pflege dieser Vielfalt für das Leben in der Stadt essenziell sind – und wie moderne Lebensweisen in Griechenland und Europa zu ihrem Rückgang beitragen. Anschließend vertiefen Beobachtungs-, Erkennungs- und Vergleichsspiele – auch mit tropischen Arten aus anderen Regionen der Welt – das Verständnis für die Rolle von Farben bei Nahrungssuche, Paarung und Schutzverhalten von Vögeln. Der kreative Abschluss des Workshops besteht aus einer gemeinsamen Stickerei Komposition, die den Schülern ermöglicht, ihre Entdeckungen gestalterisch auszudrücken und einen anderen, ruhigeren Rhythmus der individuellen und kollektiven (Selbst-)Beobachtung zu erleben. Zum Schluss werden gemeinsam Ideen gesammelt, wie Schule und Bibliothek als aktive Knotenpunkte der Umweltbildung fungieren können – Orte, an denen Wissen, Sensibilisierung und Engagement für die Biodiversität zusammenfinden.

„Permafrost – Das gefrorene Archiv der Erde im Wandel“

Dieser Workshop richtet sich an Schüler*innen des Gymnasiums und lädt dazu ein, ein oft übersehenes, aber hochrelevantes Klimathema zu erforschen: das Auftauen des Permafrosts. Die Bibliothek des Goethe-Instituts Athen wird dabei zu einem forschungsorientierten Lernraum, in dem die Jugendlichen einem „unsichtbaren“ Phänomen nachspüren, dessen Ursachen und Folgen in der öffentlichen Debatte häufig kaum Beachtung finden. Die Schüler*innen betrachten den Permafrost als ein „gefrorenes Archiv“ der Erdgeschichte und untersuchen, welche Informationen er über vergangene Klimaperioden birgt – und welche Risiken sein Auftauen für die Zukunft der Menschheit mit sich bringt. Sie analysieren die Verbindung zwischen Permafrost, globaler Erwärmung und Treibhausgasemissionen und reflektieren, warum dieses Thema trotz seiner Tragweite selten im Zentrum gesellschaftlicher Diskussionen steht. Im praktischen Teil entwickeln die Schüler*innen ein journalistisches Kurzformat, in dem sie ihre Erkenntnisse in eine klare, adressatengerechte Botschaft für ihre Schulgemeinschaft übersetzen.
Zum Abschluss werden gemeinsam Perspektiven erarbeitet, wie Schule und Bibliothek als aktive Knotenpunkte der Umweltbildung wirken können –als Orte, an denen Wissen, kritisches Denken und Engagement zu zentralen ökologischen Fragen zusammenfinden.

Die aktive Mitwirkung der Schule und ihrer Schüler*innen bildet einen wesentlichen Bestandteil der gesamten Reihe. Ihre Ideen, Beobachtungen und Erfahrungen fließen kontinuierlich in den Verlauf des Projekts ein und prägen die Gestaltung der einzelnen Aktionen ebenso wie die Entwicklung zukünftiger Formate. Gleichzeitig versteht sich die Reihe als Einladung an die Schule, auch an den folgenden Aktivitäten mitzuwirken und den gemeinsamen Prozess der Beteiligung und Gestaltung weiterzuführen.
 

Über die Fortbildungsleiterin

Domniki Vagiati

Domniki Vagiati, geboren 1996 in Thessaloniki, Griechenland, ist Pädagogin, Projektmanagerin, Tänzerin und Performerin mit einem besonderen Fokus auf Teamarbeit und kollaborative Prozesse. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Bildung, Kunst und Nachhaltigkeit. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Psychopädagogik, Umweltbildung, den Commons sowie in der künstlerischen Auseinandersetzung mit Raum. Sie interessiert sich insbesondere für die verkörperte und multimodale Interaktion von Schüler*innen mit öffentlichen Räumen – und wie diese Räume durch Wahrnehmung, Erfahrung und Darstellung mit Bedeutung aufgeladen werden. Sie studierte Pädagogik (BA) und absolvierte einen Master in Kunst & Bildung. Berufliche Stationen führte sie an Schulen in Finnland und Dänemark.
Seit 2020 ist sie als COO der Umweltorganisation Mamagea tätig, wo sie nachhaltige Projekte mit Schulgemeinschaften entwickelt und umsetzt. Ziel ist es, öffentliche Schulen durch partizipativ gestaltete grüne Infrastrukturen in lebendige Lernorte und Zentren ökologischer Kreativität zu verwandeln.