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20:00 Uhr

Polizeigewalt, Machtmissbrauch und rechte Netzwerke

Diskussion|Mohamed Amjahid und Iasonas Gousetis im Gespräch

  • Goethe-Institut Athen, Athen

  • Sprache Deutsch, Griechisch mit Simultanübersetzung
  • Preis Eintritt frei

 © Andreas Hornoff

Das Goethe-Institut Athen lädt zu einer Diskussion mit den Autoren Mohamed Amjahid und Iasonas Gousetis zum Thema Polizeigewalt, Machtmissbrauch und rechte Netzwerke, moderiert von der Menschenrechtsanwältin Clio Papapantoleon, ein.

Rassistische Chats, übermäßige Polizeigewalt, Vertuschung von Fehlverhalten: Während Innenministerien und Sicherheitsbehörden in Deutschland und Griechenland oft von „Einzelfällen“ sprechen, zeigen Untersuchungen, dass diese Probleme tief in den Sicherheitsapparaten beider Länder verankert sind.

Der Journalist und Autor Mohamed Amjahid deckt in seinen Recherchen auf, wie struktureller Rassismus und Machtmissbrauch die deutsche Polizei durchziehen. In seinem Buch „Alles nur Einzelfälle?" beleuchtet Mohamed Amjahid – basierend auf repräsentativen Studien, langjährigen investigativen Recherchen und persönlichen Erlebnissen – wie tief das Polizeiproblem in Deutschlands Sicherheitsarchitektur verwurzelt ist.

Iasonas Gousetis dokumentiert in seiner Studie „Polizeigewalt und Grundrechte: Ein Überblick über polizeiliche Willkür in Griechenland“ systematische Fälle von Polizeiwillkür und exzessiver Gewalt in Griechenland. Basierend auf jahrelanger Erfahrung beleuchtet er die systematische Natur dieses Phänomens: den Einsatz übermäßiger Gewalt, willkürliche Kontrollen und Festnahmen, den häufigen Gebrauch von Dienstwaffen, rassistisches Verhalten sowie die Verbreitung von Fehlinformationen über polizeiliches Fehlverhalten und das Fehlen effektiver disziplinarischer und strafrechtlicher Aufsicht.

BIOGRAFIEN

Mohamed Amjahid wurde als Sohn sogenannter Gastarbeiter*innen 1988 in Frankfurt am Main geboren, die Schule besuchte er bis zum Abitur in Marokko. In Berlin und Kairo studierte er Politikwissenschaften und forschte an verschiedenen anthropologischen Projekten in Nordafrika. Er schreibt als freier, investigativer Journalist und Kolumnist unter anderem für den Spiegel, die Süddeutsche Zeitung, die taz, das Monopol-Magazin, den RBB und den WDR. Derzeit arbeitet er an mehreren neuen Buchprojekten. Anthropologisch und journalistisch fokussiert er sich auf die Themen Menschenrechte, Gleichberechtigung und Umbrüche in den USA, Europa, den Nahen Osten und Nordafrika. 

Iasonas Gousetis arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Griechischen Vereinigung für Menschenrechte. Er kooperiert mit der Europäischen Kommission und der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte als Experte für Menschenrechtsfragen. Zuvor war er auch im Diotima-Zentrum als Projektleiter tätig. Er hat Politikwissenschaften an der Universität Kreta studiert und einen Masterabschluss in Moderner Literatur (Universität Edinburgh) sowie in Sozialpolitik mit Spezialisierung auf soziale Diskriminierung, Migration und Staatsbürgerschaft (Universität Peloponnes) erworben. Seine Forschungsinteressen konzentrieren sich auf aktuelle Herausforderungen bei Menschenrechts- und des Rechtsstaatsfragen – insbesondere im Hinblick auf geschlechtsspezifische Gewalt, Meinungs- und Informationsfreiheit sowie staatliche Repression in Form von Polizeigewalt und Willkür. 

Clio Papapantoleon ist seit 2005 als Anwältin im Bereich Strafrecht und Menschenrechte tätig. Sie hat zahlreiche Artikel und Studien zu den Themen Gleichheitsprinzip und Diskriminierung, Meinungsfreiheit sowie Strafjustiz und Inhaftierung veröffentlicht. Als Expertin hat sie an vielen europäischen Untersuchungen zu Menschenrechtsfragen in Griechenland teilgenommen. Zehn Jahre lang war sie Mitglied des Vorstands der Griechischen Vereinigung für Menschenrechte und von 2017 bis 2019 deren Präsidentin.