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15:00–16:00 Uhr

Thomas Mann und der Nationalsozialismus

Diskussionsrunde|Die Verantwortung des Intellektuellen in der heutigen Welt. Eine Diskussionsrunde anläßlich des 150. Geburtstags von Thomas Mann

Thomas Mann - Ble Aloni ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv

Thomas Mann - Ble Aloni ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv

Das Goethe-Institut Thessaloniki organisiert in Zusammenarbeit mit dem Buchclub Ble Aloni auf der 21. Internationalen Buchmesse Thessaloniki eine Diskussionsrunde zum Thema „Thomas Mann und der Nationalsozialismus: Die Verantwortung des Intellektuellen in der heutigen Welt“. 

Über Thomas Mann (1875-1955)
In diesem Jahr jährt sich der 150. Geburtstag des bedeutenden deutschen Schriftstellers Thomas Mann. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Die Buddenbrooks" (1901), "Der Tod in Venedig" (1913), "Der Zauberberg" (1924), "Joseph und seine Brüder" (1933-1943) und "Doktor Faustus" (1947). 1929 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Thomas Mann erkannte früh die Gefahr des aufkommenden Faschismus und sprach sich mit seinen Essays, Vorträgen und Rundfunkreden öffentlich dagegen aus.

Thomas Mann floh 1933 aus Deutschland und ging später 1938 ins Exil in die Vereinigten Staaten. Dort übernahm er bis 1945 die Rolle eines öffentlichen Intellektuellen. Er nutzte seinen literarischen Ruhm und seine Kontakte in einer zunehmend globalen Verlagslandschaft, um sich der nationalsozialistischen Propaganda zu widersetzen und seine Idee einer „deutschen Kultur“ zu vertreten, die der Nationalsozialismus verzerrte. „Mit meiner rechten Hand schreibe ich meinen Roman, mit der linken werfe ich unermüdlich Steine gegen Hitlers Fenster.“ (Juli 1943)

Die Diskussion beleuchtet Thomas Manns politische Biografie und seine Haltung vor dem Spiegel der aktuellen Herausforderungen unserer Zeit, in der das auf humanistischen Werten basierende Renaissance-Ideal des mit umfassendem Wissen, ethischer Integrität, sozialem Verantwortungsbewusstsein und einem unermüdlichen Gewissen ausgestatteten Menschen allmählich an Bedeutung zu verlieren scheint.

Referenten:
Nikolas Sevastakis, Autor und Professor für politische Philosophie an der Fakultät für Politikwissenschaft der Aristoteles-Universität Thessaloniki
Thanasis Triaridis, Autor

Moderation:
Christina Voumvouraki, Netzwerk des Lesekreises „Ble Aloni“