Dramaturgie

Dramaturgie
© Flinn Works

Die Goethe-Institute / Max Mueller Bhavans Bangalore und Kolkata sind seit langem eng mit den jeweiligen Theaterszenen, die im Wesentlichen Laientheaterszenen sind, verbunden. Sowohl Schauspieler als auch Regisseure und andere Theatermacher sind projektbezogen und in wechselnden Konstellationen tätig. Der Bedarf an Dramaturg*innen und ein Interesse am Berufsbild wurde in der indischen Theaterszene in den letzten Jahren viel diskutiert, gerade weil der Ansatz dramaturgischer Arbeit relativ neu ist für Südasien. Durch die Entwicklung neuer Theaterformen wie Dokumentartheater, Performancekunst und Stückentwicklung hat sich der Bedarf an professionellem dramaturgischem Arbeiten erhöht. Der Kontakt mit deutschen Dramaturg*innen im Rahmen verschiedener Kooperationsprojekte hat den ausdrücklichen Wunsch nach einem stärkeren Austausch betont. Was teilweise immer noch fehlt, ist ein Verständnis der Rolle und des Berufsbildes, fundierte Kenntnisse der praktischen Techniken, sowie überhaupt ein Austausch darüber.

Entwickelt von Sophia Stepf (Artistic Director, Flinn Works) und Jehan Manekshaw (Head of School, Drama School Mumbai) in Zusammenarbeit mit Götz Leineweber (Dramaturg), haben die Goethe-Institute in Kolkata und Bangalore im Herbst 2019 zwei zehntägige Workshops für erfahrene, praktizierende Theatermacher angeboten, die sich über die Rolle des Dramaturgen in der Stückentwicklung austauschen und ihre eigenen dramaturgischen Kompetenzen weiterentwickeln wollen.

Im Zuge der anschließend fortlaufenden Mentorierung werden eigne Theaterstücke entwickelt. Im fünftägigen Evaluations- und Aufbauworkshop im Herbst 2020 für ausgewählte Teilnehmer*innen werden die Erfahrungen evaluiert, Perspektiven für die weitere Arbeit im Bereich der Dramaturgie und ihrer Teildisziplinen aufgezeigt und ausgewählte Aspekte vertieft.

Die Inhalte der Workshops waren:

- Kurze Geschichte der Dramaturgie (ein Berufsbild entwickelt sich)
- Textanalyse (Arbeit mit Theatertexten)
- Inszenierungsanalyse (Theaterbesuche oder Videobeispiele)
- Feedback Methoden (DasArts und andere)
- Praktische Dramaturgie (Szenenarbeit)
- Alternative Dramaturgien (Doku, immersiv, ortsspezifisch)
- Berufsbild und Rollenverständnis im Team

Langfristiges Ziel dieses Projektes ist die Förderung von indischen Dramaturg*innen und die Stärkung des professionellen Austausches deutscher und indischer Dramaturg*innen.

Mentoren

Sophia Stepf © Sophia Stepf Sophia Stepf ist diplomierte Dramaturgin der Hochschule für Musik und Theater Leipzig.
Sie arbeitet seit 15 Jahren als Dramaturgin, Regisseurin, Kuratorin, leitet die freie Kompanie Flinn Works und unterrichtet regelmäßig u.a. den Kurs 'Interkulturelle Dramaturgien' an der HMT Leipzig. Sie blickt auf eine breite Erfahrung an Projektarbeiten in Indien zurück (z.B für Ranga Shankara, NSD, Prithvi, FLAME, Theatre Professionals). Sie hat für verschiedene Goethe-Institute in Indien Projekte kuratiert und entwickelt in den Bereichen Kinder- und Jugendtheater, neue Theatertexte und Theaterpädagogik. Ihr Stück, 'C sharp C blunt' hat Preise in Delhi und Zürich gewonnen und tourt international seit fünf Jahren. Ihr neues Stück 'Global Belly', teilweise in Indien recherchiert, wurde u.a. zum Impulse Theaterfestival 2018 eingeladen. Sie kuratiert das freie Theaterfestival Schwindelfrei in Mannheim und lädt dazu regelmäßig junge indische Theaterschaffende ein. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Jehan Manekshaw © Jehan Manekshaw Jehan Manekshaw











Götz Leineweber © Götz Leineweber Götz Leineweber