Möchten Sie mehr über das Projekt und die Künstler erfahren? Diese erste Webinar-Aufzeichnung gibt einen Überblick über das Programm Intersections & Interventions: Barwe & Klee, zu dem es gehört.
Was wäre, wenn wir die Kunstgeschichte so schreiben würden, als wäre Paul Klee ein Inder oder Prabhakar Barwe ein Deutsch-Schweizer gewesen? Was würde es bedeuten, Kunstgeschichte als ein sich gegenseitig verflechtendes Beziehungsgeflecht zu schreiben, das frei von nationalen Ursprungspunkten funktioniert? Wie könnten wir zentrale kunsthistorische Konzepte wie Einfluss, Chronologie und die Entwicklung von Kunststilen in Frage stellen?
Über das Projekt
Dieses Projekt will zwei Künstler und ihre künstlerischen sowie theoretisch-pädagogischen Ideen in einen spannenden Dialog bringen: Prabhakar Barwe (1936-1995), ein Maler der zweiten Welle des indischen Modernismus in Maharashtra, und Paul Klee (1879-1940), ein schweizerisch-deutscher Maler der Moderne und Lehrer an der Bauhaus-Schule in den 1920er Jahren in Deutschland.
Das Zapurza Museum of Art & Culture ist eine Kunstinitiative von PN Gadgil & Sons, einem angesehenen Schmuckunternehmen mit einer 190-jährigen Geschichte. Zapurzas Ziel ist es, das Verständnis für Ästhetik bei jungen Menschen zu fördern, indem es verschiedene Kunstformen und Kulturen Indiens präsentiert. Das Museum soll als Lernressource für Menschen jeden Alters dienen. Kunst wird als essenzieller Bestandteil des menschlichen Lebens betrachtet, der das Leben bereichert, wenn man die verschiedenen Kunstformen und das kulturelle Gewebe versteht und schätzt.
Im Herzen des Zentrum Paul Klee steht die Erforschung und Vermittlung des Werks von Paul Klee. Weitere Programme aus den Bereichen Musik, Literatur und Agrikultur sowie ein lebendiger Eventbetrieb ergänzen das einmalige Profil des Hauses als kulturelles Zentrum und Mehrspartenhaus. Das Zentrum Paul Klee beherbergt die weltweit grösste Sammlung von Werken Paul Klees mit 4’000 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen, Archivalien und biografischen Materialien aus allen Schaffensperioden. An einem von Natur und Kultur, Architektur und Landschaft geprägten Ort bietet das Zentrum Paul Klee neue Zugänge zu einem der wichtigsten Künstler der europäischen Moderne. Klees bildnerisches Denken, sein vielgestaltiges Werk und sein breiter Interessenhorizont lassen weit darüber hinausreichende thematische Perspektiven zu. Die Sammlung wird mit wechselndem Fokus präsentiert, und temporäre Ausstellungen zu anderen Künstler:innen oder Inhalten zeigen neue Verbindungen zu Paul Klee und seiner Zeit auf.
Ausgangspunkt dieses Projekts ist die erstmalige Übersetzung ausgewählter Schriften von Klee ins Marathi und von Barwe ins Deutsche, um einen tieferen Wissensaustausch mit kultureller Interaktion zu ermöglichen. Diese Übersetzungen werden in ein zweijähriges Programm (2024-2025) von Veranstaltungen, Workshops und Ausstellungen sowohl in Pune/Maharashtra als auch international eingebunden. Dies wird es ermöglichen, Affinitäten und Unterschiede in Klees und Barwes Werk und pädagogischen Konzepten zu identifizieren, die Abstraktion, Surrealismus und Spiritualität sowie Experimente mit Materialien und Design betreffen.
In Zusammenarbeit mit Diamantenschliff - der Online-Übersetzungsakademie des Goethe-Instituts Südasien (unter der Leitung des Goethe-Instituts Mumbai) - geht unser Ziel über die reine Übersetzung hinaus. Diamantenschliff zielt darauf ab, eine stärkere deutsche Übersetzergemeinschaft in Südasien zu schaffen, um professionelle Verbindungen zwischen Übersetzern zu stärken, Mentorenprogramme zu etablieren und ihre Arbeit zu fördern. Zu den Zielsprachen gehören Hindi, Kannada, Malayalam, Bangla, Marathi, Tamil, Urdu und Singhalesisch.
Foto: Goethe-Institut Korea/OZAKJayashree Hari Joshi studierte Germanistik an der Jawaharlal Nehru University in Neu Delhi und unterrichtete nach ihrem Magisterabschluss Deutsch.
Seit 1996 ist sie am Goethe Institut tätig, zwanzig Jahre war sie Programmreferentin und seit 2016 leitet sie die Bibliothek des Instituts in Mumbai. In ihrer Dissertation beschäftigte sie sich vergleichend mit dem Verfremdungseffekt im epischen Theater und in der Rasa-Theorie der altindischen Dramaturgie.
Neben den indischen Sprachen Marathi, Hindi und Sanskrit beherrscht sie die englische und deutsche Sprache. Sie hat deutsche Gedichte und Theaterstücke ins Hindi, Marathi und ins Englische übertragen. Außerdem verfasst sie selbst Gedichte in Marathi, die in verschiedenen Publikationen veröffentlicht wurden. Sie übersetzt Theaterstücke, Gedichte, Erzählungen und Romane sowie Kinder- und Jugendliteratur aus dem Englischen und Deutschen ins Hindi und Marathi. Ihre Buchrezensionen und Essays zu literarischen Themen erscheinen gedruckt oder digital in verschiedenen überregionalen Zeitungen und Zeitschriften. Jayashree Joshi lebt in Mumbai.