Donnerstag 7. März 2024, 19:30 Uhr
Heike Baranowsky, Soliloquio 2023
Lecture-Performance und Gespräch|
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Auditorium des Goethe-Instituts, Rom
- Sprache Englisch
- Preis kostenlos. Der Eintritt wird nach Verfügbarkeit der Sitzplätze gewährt.
- Teil der Reihe: Ritorno a Roma
Das Besondere der meisten Meridianlinien in Italien ist, dass sie zu einer Zeit verlegt wurden als das geozentrische Weltbild noch Doktrin der Kirche war: also, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist und die Sonne sich um die Erde dreht. Als astronomisches Instrument konnte der Meridian aber das Gegenteil beweisen.
Foto (Detail): © Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin
Der 2-Kanal Film zeigt den Sonnenfleck, präziser das Bild der Sonne, das über den Marmorfußboden und die Einrichtungsgegenstände der Kirche wandert, über ein ganzes Jahr hinweg an wichtigen astronomischen Daten. Gemeinsam mit dem Kameramann Volker Gläser in Stop-Motion-Technik gefilmt, sehen wir parallel die Winter- /Sommersonnwende, Herbst- und Frühlingsbeginn und andere wichtige Jahresereignisse.Der Text, der von Ursula Rogg in Versen entwickelt wurde, beschreibt neben dem architektonischen, historischen und politischen Kontext von Soliloquio auch die Beobachtungen der Ich-Erzählerin unter den speziellen Bedingungen der Coronapandemie und vergleicht diese mit Vorgängerpandemien wie der Spanische Grippe 1918. Der gesprochene Text begleitet den Film als inneren Monolog in mäandernden Erzählbewegungen. Eine Stimme, gesprochen von Sofie Hüsler auf Italienisch, rhythmisiert Bild und Text durch das Aufzählen aller Daten, an denen die Künstlerin im Jahr 2021 in der Kirche anwesend war.
Die Veranstaltungsreihe Ritorno a Roma (Rückkehr nach Rom), ist ein Kooperationsprojekt der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo und dem Goethe-Institut. Ritorno a Roma ist den Rompreisträger*innen und den Casa Baldi und Villa Serpentara Stipendiat*innen gewidmet, die nach einiger Zeit in die italienische Hauptstadt zurückkehren, um ihre Werke zu präsentieren. Ziel der Initiative ist es, der kreativen Inspiration und Vernetzung, die die beteiligten Künstler*innen während ihres Aufenthalts in Italien erlebt und gelebt haben, Raum und Kontinuität zu geben.
Biografien
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Heike Baranowsky
Bildende Künstlerin
*1966 in Augsburg, studierte Bildhauerei in München, Freie Kunst in Hamburg und Berlin und absolvierte 1999 einen MFA in Fotografie am RCA in London. Seit 2008 ist sie Professorin für Freie Kunst an der AdBK Nürnberg. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, unter anderem: Berlin Biennale, KW Institute for Contemporary Art Berlin, MoMA PS1, SFMOMA San Fransisco, Serpentine Galleries London, MoMA New York, Galerie Barbara Weiss Berlin, Deichtorhallen Hamburg, Hamburger Bahnhof Berlin, Kunsthalle Nürnberg, Lentos Museum Linz und Internationale Filmfestspiele Berlin Berlinale.
In ihrer Arbeit erschließt Heike Baranowsky den Zugang zu den entgrenzten Dimensionen von Zeit und Raum. Das Medium Video verwendet sie sowohl zur Aufnahme als auch zur Konstruktion von raumzeitlichen Realitäten. Die Haltung des stillen Beobachtens von Phänomenen schließt die Handlung des Bauens von Bildwirklichkeiten dabei nicht aus. -
Chiara Capodici
Sie arbeitet seit 2005 als Fotografin. Von 2006 bis 2008 war sie Assistentin der künstlerischen Leitung des Fotografia- festival internazionale di Roma und von 2009 bis 2016 gestaltete sie als Teil des Duos 3/3 Fotobücher und Ausstellungen, hauptsächlich über das Verlagswesen. Im Jahr 2017 eröffnete sie mit Leporello - photobooks et al. eine Buchhandlung, die sich der Veröffentlichung von Fotografien widmet und dabei die visuelle Kultur mit einem transversalen Ansatz betrachtet. Seit 2019 arbeitet sie mit La Babuch zusammen, einem Raum für Fotografie-Workshops und Künstlerresidenzen.
Links zum Thema
Ort
Via Savoia, 15
00198 Rom
Italien
In Zusammenarbeit mit Leporello