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19:00 Uhr
Kassandra, die notwendige Stimme
Szenische Lesung und Gespräch|Der Roman von Christa Wolf und unsere Zeit. Mit Anita Raja, Ilaria Gaspari und Sonia Bergamasco
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Garten des Goethe-Instituts, Rom
- Sprache Italienisch
- Preis Kostenloser Eintritt
Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 1983 hat sich Kassandra zu einem modernen Klassiker entwickelt und erzählt den Untergang Trojas aus der Perspektive der Seherin, die dazu verdammt ist, die Wahrheit auszusprechen in einer Welt, die nicht bereit ist, zuzuhören. Der Roman behandelt Themen wie Krieg, Patriarchat, Macht, individuelle Verantwortung und die zerstörerische Kraft der Worte. Kassandra präsentiert eine vielschichtige, verletzliche und radikale Hauptfigur, die sich mit Manipulation, Propaganda und gewaltsamen Konflikten auseinandersetzen muss und dabei die ethischen sowie geopolitischen Krisen unserer beunruhigenden Gegenwart reflektiert.
Selten erscheint der Blick von Christa Wolf so relevant und visionär wie heute, und ihre Stimme gewinnt an Dringlichkeit. Anita Raja, die italienische Übersetzerin von Christa Wolfs Werken und Trägerin der Goethe-Medaille 2026, wird von ihrer Begegnung mit der Autorin und der Übersetzung von Kassandra in der aktuellen Ausgabe berichten. Im Gespräch mit ihr steht die Philosophin, Schriftstellerin und Übersetzerin Ilaria Gaspari. Das Treffen wird durch eine Lesung aus dem Roman bereichert, die von der Schauspielerin und Autorin Sonia Bergamasco vorgetragen wird. Ein besonderer Abend, der ganz im Zeichen der Macht des Wortes starker Frauen steht.
In Zusammenarbeit mit edizioni e/o
Biografien
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Geboren 1953 in Neapel, lebt und arbeitet in Rom.
Von 2005 bis 2015 leitete sie die Europäische Bibliothek der Stadt Rom.
Sie hat aus dem Deutschen übersetzt und einen großen Teil des Werks von Christa Wolf kuratiert sowie unter anderem Der Prozess und Die Verwandlung von Franz Kafka, Dantons Tod von Georg Büchner, Texte von Jakob und Wilhelm Grimm, Ingeborg Bachmann, Irmtraud Morgner und Helga Königsdorf. Sie veröffentlichte Artikel und Essays zur italienischen und deutschen Literatur sowie zu Fragen der Übersetzung.
Im Jahr 2007 erhielt sie den Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis, verliehen vom deutschen Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut. Preisträgerin Goethe-Medaille 2026. -
Ilaria Gaspari hat Philosophie an der Scuola Normale in Pisa und an der Sorbonne in Paris studiert. Eine Auswahl ihrer Bücher, die in verschiedenen Ländern übersetzt wurden: Lezioni di felicità. Esercizi filosofici per il buon uso della vita (Einaudi 2019), Vita segreta delle emozioni (Einaudi 2021), A Berlino con Ingeborg Bachmann (Perrone 2022), La reputazione (Guanda 2024). Sie hat Podcasts zu Marcel Proust Chez Proust, (Emons 2022) und zu Ingeborg Bachmann Bachmann, (Emons 2023) geschaffen.
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Sie absolvierte ihr Klavierstudium am Konservatorium Giuseppe Verdi in Mailand. Am Theater arbeitet sie mit Antonio Latella, Thomas Ostermeier, Jan Fabre, Thodoros Terzopoulos, Carmelo Bene und Giorgio Strehler zusammen. Für ihre schauspielerische Arbeit wurde sie mit dem Premio Duse ausgezeichnet. Als Regisseurin und Darstellerin inszeniert sie Stücke, in denen sich ihre musikalische Erfahrung eng mit dem Theater verwebt. Unter anderem spielte sie 2022 die Martha in dem Stück Wer hat Angst vor Virginia Woolf? unter der Regie von Antonio Latella – eine Rolle, für die sie den Premio Ubu, den Premio Le Maschere del Teatro Italiano und den Premio Hystrio/Anct gewann.
Im Film- und Fernsehbereich arbeitete sie mit Liliana Cavani, Bernardo Bertolucci, Giuseppe Bertolucci, Marco Tullio Giordana, Riccardo Milani und Roberta Torre zusammen. Für Die besten Jahre von Marco Tullio Giordana erhielt sie den Nastro d’Argento.
Sie veröffentlichte den Gedichtband Il quaderno (La nave di Teseo Verlag) und das Buch Un corpo per tutti. Biografia del mestiere di attrice (Giulio Einaudi Verlag).
Ort
Via Savoia, 15
00198 Rom
Italien