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18:00 Uhr
Pipeline des Krieges – ein Abend mit Philipp Goll, Svitlana Matviyenko und Hito Steyerl
Vortrag und Buchpräsentation|Im Rahmen des Projekts „Aspekte der Anwesenheit“
-
Contemporary Art Centre (CAC) , Vilnius
- Sprache Englisch
- Preis Kostenfrei
- Teil der Reihe: Begleitprogramm zur Ausstellung „Glocken und Kanonen“
Wir laden ein zu einem Abend mit der Medientheoretikerin Svitlana Matviyenko, dem Kulturwissenschaftler Philipp Goll und der Künstlerin Hito Steyerl.
18:00 Uhr – Vortrag von Svitlana Matviyenko
19:00 Uhr – Buchpräsentation mit Philipp Goll, Svitlana Matviyenko und (online) Hito Steyerl
In ihrem Vortrag befasst sich Svitlana Matviyenko mit dem Wandel der Gasinfrastruktur von einem Instrument geopolitischen Drucks zu einem materiellen Medium der Kriegsführung. Ausgehend vom Konzept der russischen dualen Gasdiplomatie argumentiert Svitlana Matviyenko, dass Strategien, die einst dazu dienten, Druck auszuüben, Signale zu senden oder Vorteile zu erlangen, in den Bereich direkter militärischer Gewalt übergegangen sind. Anhand jüngster Beispiele aus dem Krieg in der Ukraine analysiert sie russische Infiltrationsoperationen, bei denen industrielle Pipelines und Entwässerungssysteme als verdeckte militärische Korridore genutzt wurden – sodass durch Energieinfrastrukturen buchstäblich nicht mehr Gas, sondern die Körper von Soldaten zirkulierten.
Auf den Vortrag folgt die Präsentation des Buches Leak. The Other Side of the Pipeline (Hg. Philipp Goll, adocs, Hamburg 2026). Der Herausgeber Philipp Goll sowie die Autorinnen Hito Steyerl und Svitlana Matviyenko laden dazu ein, eine häufig übersehene Infrastruktur näher zu betrachten – die von Sibirien bis nach Westeuropa verlaufenden Pipelines. Die Publikation basiert auf dem Forschungsprojekt „Leak. The End of the Pipeline“ von Philipp Goll, Oleksiy Radynski und Hito Steyerl. Gemeinsam mit Künstler*innen, Forscher*innen und Aktivist*innen untersucht das Projekt die kolonialen und ökologischen Implikationen der anhaltenden russischen Aggression gegen die Ukraine sowie die Geschichte der inter-imperialen Gasabkommen zwischen (West-)Deutschland und der (sowjetischen) Russland seit den 1970er Jahren.
Philipp Goll und Svitlana Matviyenko sind vor Ort, Hito Steyerl wird online zugeschaltet sein.
Philipp Goll studierte Medienwissenschaft, Slawistik und Europäische Ethnologie in Siegen, Wrocław, Berlin und Frankfurt (Oder). Er ist promovierter Kulturwissenschaftler, freier Autor und Kulturforscher. Seine Arbeit ist geprägt von künstlerischen Methoden der Wissensproduktion in Literatur, Film und Tanz. Seit Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine beschäftigt er sich intensiv mit der Geschichte des deutsch-russischen Gashandels, dem Konzept der Petro-Aggression sowie mit Aktivismus gegen Rohstoffausbeutung durch öffentliche Veranstaltungen, Vorträge, Publikationen und Übersetzungen.
Svitlana Matviyenko ist Associate Professor für Critical Media Analysis an der School of Communication der Simon Fraser University. Ihre Forschung und Lehre, geprägt von Science and Technology Studies sowie Wissenschaftsgeschichte, konzentrieren sich auf Information und Cyberkrieg, Medien und Umwelt, kritische Infrastrukturen sowie postkoloniale Theorie. In ihrer aktuellen Arbeit untersucht sie Praktiken nuklearen Terrors, die Militarisierung von Verschmutzung und technogene Katastrophen im Kontext von Russlands Krieg gegen die Ukraine. Sie ist Mitherausgeberin von The Imaginary App (MIT Press, 2014) und Lacan and the Posthuman (Palgrave Macmillan, 2018) sowie Mitautorin von Cyberwar and Revolution: Digital Subterfuge in Global Capitalism (University of Minnesota Press, 2019).
Hito Steyerl, geboren 1966 in München, ist Filmemacherin und Autorin und lebt in Berlin. In ihrer umfangreichen künstlerischen Praxis an der Schnittstelle von Kunst, Philosophie und Politik setzt sie sich mit globalem Kapitalismus und kulturellen Imaginationen auseinander. Sie hatte Einzelausstellungen u. a. im Singapore Art Museum (2024), Portland Art Museum (2023), Kunsthaus Graz (2022), MMCA Seoul (2022), Stedelijk Museum Amsterdam (2022), Centre Pompidou Paris (2021), Park Avenue Armory New York (2019), Kunstmuseum Basel (2018), ICA Boston (2017) und MOCA Los Angeles (2016). Ihre Texte erschienen unter anderem in den Sammelbänden The Wretched of the Screen (2012) und Duty Free Art (2017).
18:00 Uhr – Vortrag von Svitlana Matviyenko
19:00 Uhr – Buchpräsentation mit Philipp Goll, Svitlana Matviyenko und (online) Hito Steyerl
In ihrem Vortrag befasst sich Svitlana Matviyenko mit dem Wandel der Gasinfrastruktur von einem Instrument geopolitischen Drucks zu einem materiellen Medium der Kriegsführung. Ausgehend vom Konzept der russischen dualen Gasdiplomatie argumentiert Svitlana Matviyenko, dass Strategien, die einst dazu dienten, Druck auszuüben, Signale zu senden oder Vorteile zu erlangen, in den Bereich direkter militärischer Gewalt übergegangen sind. Anhand jüngster Beispiele aus dem Krieg in der Ukraine analysiert sie russische Infiltrationsoperationen, bei denen industrielle Pipelines und Entwässerungssysteme als verdeckte militärische Korridore genutzt wurden – sodass durch Energieinfrastrukturen buchstäblich nicht mehr Gas, sondern die Körper von Soldaten zirkulierten.
Auf den Vortrag folgt die Präsentation des Buches Leak. The Other Side of the Pipeline (Hg. Philipp Goll, adocs, Hamburg 2026). Der Herausgeber Philipp Goll sowie die Autorinnen Hito Steyerl und Svitlana Matviyenko laden dazu ein, eine häufig übersehene Infrastruktur näher zu betrachten – die von Sibirien bis nach Westeuropa verlaufenden Pipelines. Die Publikation basiert auf dem Forschungsprojekt „Leak. The End of the Pipeline“ von Philipp Goll, Oleksiy Radynski und Hito Steyerl. Gemeinsam mit Künstler*innen, Forscher*innen und Aktivist*innen untersucht das Projekt die kolonialen und ökologischen Implikationen der anhaltenden russischen Aggression gegen die Ukraine sowie die Geschichte der inter-imperialen Gasabkommen zwischen (West-)Deutschland und der (sowjetischen) Russland seit den 1970er Jahren.
Philipp Goll und Svitlana Matviyenko sind vor Ort, Hito Steyerl wird online zugeschaltet sein.
Philipp Goll studierte Medienwissenschaft, Slawistik und Europäische Ethnologie in Siegen, Wrocław, Berlin und Frankfurt (Oder). Er ist promovierter Kulturwissenschaftler, freier Autor und Kulturforscher. Seine Arbeit ist geprägt von künstlerischen Methoden der Wissensproduktion in Literatur, Film und Tanz. Seit Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine beschäftigt er sich intensiv mit der Geschichte des deutsch-russischen Gashandels, dem Konzept der Petro-Aggression sowie mit Aktivismus gegen Rohstoffausbeutung durch öffentliche Veranstaltungen, Vorträge, Publikationen und Übersetzungen.
Svitlana Matviyenko ist Associate Professor für Critical Media Analysis an der School of Communication der Simon Fraser University. Ihre Forschung und Lehre, geprägt von Science and Technology Studies sowie Wissenschaftsgeschichte, konzentrieren sich auf Information und Cyberkrieg, Medien und Umwelt, kritische Infrastrukturen sowie postkoloniale Theorie. In ihrer aktuellen Arbeit untersucht sie Praktiken nuklearen Terrors, die Militarisierung von Verschmutzung und technogene Katastrophen im Kontext von Russlands Krieg gegen die Ukraine. Sie ist Mitherausgeberin von The Imaginary App (MIT Press, 2014) und Lacan and the Posthuman (Palgrave Macmillan, 2018) sowie Mitautorin von Cyberwar and Revolution: Digital Subterfuge in Global Capitalism (University of Minnesota Press, 2019).
Hito Steyerl, geboren 1966 in München, ist Filmemacherin und Autorin und lebt in Berlin. In ihrer umfangreichen künstlerischen Praxis an der Schnittstelle von Kunst, Philosophie und Politik setzt sie sich mit globalem Kapitalismus und kulturellen Imaginationen auseinander. Sie hatte Einzelausstellungen u. a. im Singapore Art Museum (2024), Portland Art Museum (2023), Kunsthaus Graz (2022), MMCA Seoul (2022), Stedelijk Museum Amsterdam (2022), Centre Pompidou Paris (2021), Park Avenue Armory New York (2019), Kunstmuseum Basel (2018), ICA Boston (2017) und MOCA Los Angeles (2016). Ihre Texte erschienen unter anderem in den Sammelbänden The Wretched of the Screen (2012) und Duty Free Art (2017).
Ort
Contemporary Art Centre (CAC)
Vokiečių g. 2
Vilnius
Litauen
Vokiečių g. 2
Vilnius
Litauen
Ort
Contemporary Art Centre (CAC)
Vokiečių g. 2
Vilnius
Litauen
Vokiečių g. 2
Vilnius
Litauen
„Aspekte der Anwesenheit“ ist ein Projekt des Goethe-Instituts in Litauen, des Contemporary Art Centre (CAC), Vilnius, und der Akademie der Künste, Berlin.