Kulturzeitschrift „Literatūra ir menas“
mit Deutschland-Fokus
Die Kulturzeitschrift „Literatūra ir menas“ und das Goethe‑Institut Vilnius realisieren gemeinsam eine Sonderausgabe mit Deutschland-Fokus, die am 11. September 2026 erschienen ist. Die Edition entstand in Kooperation mit dem Feuilleton der renommierten „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) und umfasst eine Auswahl an Artikeln der FAZ in litauischer Übersetzung.
In dieser Sonderausgabe dreht sich alles um das aktuelle Kulturleben einmal quer durch die Republik. Dabei sind horizonterweiternde Texte sowohl über Künstler*innen, die in der Weltkultur ihre Spuren hinterlassen haben – wie der Nobelpreisträger Thomas Mann oder die Choreografin Pina Bausch–, als auch über Autor*innen, die in Litauen noch unbekannt sind, aber viel zu erzählen haben. Ein Interview mit Lukas Rietzschel, dessen Roman „Sanditz“ aktuell Erfolge feiert, beleuchtet die Beziehung zwischen Ost- und Westdeutschland, während die Science-Fiction-Autor*in Aiki Mira einen Blick in die ferne Zukunft wirft. Die Zeitschrift enthält zahlreiche aktuelle Themen, zum Beispiel, wie man mit einem Erbe umgehen soll, das an eine schmerzvolle Geschichte erinnert; oder warum sich die Anrede „du“ so stark verbreitet hat, während „Sie“ inzwischen viel seltener verwendet wird.
Die Launch-Veranstaltung der Deutschland-Ausgabe fand am Abend des 10. September 2026 statt.
Gefeiert wurde in der Vokiečių g. 2, der Vilniuser „Deutschen Straße“, im Zentrum für zeitgenössische Kunst (ŠMC / Contemporary Art Centre CAC). Zu Gast waren Sandra Kegel, Leiterin des FAZ‑Feuilletons, sowie Reinhard Veser, Redakteur der politischen Abteilung der FAZ.
Die Ausstellung zeitgenössischer deutschsprachiger Lyrik "Hier bin ich" und der musikalische Rahmen von Katya Kóv (Berlin) begleiteten den Abend. Bei Getränken und Snacks bot sich Gelegenheit zum Austausch und zum Schmökern in der druckfrischen Ausgabe.
Außerdem zog eine Podiumsdiskussion mit Sandra Kegel und Reinhard Veser am Vormittag des 10. September 2026 interessiertes Publikum in die Kulturbar „Estradà“ an. Im Gespräch „Wann schafft es Kultur auf die Titelseite?“ ging es um das Verhältnis von Politik und Kultur in Staat und Medien sowie um Unterschiede und Gemeinsamkeiten der öffentlichen Debatten in Deutschland und Litauen.
„Literatūra ir menas“ erscheint alle zwei Wochen und ist das älteste Kulturmagazin Litauens. In den vergangenen zwei Jahren hat die Redaktion ihren Schwerpunkt verstärkt auf europäische Kultur gelegt und mehrere besondere Länder‑Ausgaben entwickelt, jeweils in Kooperation mit führenden Kultur‑ und Medienmarken. Im Mittelpunkt standen bereits Frankreich (Le Monde), Italien (La Repubblica), Finnland, Polen und Katalonien.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung gehört seit 1949 zu den bedeutendsten Tageszeitungen Deutschlands und genießt weltweit hohes Ansehen. Ihr Feuilleton ist seit Jahrzehnten ein prägender Ort für Literatur- und Kunstkritik, kulturelle und gesellschaftliche Debatten und sorgfältig recherchierte Essays.
Sandra Kegel leitet das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zuvor war sie dort viele Jahre Redakteurin für Literatur und Literarisches Leben. Sie gehört zum festen Kritikerquartett der 3sat-Literatursendung „Buchzeit“ und ist Mitglied mehrerer Literaturjurys sowie der SWR-Bestenliste. Sie studierte Germanistik, Romanistik sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Aix-en-Provence, Wien und Frankfurt. Für ihre publizistische Arbeit wurde sie mit dem Ravensburger Medienpreis ausgezeichnet. 2025 war sie Fellow am Thomas Mann House in Los Angeles; 2026 nahm sie auf Einladung des Goethe-Instituts am Thomas-Mann-Festival in Nida teil.
Reinhard Veser (geb. 1968 in Stuttgart) studierte von 1990 bis 1997 Osteuropäische Geschichte, Slawistik und Politikwissenschaft an den Universitäten Heidelberg, Vilnius und Mainz. Seit seinem Studienjahr in Litauen 1993/94 ist er Litauen eng verbunden. Seit 2000 ist er Redakteur in der politischen Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zu seinen Schwerpunktthemen zählen die Politik Mittel- und Osteuropas, die baltischen Staaten, Russland, Belarus, die Ukraine sowie europäische und internationale Politik.
Das Goethe-Institut ist das Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland und mit 154 Standorten in 100 Ländern präsent. Im Jahr 2026 feiert es sein 75-jähriges Jubiläum. In Litauen fördert das Institut seit 1998 das Erlernen der deutschen Sprache, schafft nachhaltige internationale Partnerschaften zwischen Kunstschaffenden sowie Institutionen und vermittelt die deutsche Kultur durch vielfältige Projekte – darunter die digitale Bibliothek „Onleihe“, eine Filmplattform samt Archiv, Übersetzungsförderung und weitere Initiativen.
Die Reisen der Gäste aus Deutschland wurden vom Lithuanian Culture Institute unterstützt.
Auf der Titelseite der Kulturzeitschrift „Literatūra ir menas“ in der Ausgabe vom 11.09.2026:
Schloss Bellevue mit einer Dachinstallation von Christian Awe
Ausstellungsansicht „FREIRAUM KUNST. Akademie der Künste goes Bellevue“, Schloss Bellevue, 13.–28. Juni 2026
Foto: © dotgain
Unter dem Titel „FREIRAUM KUNST. Akademie der Künste goes Bellevue“ realisierte die Akademie der Künste vom 13. bis 28. Juni 2026 eine Pop-Up-Galerie in Schloss Bellevue und überführte den Amtssitz des Bundespräsidenten, dem Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland, in einen temporären Ort der Künste. Arbeiten von Akademie-Mitgliedern und weiteren Künstlern wurden in ein spannungsvolles Verhältnis zu dem Ort gesetzt, der für liberale, demokratische Repräsentation und politische Symbolik steht. Mehr als 30.000 Besucher*innen kamen zur Ausstellung und dem begleitenden „Büro der öffentlichen Sache“, einem diskursiv-performativen Format, das zu einem offenen und analogen Austausch über die Bedingungen demokratischer Öffentlichkeit und des gesellschaftlichen Miteinanders einlud.
adk.de/bellevue