The Song of the Germans

Ausstellung|Klanginstallation des in Berlin lebenden nigerianischen Künstlers Emeka Ogboh

  • Mildred Lane Kemper Art Museum, St. Louis, MO

The Song of the Germans, artist Emeka Ogboh, 2015, Ten channel sound installation © Emeka Ogboh

The Song of the Germans ist eine Klanginstallation des in Berlin lebenden nigerianischen Künstlers Emeka Ogboh. Sie wurde erstmals auf der Biennale in Venedig 2015 präsentiert und besteht aus einer Aufnahme von zehn afrikanischen Einwanderern, die die deutsche Nationalhymne in ihren Muttersprachen (Bamum, Duala, Ewondo, Igbo, Kongo, Lingala, Moore, Sango, Twi und Yoruba) singen. Die Klangkomposition wird kontinuierlich abgespielt, wobei jedes Mal eine neue Anordnung entsteht: Ein Sänger beginnt das Stück, dann kommen nach und nach weitere Sänger hinzu, bis sich ein voller Chor bildet.

Mit dieser und anderen Audioinstallationen untersucht Ogboh, wie Klang unsere emotionalen Erfahrungen beeinflusst und unser Verständnis der Welt, einschließlich nationaler Vorstellungswelten, prägt und neu definiert. Im Fall von Song of the Germans – das entstand, als die Einwanderung nach Deutschland 2015 ihren Höhepunkt erreichte – werden Themen wie die Bedeutung nationaler Identität, Multikulturalismus und (Post-)Kolonialismus zur Neubetrachtung herangezogen.

Die Installation von „The Song of the Germans“ im Kemper Art Museum wird in Verbindung mit dem Symposium „Archiving the Sounds of German Culture: A Century of Collection, Curation, and Creative Practice“ gezeigt, das von Associate Professor Caroline Kita und Assistant Professor Sarah Koellner vom Fachbereich Vergleichende Literaturwissenschaft und Kunstwissenschaft organisiert wird. Eine Sonderpräsentation von Ogboh findet am 26. März 2026 in der Lobby des Museums statt.

Über den Künstler

Emeka Ogboh (Nigerianer, geb. 1977) beschäftigt sich mit Orten durch eine multisensorische Praxis, die sich über Hören, Sehen, Schmecken, Riechen und Tasten erstreckt. Seine Kunstinstallationen und kulinarischen Kreationen beinhalten verschiedene affektive sensorische Elemente, um zu erforschen, wie private, öffentliche und kollektive Erinnerungen und Geschichten übersetzt, transformiert und in unterschiedliche Wahrnehmungserfahrungen kodiert werden. Ogbohs Werke untersuchen, wie Sinneswahrnehmungen unsere Verbindungen zur Welt erfassen, unser Verständnis der Realität prägen und einen Hintergrund für die Auseinandersetzung mit kritischen Themen wie Migration, Globalisierung und Postkolonialismus bieten.
Ogbohs Arbeiten wurden in bedeutenden internationalen Institutionen und Ausstellungen präsentiert, darunter die Biennale von São Paulo (2025), die Documenta 14 in Athen und Kassel (2017), Skulptur Projekte Münster (2017), die 56. Biennale von Venedig (2015) und die Biennale von Dakar (2014).