3. Internationales Festival für Neue Dramatik Dramatik in Bewegung: Tanz auf Distanz

Dramaturgia en movimiento Foto: Nacho Iasparra

06.06 und 13.06.2018

Centro Cultural Recoleta

Junín 1930
Buenos Aires

Der Bereich Tanz des 3. Internationalen Festivals für Neue Dramatik hat unter dem Motto Bewegende Zustände eine deutsche Choreographin und einen französischen Choreographen eingeladen eine Choreographie zu konzipieren, die dann über eine große Entfernung von einer argentinischen Choreographin und einem argentinischen Choreographen in einer gemeinsamen Aufführung in Buenos Aires interpretiert werden sollen.

Wie können Bewegungen, die von einer Choreographin und einem Choreograph auf einem anderen Kontinent konzipiert und entwickelt wurden, Distanzen überwinden und in einem 11.000 km entfernten Körper Gestalt annehmen? Können körperlose Bewegungen unsere Ländergrenzen frei überqueren, emigrieren und immigrieren? 

Das Programm ist eine deutsch-argentinisch-französische Kooperation.
Kurator: Matías Umpierrez
 
Es stellen sich vor:
 
AURA (o TOPÍA)
Eine Zusammenarbeit von Paula Rosolen (Deutschland) und Leticia Mazur (Argentinien)
 
In dieser Kooperation fragt Paula Rosolen durch TOPIA von ihrem Schreibtisch in Deutschland aus Leticia Mazur was wohl der Tanz ohne Migration wäre. Können wir die Bewegungen nachverfolgen, welche sich Generation für Generation durch Migration in den Tanz integriert haben? In AURA inszeniert Leticia Mazur am anderen Ende der Welt den absurden Versuch das Unsichtbare zu zeigen, das Unsagbare zu nennen und das Nichts zu tanzen. So setzt sie sich mit der Prämisse auseinander, dass jemand anderes sein letztendlich genauso schwer sein kann wie sich selbst zu sein.
 
ÜBER DIE KÜNSTLERINNEN
 
Paula Rosolen studierte Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main und absolvierte anschließend ein Masterstudium in Choreographie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Mit Aerobics! – Ein Ballett in 3 Akten gewann sie den ersten Preis in Danse Élargie (Paris) und wurde zur Tanzplattform 2016 eingeladen. Ihr anschließendes Werk wurde im Mousonturm in Frankfurt a. M. uraufgeführt, wo Paula Rosolen immer noch regelmäßig tätig ist. Ihre Arbeiten wurden bereits in deSingel Antwerpen, auf dem Theaterfestival Basel, beim Théâtre de la Ville de Paris, im Musée de la danse Rennes, im Mousonturm Frankfurt und an weiteren Orten aufgeführt. Sie wird vom K3-Zentrum für Choreographie Hamburg, dem Workspace Brussels, der Villa Kamogawa/Goethe-Institut Kyoto und von DanceWEB gefördert.
 
Leticia Mazur ist Tänzerin, Schauspielerin, Choreographin und Dozentin. Sie begann ihre Karriere bereits im Alter von fünf Jahren mit Geräteturnen, studierte in P.A.R.T.S, Belgien und arbeitet als Kunstschaffende und Darstellerin mit Diana Szeinblum, Carlos Casella und Luis Garay zusammen. Unter anderem sind die Werke Ilusión, La Lengua, La probabilidad de que fieras blancas irrumpan del suelo, Los huesos y Jugadora muda en bata Bestandteil ihres Schaffens. Auch ist sie Darstellerin in de De la Guarda y El Descueve, tritt als Tänzerin gemeinsam mit dem Orchester Hypnofón auf und spielte in Theatern und Filmen unter der Regie von Edgardo Cozarinsky, Mariana Obersztern, Javier Daulte, Matías Feldman, Mariano Llinás und Anderen. Mit ihren Werken hat sie bereits an zahlreichen internationalen Festivals teilgenommen. Seit mehr als zwanzig Jahren forscht sie über dies hinaus zum Thema Tanz und Improvisation.
 
Yo.         Soy.                       Ella. (o JOYJOIEFELIZ)

 
Eine Zusammenarbeit von David Wampach (Frankreich) und Luis Biasotto (Argentinien)
 
Von irgendeinem Ort in Frankreich aus sandte David Wampach Luis Biasotto einen Bildroman. Er zeigt drei Teile, drei Zyklen, drei Laufzeiten, drei Spiralbewegungen. Diese geben einer Wandlung Raum, durchqueren Schichten, wechseln die Formen und Positionen und strahlen dabei eine geheimnisvolle Heiterkeit aus, die kontrastiert und auf die Flüchtigkeit des Moments setzt.
In Buenos Aires antwortet Luis Biasotto zusammen mit Luciana Acuña auf das Werk mit einem Stück, das keine bereits existierende Begebenheit wiedergibt. Yo.         Soy.                      Ella. zeigt ein ES, zum einen Subjekt und zum anderen Objekt, unmöglich zu fassen, unabhängig von Ort und Zeit. Es kommt um zu gehen und geht um zu kommen, um zu gehen, um nicht zu bleiben. Letztlich war es nie hier, aber ist immer noch da.
 
ÜBER DIE KÜNSTLER
 
David Wampach studierte Medizin an der Universität von Monpellier, bevor er sich der Kunst widmete. Häufige Besuche von Inszenierungen führten ihn zu einem tiefen Interesse zuerst am Theater, später am Tanz. Wampach sammelte erste Erfahrungen bei Coline à Istres, bei der Vorstellung von Ex.e.r.ce im Centre Choréographique National de Montpellier unter der Leitung von Mathilde Monnier und später an der Brüsseler Hochschule P.A.R.T.S bei Anne Teresa de Keersmaeke. Gleichzeitig dazu machte er eine Ausbildung zum Choreographen bei Lawrende Louppe. Seit 2001 entwickelt er einen unter dem Namen Asociación Achles eine küstlerische Bewegung, die stark von Elementen des Theaters und der Bildenden Kunst beeinflusst ist.
Auf diese Weise kreiert David Wampach mit mathematischer Strenge und burlesker Übertreibung widersprüchliche Kosmen, die immer wieder vor konkrete Probleme und Herausforderungen gestellt werden und trotz der vermeintlichen Ordnung einer fast anarchischen Explosion von Leidenschaft und Gefühlen ausgesetzt sind.
 
Luis Biasotto 
arbeitet seit 1998 zusammen mit Luciana Acuña als Künstlerduo und ist gleichzeitig Gründer und Co-Leiter der Kompanie Krapp. Seine Werke wurden auf zahllosen Festivals und in Theatern in Argentinien, Chile, Uruguay, Brasilien, Kolumbien, Panama. Mexiko, Großbritannien, USA, Spanien, Portugal, Frankreich, Belgien, Holland, Deutschland und der Schweiz aufgeführt.
Für sein Werk wurde er bereits mit dem Titel der besten Vorstellung auf dem internationalen Tanz- und Theaterfestival von Huesca (Mendiolaza), dem Trinidad Guevara-Preis in der Kategorie Beste Choreographie (Coquetos Carnavales von Luis Cano) und dem Züricher Kantonalbank Förderpreis (Africa) ausgezeichnet. Zuletzt arbeitete er an Koproduktion mit dem Cultural San Martín in Argentinien und dem Parque Cultural La Villette-Paris in Frankreich.
 
VORSTELLUNGEN:
Mittwoch 6. und 13. Juni um 21 Uhr
Eintritt (Sonderpreis während des Festivals): 120 AR$
 
Eintrittskarten können Sie hier erwerben: www.festivaldramaturgia.com.ar
Über das Festival hinaus finden weitere Vorstellungen immer mittwochs, vom 20. Juni bis zum 11. Juli, um 21 Uhr statt.
 
Centro Cultural Recoleta
Junín 1930, CABA

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