1999 | 126 min
Aimée und Jaguar

Von Wieland Speck

Aimée und Jaguar

Regie: Max Färberböck | Deutschland 1999 | 126 Minuten | Farbe
Sprachen: Deutsch mit englischen Untertiteln
US-Verleih: Zeitgeist Films
Bezugsquelle: Goethe-Institut

Das Bewusstsein darüber, was die Naziherrschaft bedeuten würde, war bei nicht wenigen deutschen Intellektuellen und Künstler*innen bereits Ende der 1920er-Jahre ausgeprägt. Besonders aber bei den beiden ältesten Kindern von Thomas Mann: Der Film „Escape to Life – Die Erika und Klaus Mann Story“ von Andrea Weiss und Wieland Speck arbeitet ausschließlich mit den Texten seiner homosexuellen Protagonist*innen sowie einigen Zeitzeugen. Noch im Monat der Machtübernahme verließen Erika und Klaus Mann Deutschland, um vom Ausland aus weiter gegen die Nazis zu schreiben und zu spielen. Das politische Kabarett Die Pfeffermühle – noch aktiv im Nachbarkeller der Münchner Nazizentrale, während in Berlin bereits der Reichstag brannte – gibt Zeugnis davon und davon, was es heißt, im Exil leben zu müssen. (Dokumentar-Spielfilm-Hybrid)
 
Anders in AIMÉE UND JAGUAR von Max Färberböck: Hier bleiben die Protagonistinnen die Nazizeit hindurch in Berlin. Und auch wenn die Gattin eines Nazis lange nicht begreift, dass ihre Liebhaberin, die ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt, jüdisch ist, so ist sie doch fest entschlossen, für ihr gemeinsames Glück alles zu tun zu einer Zeit, in der höchste Gefahr längst zum Alltag gehörte. Der fulminant-eindringliche Spielfilm aus dem Berlinale-Wettbewerb vereinigt eine Starbesetzung mit Maria Schrader, Juliane Köhler, Heike Makatsch und Inge Keller.
 

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