„Schmidtville“
Deutsche Spuren in Halifax
Das historische Stadtviertel „Schmidtville“
Christian Wilhelm Schmidt aus dem deutschen Rottenburg war ein 22-jähriger Kapitän in König Georgs III „Royal Foreign Artillery“ und kam aufgrund des amerikanischen Revolutionskrieges nach Kanada. Er ließ sich in Halifax nieder und heiratete Elizabeth Pedley, die Tochter des britischen Händlers und Grundstückseigentümers James Pedley. Als dieser 1807 verstarb, hinterließ er seiner Tochter Elizabeth ein großes Stück Weideland namens „Pedley’s Field“ außerhalb der Stadtpalisaden von Halifax.
Während des 20. Jahrhunderts war „Schmidtville“ Heimat vieler Einwanderer deutscher, irischer, englischer, italienischer und schottischer Herkunft. Etliche Grundstücke wurden in kommerzielle Verkaufsflächen umgewandelt und dienten als Supermärkte, Wäschereien, Schneidereien und Tabakläden. Als Folge einer großen Explosion in der Stadt im Jahre 1917 wurde den zweigeschossigen Häusern eine weitere Etage aufgesetzt, um dem Wohnungsmangel in Halifax gerecht zu werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und aufgrund einer Verschiebung der Bevölkerung in Vororte verschlechterte sich die Wohnsituation des Viertels. Die Hälfte der Häuser wurde abgerissen und während der Stadterneuerung in den 60er-Jahren in Parkplätze umgewandelt. Trotzdem wurde ein Großteil des ursprünglichen „Schmidtville“ durch ein von der Regierung finanziertes Programm gerettet, was einen Zuzug von neuen Eigentümern zur Folge hatte, die den Wert des Viertels erkannten und liebevolle Renovierungen vornahmen.
Heute ist „Schmidtville“ wieder eine lebendige Nachbarschaft im Herzen von Halifax und stellt eine unmittelbare Verbindung zur frühen Siedlungsgeschichte her.
Historic Schmidtville Signage
1445-1463 Queen St
Halifax, NS B3J 2H7