Church Street, Toronto, Ontario, Kanada
„Church Street Murals“ von William Craddock

Church Street Murals © William Craddock, Foto: Michelle Kay

Love is a human right
Im Rahmen der World Pride kamen zwischen 2013 und 2014 in Toronto 13 Künstler*innen zusammen, um die Wände im Church-Wellesley Village neu zu gestalten. Church‑Wellesley Village ist das Zentrum der LGBTIQ*‑Gemeinschaft in Toronto und sollte als solches durch die neuen Wandbilder hervorgehoben werden. Im Fokus des sogenannten „Church Street Murals“-Projektes stand, die Einwohner*innen zur gemeinsamen Neugestaltung ihres Quartiers zusammenzubringen sowie die Erinnerung an die Geschichte der LGBTIQ*-Bewegung und die Darstellung der zugehörigen Kultur aufleben zu lassen. Im Laufe des Projektes entstanden elf großflächige Wandbilder, die eine gemeinsame Open‑Air‑Kunstgalerie bilden und von Tausenden Besucher*innen im Rahmen der World Pride bestaunt wurden. Darüber hinaus wurden rund um das Kunstprojekt weitere kulturelle Veranstaltungen angeboten. Nach dem offiziellen Projekt wurde die Ortschaft durch weitere Wandgemälde ergänzt, es wurde also auch nach 2014 kontinuierlich weitergeführt.

I support positive space
Einer der 13 Künstler*innen ist William Craddock. In einem Interview erklärt er, dass seine Werke oft auf Fotos oder Videos basieren und Identitäten, Momente und Orte darstellen, wie er selbst sie sieht, dass sie Elemente von Politik, Aktivismus, Spiritualität und homosexueller Identität enthalten und darüber hinaus traditionelle Ideen und Bilder aus einer neuen Perspektive erkunden.

Out of the closet and into the street
Sein Wandgemälde für das Projekt Church Street Murals besteht aus den Motiven verschiedener Buttons, die im Laufe von Jahrzehnten im Zusammenhang mit der LGBTIQ*-Gemeinschaft entstanden sind. Sie stammen von verschiedenen Veranstaltungen, Festivals, Organisationen und Initiativen. Bevor sie zu einem Wandgemälde im Rahmen des „Church Street Murals“-Projekts wurden, waren die Buttons Teil seines „Pin Button“-Projektes, einer Onlineausstellung. Doch er malte die Buttons nicht allein an die Wand. Seine Idee war es, die Gemeinschaft zusammenzubringen und die Menschen an seinem Werk teilhaben zu lassen.
Silence = Death
So konnten sich verschiedene Leute beteiligen und einen Button aussuchen, den sie gern selbst in das Wandbild malen wollten. Trotzdem war die Gestaltung und Anordnung der Buttons stark von William durchdacht; er saß lange Zeit daran, die Buttons unterschiedlich zu drapieren, bis er zum Endresultat kam. Sein Ziel war es, die heutige Bedeutung der LGBTIQ*-Gemeinschaft zu verdeutlichen und aufzuzeigen, was für eine wichtige Rolle sie schon seit Jahrzehnten spielt. William geht es vor allem um die Wissensvermittlung. Gleichzeitig sollten – durch die gemeinsame Gestaltung der Wand – Engagement, Inklusion und Einsatz gefördert werden.
 

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