Die Residenz für Neue Musik in Montreal unterstützt den deutsch-kanadischen Austausch. In Zusammenarbeit mit dem Conseil des arts et des lettres du Québec und Le Vivier – Carrefour des musiques nouvelles haben Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Kanada jeweils die Möglichkeit, die lokale Szene des Gastlandes kennenzulernen und aktiv in ihr zu arbeiten. Im Gegenzug wird eine kanadische Komponistin oder ein kanadischer Komponist ins HELLERAU — Europäisches Zentrum Der Künste Dresden eingeladen.
Hanna Hartman ist eine 1961 in Uppsala geborene schwedische Komponistin, Klangkünstlerin und Performerin mit Sitz in Berlin. Sie schafft Werke für Radio, elektroakustische Musik, Ensembles und Klanginstallationen und tritt international live auf. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen authentische, selbst aufgenommene Klänge, die sie aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang löst und zu neuen Klangwelten verbindet. Zu ihren Auszeichnungen gehören der Karl-Sczuka-Preis, der Phonurgia Nova Prize und ein Stipendium der Villa Aurora. 2015 war sie deutsche Residenzkünstlerin der Musikresidenz in Montreal.
Anna Korsun ist eine 1986 in Donezk geborene ukrainische Komponistin, Klangkünstlerin und Performerin, die in Deutschland lebt. Sie studierte Komposition in Kyjiw und München bei Moritz Eggert. Korsun arbeitet mit Besetzungen vom Soloinstrument bis zum Orchester und verbindet akustische Instrumente, Stimme, Elektronik und klingende Objekte. Darüber hinaus kooperiert sie mit Kunstschaffenden aus Tanz, Theater, bildender Kunst und Literatur. 2016 war sie Residenzkünstlerin der Musikresidenz in Montreal.
Snežana Nešić ist Komponistin, Akkordeonistin und Dirigentin und studierte in Kyjiw, Hannover und an der Université de Montréal. Sie ist Professorin für Komposition und Leiterin der Kompositionsabteilung am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main. Ihre Werke wurden unter anderem vom Gewandhaus zu Leipzig, der Philharmonie Luxemburg, dem Ensemble Contemporain de Montréal und der Staatsoper Hannover in Auftrag gegeben. In ihrem Schaffen beschäftigt sie sich häufig mit Oper und Musiktheater und verfasst dafür auch eigene Texte. 2017 war sie Residenzkünstlerin der Musikresidenz in Montreal.
Christopher A. Williams ist ein 1981 in San Diego geborener Komponist, Kontrabassist und Forscher im Bereich experimenteller Musik. Seine Arbeit reicht von Kammermusik, Improvisation und Radiokunst bis zu Kooperationen mit Tanz-, Klang- und bildenden Künstler*innen. Er studierte an der University of California San Diego und promovierte an der Universität Leiden über Notation für Improvisierende. Neben seiner künstlerischen Praxis veröffentlicht er wissenschaftliche und praxisbasierte Forschungsarbeiten und kuratiert Konzertformate. 2018 war er Residenzkünstler der Musikresidenz in Montreal.
Yukiko Watanabe ist eine in Nagano geborene japanische Komponistin, Kuratorin und Forscherin. Sie studierte Komposition, Klavier und Kammermusik an der Toho Gakuen School of Music sowie Komposition bei Beat Furrer in Graz und Johannes Schöllhorn in Köln. Ihre Arbeit richtet die Aufmerksamkeit auf achtsames Hören und untersucht das Verhältnis von Klang, Alltag, Gesellschaft und Umwelt. Watanabe wurde unter anderem mit dem Ö1 Talentebörse-Kompositionspreis und dem 26. Akutagawa-Kompositionspreis ausgezeichnet. 2019 war sie Residenzkünstlerin der Musikresidenz in Montreal.
Matthias Krüger ist ein 1987 in Ulm geborener Komponist, der in Brüssel und Trier aufwuchs. Er studierte Komposition und Romanistik in Köln sowie als Gaststipendiat an der Sorbonne in Paris und an der Columbia University in New York. In seinen Werken verbindet er zeitgenössische Musik mit Bezügen zu Popkultur, Philosophie, Tanz und Video. Seine Musik wird international von renommierten Ensembles aufgeführt. Er setzte seine erfolgreiche Residenz des Jahres 2023 im Jahre 2024 fort, da eine Umstellung in dem Bewerbungsprozess keine neue Ausschreibung für 2024 erlaubte.
Carl Ludwig Hübsch ist ein in Freiburg im Breisgau geborener Komponist, Tubist und Improvisationsmusiker. Sein musikalischer Weg führte von der Klarinette über Schlagzeug und elektronische Musik zur Tuba, die er mit erweiterten Spieltechniken neu auslotet. Improvisierte und Neue Musik stehen im Zentrum seiner Arbeit. Daneben leitet er eigene Ensembles, komponiert für unterschiedliche Besetzungen und gibt Workshops. Während seiner Residenz 2025 in Montréal arbeitete er mit der lokalen Szene sowie mit Productions SuperMusique zusammen.
Eloain Lovis Hübner ist 1993 in Bremerhaven geboren und komponiert, konzipiert und kuratiert zeitgenössische Musik. Hübners Arbeit umfasst Konzertmusik, Vokalwerke, elektronische Stücke und zeitgenössisches Musiktheater. Dabei verbindet Hübner präzise Partiturarbeit mit experimentellen und improvisatorischen Prozessen und arbeitet transdisziplinär zwischen Raum, Klang und Performance. 2022 wurde Hübner mit dem Deutschen Musikautor*innenpreis in der Kategorie Nachwuchs ausgezeichnet. 2026 ist Hübner Resident*in der Musikresidenz in Montreal.