Burcu Türker

Burcu Türker © Schirin Moaiyeri

wurde in Erlenbach geboren, studierte an der Schule für Mode, Grafik und Design in Offenbach, Kommunikationsdesign an der Hochschule Darmstadt und Visuelle Kommunikation und Illustration an der Kunsthochschule Kassel, wo sie Meisterschülerin in der Klasse Illustration und Comic bei Hendrik Dorgathen war.
2012 war Burcu Türker Mitbegründerin des Künstlerkollektivs Die Goldene Discofaust. Sie lebt in Berlin.

Burcu Türker - Versöhnung © Burcu Türker

Ich habe mich auf den Aspekt der Wiedergutmachung konzentriert

Kannst Du uns sagen, was Du mit Deinem Werk vermitteln wolltest? Was waren die Inspirationen und Ideen, die bei der Schaffung des Werkes ausschlaggebend waren?
 
Meine Comicseite handelt von Mutlosigkeit, vom Verlust der Hoffnung, von Traurigkeit über die eigene Ohnmacht, von Wut, von innerer Härte angesichts von politischen Fehlentscheidungen, von Rassismus und Umweltschäden, die unser aller Zukunft gefährden und nicht wieder gut zu machen sind.
Der Pool steht als Erfrischungsort in der wärmer werdenden Welt, der aber eine unnatürliche Wasserquelle ist und für Luxus steht. Ohne das Laub wirklich anfassen zu müssen, wird es aus dem Wasser gefischt und in Plastiktüten gepackt, bis das Wasser wieder klar ist.

Warum ist das Thema der Versöhnung für Dich wichtig?
 
In meiner Arbeit habe ich mich auf den Aspekt der Wiedergutmachung konzentriert.
Wofür kämpfen wir? Wen erreichen wir damit? Können wir überhaupt noch etwas retten? Wie kann eine Zukunft gerettet werden, wenn in der Vergangenheit irreversible Schäden passiert sind? Mit wem soll ich mich versöhnen? Wer soll das verzeihen? Ich etwa?
 
Wie war der kreative Prozess bei der Schaffung dieses Kunstwerks? Planst Du viel im Voraus, und entsteht erst der Text oder die Illustration oder umgekehrt? Welche Medien und Methoden hast Du angewendet?
 
In diesem Fall habe ich eine Idee für eine Kurzgeschichte aufgegriffen. Diese habe ich vor einiger Zeit geschrieben, nachdem ich auf einer Demonstration gegen Rechts eine tiefe Hoffnungslosigkeit verspürt habe, während ich mich in der sengenden Hitze von Hochhausschatten zu Hochhausschatten rettete.
Der Text war also in diesem Fall zuerst da. Mit dem Finden der Bilder habe ich den Text allerdings modifiziert. Dieser Prozess ist wie ein Tennisspiel zwischen Text und Bild.
Normalerweise arbeite ich beim Illustrieren viel analog. Für diese Comicseite habe ich mich mehr auf eine digitale kollagenartige Umsetzung konzentriert. Es ist eine Mischung aus Aquarellzeichnungen und digitalen Techniken.
 
Was wäre sonst noch im Zusammenhang mit deinem Werk wichtig zu wissen?
 
Meine Comicseite ist in zwei Farbwelten geteilt, die einander gegenüberstehen. Sie verdeutlichen die Hitze und die erleichternde Kühle, die sich am Ende im letzten Satz textlich wiederfindet und Hoffnung bringt.
Die Skizze zu dieser Seite habe ich vor der Corona-Krise gezeichnet. Fertiggestellt habe ich meinen Comic in selbst auferlegter Quarantäne. So hat auch das Thema seinen Weg in meine Geschichte gefunden.
 

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