Sophie Bédard

Sophie Bédard © Sophie Bédard

wurde 1991 in La Prairie geboren. Nach Erwerb eines DEC für Graphik zog sie nach Montreal und begann Glorieux Printemps zu schreiben, eine vierbändige Teenager-Reihe, die von Éditions Pow Pow herausgegeben wurde. Danach erwarb sie einen Bachelor-Abschluss in Sexologie und veröffentlichte ebenfalls bei Pow Pow Les petits garçons.

Sophie Bédard - Versöhnung © Sophie Bédard

Deutsche Übersetzung


Wenn ich sage: Ich bin wütend, weil Du mir wehgetan hast.
 
und man antwortet mir, dass ich übertreibe
dass ich Unrecht habe
 
dann werde ich mich entschuldigen
und schweigen
 
dann beginne ich Schmerzen in den Armen zu verspüren,
am Hals,
am Rücken,
überall.
 
Ich werde mir sagen, dass ich wohl eine falsche Bewegung gemacht habe, dass sich etwas eingeklemmt hat in mir.
 
In diesem Moment versuche ich gerade zu stehen,
meinen Körper zu versöhnen
mit meinem Kopf.
 
Ich fühle mich manchmal allein, aber ich habe keine Angst mehr.
 
Ich fühle mich manchmal allein, aber ich verspüre keinen Schmerz mehr.

Manchmal beruht Frieden auf Abwesenheit und Distanz

Kannst du uns sagen, was du mit deinem Werk vermitteln wolltest?

Was waren die Inspirationen und Ideen, die bei der Schaffung des Werkes ausschlaggebend waren?
Ich habe mich entschlossen, mich in Opposition zur Botschaft zu stellen, dass Vergebung für Heilung notwendig ist, und mich stattdessen auf persönliche Überlegungen zu den Themen Versöhnung, Trauma und physische Symptome gestützt (letztere rühren ja manchmal von verinnerlichten Konflikten her).
Diese Gesichte entsteht also aus einer persönlichen Sicht heraus, sie kann aber auch zu einer stärker sozialen Bedeutung kommen: Wer schafft in der Regel die Basis für Versöhnung?
 
Warum ist das Thema der Versöhnung für dich wichtig?
 
Versöhnung ist mir wichtig, aber nicht um jeden Preis. Ich spreche hier von Selbstachtung, davon, wie leicht man sich selbst vergisst, wenn man einen Menschen auf Gedeih und Verderb zu halten versucht. Versöhnung ist wie Liebe oder Freundschaft: sie ist eine Arbeit, die von mehreren geleistet werden muss, mit Respekt, Zuhören und Gleichberechtigung. Es ist ein Gespräch, das in beide Richtungen gehen muss. Aber das Fehlen von Versöhnung bedeutet nicht notwendigerweise das Vorhandensein eines Konflikts. Manchmal beruht Frieden auf Abwesenheit und Distanz.
 
Wie war der kreative Prozess bei der Schaffung dieses Kunstwerks? Planst du viel im Voraus, und entsteht erst der Text oder die Illustration oder umgekehrt? Welche Medien und Methoden hast du angewendet?
 
Zuerst habe ich den Text geschrieben. Wenn ich eine Idee für einen kurzen Comicstrip habe, schreibe ich jetzt immer öfter auf meinem Handy rhythmische Sätze auf, die einem Gedicht ähneln und die ich später nutze, um den Bildern, zu denen sie mich inspirieren, Rhythmus und Struktur zu geben.

Außerdem habe ich mich entschieden, die Zeichnung mit einem hölzernen Bleistift zu machen, damit ein „wärmerer“ und texturierter Eindruck entsteht, und mit digitalen Volltonfarben, die den Raum besser füllen. Die Betonung liegt auf dem Körper der Figur und dem Text, die beide aufeinander reagieren.

Um Mehr Über die Arbeit Von Sophie Zu Erfahren

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