Image + Bias

Image & Bias Open Call Visual Illustration: Goethe-Institut San Francisco

Das Goethe-Institut, Gray Area, das Fotomuseum Winterthur und Artivive rufen in dieser offenen Ausschreibung Kunstschaffende, Designer*innen und die allgemeine Öffentlichkeit dazu auf, kreative Darstellungen zum Thema Vorurteile einzureichen.

AUFRUF ZUR EINREICHUNG VON BEITRÄGEN

Ausgangspunkt sind die gegenwärtigen Bedenken rund um die wachsende Tendenz von Technologie, die visuelle Wahrnehmung der Realität zu verändern. So stellen beispielsweise gefälschte Fotos und Videos, die mithilfe von Deep Neural Networks erzeugt werden, eine zunehmende Bedrohung für Privatsphäre und Demokratie dar.

Die Beiträge können verschiedene Formen der Diskriminierung und Ausgrenzung technologiebasierter Systeme und Mechanismen sowie ihrer ‚Bias‘ – d.h. der in sie eingeschriebenen Vorurteile – untersuchen. Darüber hinaus können Teilnehmende Ideen einbringen, um der Aktualisierung und Fortschreibung von Vorurteilen und Diskriminierung entgegenzuwirken. Teilnehmer*innen können sich mit technologiebasierten visuellen Systemen in den folgenden Bereichen befassen, wobei sie nicht auf diese beschränkt sind:
  • Werbung
  • Journalismus & Fake News
  • Robotik
  • Medizinische Anwendungen
  • Überwachungssysteme
  • Kosmetik
Technologie ist niemals neutral. In ihr finden sich Vorurteile und Diskriminierungen eingeschrieben, die tief in unserer Gesellschaft verankert sind. Bilder und Bildpraktiken spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle: Bilderkennungsverfahren können Vorurteile und Strukturen von Diskriminierung erzeugen und weiter verhärten. Unterentwickelte KI-Modelle im Gesundheitssystem zum Bespiel, beschleunigen und vertiefen die Diskriminierungspotenziale durch Unterscheidungen, die die einen privilegieren und die anderen ausgrenzen.
 
Der Open Call ist Teil des Projekts IMAGE + BIAS, das sich kritisch mit unserer digitalen und bildbasierten Kultur auseinandersetzt, allem voran deren undurchsichtigen technologischen Mechanismen und Wirkungsweisen. Das Projekt befasst sich mit den folgenden Fragen: Wie schreiben sich Vorurteile und Diskriminierungen in die Technologien ein? Wie lassen sich die den Technologien zugrunde liegenden opaken Mechanismen durchdringen und wie ließe sich der Diskriminierungen entgegenwirken? Welche innovativen Ansätze gibt es, um Inklusion, Vielfalt und Nachhaltigkeit in der aber auch durch die Technologie zu (ver)stärken?

VORAUSSETZUNGEN

  • Einreichungen sind auf druckfähige Standardformate (DIN A2 / 420 x 594 mm / 16.5 x 23.4 inches / 300 dpi) beschränkt, die mithilfe der Augmented Reality-App von Artivive animiert werden.
  • Am Wettbewerb können alle teilnehmen, die zum Startdatum des Wettbewerbs mindestens 18 Jahre alt sind.
  • Einreichungen beschränken sich auf die englische Sprache.
  • Gemeinsame Einreichungen von mehreren Künstler*innen oder Kollektiven sind zugelassen.
  • Es sind insgesamt drei Einreichungen pro Künstler*in möglich.

EINREICHUNGSPROZESS

  • Registrieren Sie sich hier für einen kostenlosen Account auf Artivive.
  • Erstellen Sie Ihr AR-Projekt mit Bridge und füllen Sie den Abschnitt „Artwork Info“ aus (max. 250 Zeichen).
  • Benutzen Sie dieses Formular, um Ihren Beitrag gemeinsam mit einem Konzept einzureichen, in dem Sie die Idee hinter der Arbeit erläutern.

AUSWAHL

  • Eine von den teilnehmenden Projektpartnern nominierte unabhängige international besetzte Jury wählt drei Finalist*innen aus.
  • Die drei Finalist*innen erhalten jeweils 1000 US-Dollar sowie die Möglichkeit, ihre Arbeiten über eine vom Goethe-Institut und den Projektpartnern organisierte Live-Online-Veranstaltung der Öffentlichkeit vorzustellen.
  • Neben den drei ausgewählten Finalist*innen werden weitere sieben Beiträge ausgewählt und in einer interaktiven Online-Galerie sowie im Goethe-Institut, in der Gray Area und im Fotomuseum Winterthur gezeigt.
  • Alle ausgewählten Einreichungen erhalten ein Artivive-Konto mit fünf kostenlosen Kunstwerken.

ZEITPLAN

  • Einreichungen möglich ab 1. März 2021
  • Neue Einreichungsfrist: 23. Mai 2021 um 12.00 Uhr PT
  • Bekanntgabe der Gewinner*innen: 11. Juni 2021
  • Eröffnung der Online-Ausstellung: 25. Juni 2021

AUGMENTED-REALITY-WORKSHOP MIT ARTIVIVE

Die Workshops führen Teilnehmer*innen durch aktuelle Ansätze des Storytelling mit AR mithilfe von 2D- und 3D-Animationen und -Videos. Diese Workshops finden in Englischer Sprache statt. Sie verstehen sich als Einführung (keine Vorkenntnisse erforderlich) und führen Künstler*innen, Designer*innen und die breite Öffentlichkeit in die Anwendungen der App ein.

Letzter Workshop: 

Workshop in englischer Sprache am 4. Mai 2021 um 12.00 Uhr EDT

FRAGEN?

Bitte senden Sie uns eine E-Mail an: tatiana.braun@goethe.de  

Die Jury

Anum Awan
Anum ist Interaktionsdesigner*in und Künstler*in für neue Medien mit Sitz
Anum Awan Courtesy of Anum Awan in Oakland, Kalifornien (Ramaytush Ohlone Land). Anum schafft Mixed-Reality-Erfahrungen durch die Verschmelzung von physischen und digitalen Medien, die queere, migrantische und nicht-westliche Narrative in den Mittelpunkt stellen. Anums Arbeit manifestiert sich als Installationen, Projektionen, Videos, Live-Visuals und programmierte Elektronik.

Anum erhielt einen Master in Interaction Design vom California College of the Arts und einen BFA in Grafikdesign vom Massachusetts College of Art and Design. Anum ist Mitglied des in Oakland ansässigen Experience Design Kollektivs, Macro Waves, arbeitet beruflich als Senior UX Designer bei Adobe und ist außerdem eines der Vorstandsmitglieder von Gray Area.

Erandy Vergara
Erandy Vergara ist Kuratorin und Forscherin und lebt in Montreal. Ihre Erandy Vergara © Josee Brouillard Hauptforschungsinteressen umfassen Feminismus, globale Kunstgeschichte, kuratorische Studien und Postkolonialismus, mit einem besonderen Interesse an Internetkulturen, künstlicher Intelligenz und der Ethik und Ästhetik der Partizipation. Sie hat einen MA von der Concordia University und einen PhD in Kunstgeschichte von der McGill University. Zu ihren jüngsten Ausstellungen gehören: Critical Proximity: Something About Human Connections That Can Happen When There Is A Fissure (Oboro, 15. März - 14. Mai 2021) Eva und Franco Mattes: What Has Been Seen (Fondation Phi pour l'art contemporain, November 2019-März 2020) Speculative Cultures: A Virtual Reality Art Exhibition, kuratiert mit Tina Sauerländer (Anna-Maria and Stephen Kellen Gallery, Parsons School of Design, New York, 2019).

Iris Long
Iris Long ist Autorin und unabhängige Kuratorin. Sie arbeitet derzeit als Iris Long Courtesy of Iris Long Forscherin zu Kunst, Wissenschaft und Technologie an der Central Academy of Fine Arts, mit dem Forschungsschwerpunkt, wie Kunst auf die aktuelle globale Realität von Ubiquitous Computing und Big Data reagiert. Sie hält Vorlesungen über Datenkunst an der CAFA. Sie war auf der Shortlist des ersten M21-IAAC Award (International Awards for Art Criticism). Ihre Übersetzungsarbeit, Rethinking Curating: Art after New Media, wurde 2016 von den AAC Art China Awards nominiert. Im Jahr 2018 wurde sie mit dem Hyundai Blue Prize für Kuratoren ausgezeichnet. Ihre Forschungsarbeit wurde präsentiert in "Art and Artificial Intelligence" (Open Conference, ZKM), "Korea Research Fellow" (MMCA), "Art Machines: International Symposium on Computational Media Art (ISCMA)"(Hong Kong),International Symposium on Electronic Art and Digital Research in the Humanities and Arts und ISEA.

Iris hat einen Master-Abschluss in Critical Writing in Art and Design vom Royal College of Art, UK und einen Bachelor-Abschluss in Journalismus und Kommunikation von der Tsinghua Universität, China.

Mattis Kuhn
Matthis Kuhn, Künstler und Kurator, arbeitet an der wechselseitigen Gestaltung von Menschen, Maschinen Mattis Kuhn © Julia Jesionek und der gemeinsamen Umwelt. Der Fokus liegt auf digitalen Maschinen (Algorithmen, künstliche Intelligenz, formale Systeme, Software) und der Verflechtung von Geisteswissenschaften und Technik. Für den Frankfurter Kunstverein kuratierte er die Ausstellungen I am here to learn - On Machinic Interpretations of the World und How to Make a Paradise - Seducement and Dependence in Generated Worlds. Seine Arbeiten wurden u.a. im ZKM Karlsruhe und im EMAF Osnabrück ausgestellt. Er hielt Vorträge über KI & Kunst im ZKM Karlsruhe, der Stiftung Niedersachsen, der Evangelischen Akademie und dem Goethe-Institut u.a.

Er studierte Kunst an der Hochschule für Gestaltung Offenbach und Experimentelle Informatik an der Hochschule für Medienkunst Köln.

Mushon Zer-Aviv
Mushon Zer-Aviv ist Designer, Forscher, Pädagoge und Medienaktivist  Mushon Zer-Aviv Courtesy of Mushon Zer-Aviv und lebt in Tel Aviv. Seine Hassliebe zu Daten prägt seine Designarbeit, Kunstwerke, Aktivismus, Forschung, Lehre, Workshops und sein Leben in der Stadt. Unter anderem ist Mushon der Mitbegründer von Shual.com - einem schlauen Designstudio; YouAreNotHere. org - eine Tour durch Gaza durch die Straßen von Tel Aviv; Kriegspiel - eine Computerspielversion des Situationistischen Kriegsspiels; die Normalizing Machine - die Erforschung algorithmischer Vorurteile; die AdNauseam-Erweiterung - Werbung anklicken, damit man es nicht muss; und mehrere Initiativen zur Regierungstransparenz und Bürgerbeteiligung mit dem Public Knowledge Workshop; Mushon entwarf auch die Karten für Waze.com und leitete das Design von Localize.city. Mushon ist ein Alumni von Eyebeam - einem Kunst- und Technologiezentrum in New York. Er unterrichtet digitale Medien als leitendes Fakultätsmitglied an der Shenkar School of Engineering and Design. Zuvor lehrte er neue Medienforschung an der NYU und Open Source Design an der Parsons the New School of Design und in der Bezalel Academy of Art & Design. Lesen Sie ihn auf Mushon.com und folgen Sie ihm unter @mushon.


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