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Griechenland Athen

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20:30–21:30 Uhr

Pythia Trio - ANAMONI

Klavierkonzert|Das, was geschieht, wenn nichts geschieht

  • Goethe-Institut Athen, Athen

  • Preis Eintritt frei

 Κωστής Τριανταφύλλου/ thirtyleaf design

Konzert für 6 Hände an einem Klavier

Warten – das Gleichgewicht zwischen Handeln und Nicht-Handeln. Das Warten auf einen Flug, der Warteraum in einer Arztpraxis, das Warten auf die Ergebnisse von Aufnahmeprüfungen, das Warten auf den Tod, das Warten auf die Ankunft eines neuen Wesens, das Warten auf einen musikalischen Fall, das Warten auf Entwicklung, das Warten vor dem Konzert, das Warten auf Veränderung. Der Begriff des Wartens und seine Beziehung zur Zeit: Wie sich die Zeit ausdehnt, wenn wir auf etwas warten – sei es etwas Angenehmes oder etwas Ungewisses. Mal wird das Warten zur Verzögerung, mal zur Gelegenheit. Die Beziehung des Menschen zum Warten, das Warten als ein innerer Prozess des Werdens, der von innen nach außen beginnt.

In einem Übergangsraum zwischen Erinnerungen an die Vergangenheit und Ambitionen für die Zukunft verwebt das Warten Abwesenheit mit Anwesenheit. Warten ist untrennbar mit unserer Wahrnehmung von Zeit verbunden. Es dehnt sich endlos aus, wenn wir auf etwas Ungewisses oder sehnsüchtig Erhofftes warten. Für manche ist das Warten lähmend – ein unerträglicher Schwebezustand der Untätigkeit. Für andere ist es Verschwendung – ein Aderlass von Zeit, Energie und Möglichkeiten. Doch das Warten ist mehr als ein passiver Zustand: Es ist eine tiefgehende Prüfung der Ausdauer, ein Spiegel, der unsere Verletzlichkeit gegenüber dem Unbekannten reflektiert. Was kann es in sich tragen, was ist es, das Unbehagen im Hören und Erleben des Wartens hervorruft?

Wenn wir die Pause des Wartens als Teil unseres Entwicklungsprozesses begreifen, erhält auch der Begriff der „Aufschieberei“ unmittelbar eine andere Bedeutung. Unser Kampf mit dem Warten entspringt unserem Bedürfnis nach Kontrolle. Wir streben danach, die Zukunft zu bestimmen, vorherzusehen und zu gestalten. Doch wenn uns diese Kontrolle entzogen wird, bleiben wir in einem Vakuum zurück, in dem Gedanken in einem Labyrinth der Ungewissheit kreisen und Ängste unverhältnismäßig anwachsen. Gleichzeitig ist das Warten nicht nur eine Geduldsprobe – es ist auch eine Gelegenheit zur Selbstreflexion. In seiner Bewegungslosigkeit können wir verborgene Aspekte unseres Selbst entdecken, lernen, Ungewissheit anzunehmen, und in einen inneren Dialog eintreten, der Wachstum fördert. Vielleicht ist das Warten letztlich keine Schwäche, sondern ein Übergang zu Widerstandskraft, Geduld und Akzeptanz. Eine kontemplative Beobachtung des Wesens der Dinge … aber wie? Mit welchem Mittel?

Das Pythia Trio bleibt seinem fünfjährigen Weg treu und nähert sich einem neuen Thema, das ganz unterschiedliche Gruppen beschäftigen kann, dessen vielfältige Facetten jedoch ein breites Publikum berühren. Unbehagen, Angst, Erwartung, Langeweile, Unsicherheit und viele weitere emotionale Zustände flirten mit oder beherrschen Momente unseres Alltags. Mit Humor, Kreativität und Zärtlichkeit versucht das Ensemble, Momente des Wartens zu beleuchten und deren Ausdruck in den Reaktionen und Erfahrungen der Beteiligten sichtbar zu machen.

Mit neuen Auftragswerken der Komponist:innen Ismini Gyftaki Bek, Giorgos Kyriakakis und Aspasia Nasopoulou sowie Bearbeitungen von Werken von Niki Krasaki und Mariabrice Sapphocatherin schafft das Pythia Trio ein musiktheatralisches Werk mit einer Dauer von 50 Minuten – ohne Unterbrechung für Applaus. Die Interpretinnen setzen ihren bisherigen Weg konsequent fort und erforschen weiterhin neue Mittel, Materialien und Techniken der Instrumentalausführung durch zeitgenössische Musikproduktion sowie deren Wechselwirkung mit anderen Künsten. Originalkompositionen, Bewegung, Sprache, Gesang, Erzählung und Malerei koexistieren als Fortsetzung der Performances, denen sich das Pythia Trio in den letzten Jahren mit Hingabe widmet.

Interpretation: Pythia Trio / Myrto Akrivou, Iro Menegou, Thaleia Papadopoulou

Kompositionen: Niki Krasaki, Giorgos Kyriakakis, Ismini Bek, Aspasia Nasopoulou, Mariabrice Sapphocatherin

Grafik: Kostis Triantafyllou / thirtyleaf design

Sponsor: Konservatorium für Musik Ost-Attika

Produktion: Artivistas Productions

Das Konzert wird finanziell vom griechischen Kulturministerium unterstützt und steht unter dessen Schirmherrschaft.