Common Crafts – Common Libraries
IDEE
Traditionelles Handwerk wie Keramik, Textilkunst, Holzverarbeitung, Instrumentenbau, Korbflechterei oder Glasherstellung prägt seit Jahrhunderten die kulturelle Identität Europas. Dieses Erbe umfasst nicht nur materielle Objekte, sondern auch Fähigkeiten, Fachwissen und gemeinschaftliche Praktiken. Industrialisierung, Urbanisierung und Digitalisierung setzen viele dieser überlieferten Techniken jedoch zunehmend unter Druck.
Common Crafts – Common Libraries untersucht daher, wie traditionelle Fertigkeiten auch in einer modernen Welt Bestand haben können. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle nachhaltige Methoden, digitale Werkzeuge und künstliche Intelligenz dabei spielen können, handwerkliches Wissen zu erhalten, weiterzugeben und für neue Zielgruppen zugänglich zu machen.
Bibliotheken übernehmen dabei eine Schlüsselrolle: Sie sind heute offene Lern- und Begegnungsorte, an denen sich Gemeinschaften formieren und Wissen gemeinsam gestaltet wird. Als niedrigschwellige Räume können sie handwerkliche Praktiken sichtbar machen, Experimentierräume bieten und den Austausch zwischen Expert*innen, Lernenden und lokalen Gemeinschaften fördern.
Common Crafts – Common Libraries schafft somit einen Rahmen, in dem Bibliotheken ihre gesellschaftliche Bedeutung erweitern – von der Bewahrung kultureller Ressourcen hin zur aktiven Mitgestaltung zukunftsfähiger Handwerkspraktiken.
NETZWERKTREFFEN 2025
Das regionale Netzwerktreffen am 3. und 4. November 2025 im Goethe-Institut Athen brachte Bibliothekar*innen und Expert*innen aus Design, Kunst und Technologie zusammen. Ziel war es, gemeinsam auszuloten, wie Bibliotheken eine stärkere Rolle bei der Bewahrung handwerklichen Wissens, der Förderung resilienter Gemeinschaften und der Entwicklung nachhaltiger Zukunftsmodelle übernehmen können.
Im Rahmen interner Arbeitssitzungen wurden Bedarfe, Chancen und praxisorientierte Ansätze diskutiert. Ergänzt wurde das Treffen durch eineöffentliche Podiumsdiskussion am 3. November, in der eingeladene Expert*innen Impulse zu zirkulären und innovativen Formaten gaben, die Handwerk und Bibliotheken sinnvoll miteinander verbinden können.
Die Erkenntnisse des Netzwerktreffens bilden die Grundlage für die Entwicklung innovativer Projektformate, die 2026 in den lokalen Goethe-Institut Bibliotheken umgesetzt werden.