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Griechenland Thessaloniki

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19:00–20:00 Uhr

Retroland. Geschichtstourismus und die Sehnsucht nach dem Authentischen

Buchpräsentation und Diskussion|Valentin Groebner auf der 22. Internationalen Buchmesse in Thessaloniki

Valentin Groebner © Franca Pedrazzetti

Auf Einladung des Goethe-Instituts Thessaloniki und der Heinrich-Böll-Stiftung Thessaloniki stellt Valentin Groebner, Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern, auf der 22. Internationalen Buchmesse Thessaloniki sein Buch „Retroland. Geschichtstourismus und die Sehnsucht nach dem Authentischen vor“.

Über das Buch:

Reisen an Orte, an denen die Zeit scheinbar stehengeblieben ist, gehören zum Kern des modernen Fremdenverkehrs. Das Reiseziel soll „echt“ und „authentisch“ wirken – doch was genau suchen Besucherinnen und Besucher dort eigentlich? Valentin Groebner zeichnet die Entwicklung des Geschichtstourismus nach und zeigt, dass der wahre Rohstoff der milliardenschweren Tourismusindustrie nicht Kultur, Sonne oder Landschaft sind, sondern die persönliche Lebenszeit – und das Versprechen, darin ein Stück verlorenes Paradies oder die eigenen Ursprünge wiederzufinden. Doch was geschieht, wenn man diese Ursprünge tatsächlich gefunden hat?
Im Gespräch mit dem Journalisten Tasos Telloglou lädt uns der Autor – auch mit Blick auf das Reiseland Griechenland – zum Nachdenken ein darüber, wie wir reisen, was wir zu finden hoffen und wie sich der Wunsch nach Authentizität mit den Herausforderungen unserer Zeit verbindet.

Über den Autor:

Valentin Groebner (geb. 1962 in Wien) ist Historiker und seit 2004 Professor für Mittelalter- und Renaissancegeschichte an der Universität Luzern. Nach Studien und Lehrtätigkeiten in Wien, Marburg, Hamburg, Basel, Harvard und Paris arbeitet er zu Reinszenierungen von Vergangenheit, Konsumkultur und touristischen Sehnsuchtsmaschinen. Zu seinen Büchern zählen Das Mittelalter hört nicht auf (2008), Wissenschaftssprache (2012), Retroland (2018), Aufheben, Wegwerfen (2023) und Abgefahren (2025). Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und wurde 2024 mit dem Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung sowie dem Kulturpreis der Stadt Luzern ausgezeichnet.

Moderation: Tasos Telloglou, Journalist

Die Übersetzung wurde im Rahmen des Litrix-Schwerpunkts Griechisch 2019-2021 gefördert.