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21:00 Uhr
Verrücktes Blut
Theatervorstellung|Was bedeutet es, wenn Kultur mit vorgehaltener Waffe durchgesetzt wird?
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Goethe-Institut Thessaloniki, Thessaloniki
- Sprache Griechisch
In einer Zeit, in der die Demokratie unter Druck steht und die Angst vor dem „Anderen“ wächst, verwandelt die neue Produktion der Ars Moriendi Theatre Group im Goethe-Institut Thessaloniki ein Klassenzimmer in ein Schlachtfeld. Kann Bildung befreien, wenn sie sich der Mittel der Unterdrückung bedient – oder ist Gewalt bereits in der Sprache verankert, die wir für neutral halten? Eine Inszenierung, die unsere westlichen Illusionen entlarvt, genau in dem Moment, in dem die Gesellschaft um uns herum zu explodieren scheint.
ÜBER DAS STÜCK
In einem Klassenzimmer einer Problemschule bestätigen sich täglich die gängigen Klischees über Migration und Gewalt. Die Lehrerin Sonja steht einer Gruppe Jugendlicher gegenüber, die gelernt haben, ihre Welt ausschließlich über Machtdemonstrationen, Regelbrüche sowie rassistische und sexistische Denkmuster zu definieren. Die Worte der Literatur wirken machtlos gegenüber ihrer Wut – bis ein zufälliger Moment die Situation eskalieren lässt und der Unterricht in eine Geiselnahme umschlägt.
Die Lehrerin versucht, den Humanismus Friedrich Schillers durch den Lauf einer Pistole zu vermitteln. Sie verwandelt ihre Schüler in widerwillige Protagonisten des klassischen Theaters und zwingt sie, Figuren aus Die Räuber zu verkörpern – ein verzweifelter Versuch, sie zu „zivilisieren“. In diesem Klassenzimmer wird Freiheit unter Drohung gelehrt, Sprache als Regelwerk durchgesetzt und Pädagogik zum Machtspiel. Sonja, die ihre Schüler retten und ihre westlichen Werte verteidigen will, taucht immer tiefer in jene Gewalt ein, die sie eigentlich bekämpfen möchte – und wird selbst zur Täterin.
Sind die „europäischen Werte“ das höchste Ideal unserer Kultur – oder dient Schillers Humanismus als perfekte Rechtfertigung dafür, dass ein „zivilisierter“ Mensch Gewalt gegen jene ausübt, die nicht so sind wie er? Verrücktes Blut greift die aktuelle gesellschaftliche Realität auf und stellt eine gefährliche Auseinandersetzung mit den Grenzen von Freiheit und Demokratie in den Mittelpunkt.
SZENISCHE UMSETZUNG
Ars Moriendi verwandelt das Klassenzimmer in einen Raum ständiger Verschiebung. Die Schauspielerinnen und Schauspieler wechseln vor den Augen des Publikums von individuellen Figuren zu alltäglichen Schülern und schließlich zu den gewalttätigen Helden Schillers. Die Grenzen zwischen Realität und Theater verschwimmen. Stereotype werden so lange offengelegt, bis sie kaum noch auszuhalten sind – und das Publikum dazu herausfordern, sich zu fragen: Wer sind wir wirklich hinter den gesellschaftlichen Etiketten und Rollen, die uns täglich auferlegt werden?
HINTERGRUND
Verrücktes Blut von Nurkan Erpulat und Jens Hillje basiert auf dem französischen Film „La Journée de la jupe“ von Jean-Paul Lilienfeld. Das Stück feierte 2010 Premiere bei der Ruhrtriennale und im Ballhaus Naunynstraße in Berlin, einem der wichtigsten Zentren des postmigrantischen Theaters in Deutschland.
Es wurde zum Theaterphänomen des Jahrzehnts: Vom renommierten Magazin Theater heute zum „Deutschsprachigen Stück des Jahres“ gewählt, zum Berliner Theatertreffen 2011 eingeladen und vom Spiegel als absoluter „Hit“ der Saison bezeichnet.
Das Stück wurde in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt und auf vielen Bühnen gezeigt. Es löste intensive politische Debatten über Bildungskrisen und die Gewalt marginalisierter Gruppen aus und stellte die Frage nach dem Zusammenleben und seiner Neubestimmung in einem Europa, das zunehmend von Ungleichheit geprägt ist.
VORSTELLUNGEN
Die Aufführung „Verrücktes Blut“ findet unter der Schirmherrschaft und mit finanzieller Unterstützung des griechischen Kulturministeriums sowie mit Unterstützung des Goethe-Instituts Thessaloniki statt.
MITWIRKENDE
Text: Nurkan Erpulat & Jens Hillje
Regie: Thanos Nikas
Dramaturgie: Pinelopi Chatzidimitriou
Regieassistenz: Evgenia Kouzeli
Darsteller:innen: Vicky Dalamitra, Eirini Herodotou, Angelos Koutsokostas, Maro Mavropoulou, Themis Souftas, Tasos Talianidis
Grafikdesign: Dimitris Daggalis
Presse & Kommunikation: Lydia Bourtsala
Produktion: Ars Moriendi Theatre Group
ÜBER DAS STÜCK
In einem Klassenzimmer einer Problemschule bestätigen sich täglich die gängigen Klischees über Migration und Gewalt. Die Lehrerin Sonja steht einer Gruppe Jugendlicher gegenüber, die gelernt haben, ihre Welt ausschließlich über Machtdemonstrationen, Regelbrüche sowie rassistische und sexistische Denkmuster zu definieren. Die Worte der Literatur wirken machtlos gegenüber ihrer Wut – bis ein zufälliger Moment die Situation eskalieren lässt und der Unterricht in eine Geiselnahme umschlägt.
Die Lehrerin versucht, den Humanismus Friedrich Schillers durch den Lauf einer Pistole zu vermitteln. Sie verwandelt ihre Schüler in widerwillige Protagonisten des klassischen Theaters und zwingt sie, Figuren aus Die Räuber zu verkörpern – ein verzweifelter Versuch, sie zu „zivilisieren“. In diesem Klassenzimmer wird Freiheit unter Drohung gelehrt, Sprache als Regelwerk durchgesetzt und Pädagogik zum Machtspiel. Sonja, die ihre Schüler retten und ihre westlichen Werte verteidigen will, taucht immer tiefer in jene Gewalt ein, die sie eigentlich bekämpfen möchte – und wird selbst zur Täterin.
Sind die „europäischen Werte“ das höchste Ideal unserer Kultur – oder dient Schillers Humanismus als perfekte Rechtfertigung dafür, dass ein „zivilisierter“ Mensch Gewalt gegen jene ausübt, die nicht so sind wie er? Verrücktes Blut greift die aktuelle gesellschaftliche Realität auf und stellt eine gefährliche Auseinandersetzung mit den Grenzen von Freiheit und Demokratie in den Mittelpunkt.
SZENISCHE UMSETZUNG
Ars Moriendi verwandelt das Klassenzimmer in einen Raum ständiger Verschiebung. Die Schauspielerinnen und Schauspieler wechseln vor den Augen des Publikums von individuellen Figuren zu alltäglichen Schülern und schließlich zu den gewalttätigen Helden Schillers. Die Grenzen zwischen Realität und Theater verschwimmen. Stereotype werden so lange offengelegt, bis sie kaum noch auszuhalten sind – und das Publikum dazu herausfordern, sich zu fragen: Wer sind wir wirklich hinter den gesellschaftlichen Etiketten und Rollen, die uns täglich auferlegt werden?
HINTERGRUND
Verrücktes Blut von Nurkan Erpulat und Jens Hillje basiert auf dem französischen Film „La Journée de la jupe“ von Jean-Paul Lilienfeld. Das Stück feierte 2010 Premiere bei der Ruhrtriennale und im Ballhaus Naunynstraße in Berlin, einem der wichtigsten Zentren des postmigrantischen Theaters in Deutschland.
Es wurde zum Theaterphänomen des Jahrzehnts: Vom renommierten Magazin Theater heute zum „Deutschsprachigen Stück des Jahres“ gewählt, zum Berliner Theatertreffen 2011 eingeladen und vom Spiegel als absoluter „Hit“ der Saison bezeichnet.
Das Stück wurde in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt und auf vielen Bühnen gezeigt. Es löste intensive politische Debatten über Bildungskrisen und die Gewalt marginalisierter Gruppen aus und stellte die Frage nach dem Zusammenleben und seiner Neubestimmung in einem Europa, das zunehmend von Ungleichheit geprägt ist.
VORSTELLUNGEN
| Verrücktes Blut | |
| Premiere: | Montag, 20. April, 21:00 Uhr |
| Ort: | Goethe-Institut Thessaloniki, Leof. Vasilissis Olgas 66, 54642 Thessaloniki |
| Aufführungen: | eden Montag, Dienstag und Mittwoch, 21:00 bis Mittwoch, 20. Mai |
| Διάρκεια: | 90 Min. (ohne Pause) |
| Tickets: | 15 € regulär 12 € ermäßigt (Studierende/Arbeitslose/Personen mit Behinderung) 10 € Freikarte/Lehrkräfte (nur an der Kasse des Goethe-Instituts) |
| Ticketvorverkauf: | www.ticketservices.gr/event/goethe-institut-skg-agrio-aima |
| Informationen & Reservierungen: | arsmoriendi_th@yahoo.gr |
MITWIRKENDE
Text: Nurkan Erpulat & Jens Hillje
Regie: Thanos Nikas
Dramaturgie: Pinelopi Chatzidimitriou
Regieassistenz: Evgenia Kouzeli
Darsteller:innen: Vicky Dalamitra, Eirini Herodotou, Angelos Koutsokostas, Maro Mavropoulou, Themis Souftas, Tasos Talianidis
Grafikdesign: Dimitris Daggalis
Presse & Kommunikation: Lydia Bourtsala
Produktion: Ars Moriendi Theatre Group
Ort
Goethe-Institut Thessaloniki
Vas. Olgas 66
54642 Thessaloniki
Griechenland
Vas. Olgas 66
54642 Thessaloniki
Griechenland