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Weitere Wichtige Theaterautoren
Ausgewählte Stücke

Old typewriter, vintage image © George Hodan, Image source: www.publicdomainpictures.net

Anne Lepper

Anne Lepper studierte Philosophie, Literatur und Geschichte in Wuppertal, Köln und Bonn. Es folgten Promotionsstudien in Bamberg und Essen sowie das Studium des literarischen Schreibens an der Hochschule der Künste Bern.

Mit ihrem Debütstück SONST ALLES IST DRINNEN wurde sie zum Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik eingeladen. SONST ALLES IST DRINNEN wurde im Frühjahr 2010 in der Regie von Jessica Glause an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt.

Es folgten die Stücke KÄTHE HERMANN (UA: 5.1.2012, Theater Bielefeld) und HUND WOHIN GEHEN WIR, deren verstörende und sprachbesondere Eigenheiten ebenfalls schnell für Beachtung sorgten.

Mit HUND WOHIN GEHEN WIR wurde Anne Lepper zum tt Stückemarkt des Berliner Theatertreffens 2011 eingeladen, bei dem sie den mit 7.000 EURO dotierten Werkauftrag des tt-Stückemarkts zugesprochen bekam. In Folge dessen entstand mit SEYMOUR ihr vierter Text für die Bühne, der am 8. Januar 2012 in der Regie von Claudia Bauer am Staatstheater Hannover uraufgeführt wurde.

Mit KÄTHE HERMANN wurde Anne Lepper zu den Mülheimer Theatertagen 2012 und zu den Autorentheatertagen ans Deutsche Theater Berlin eingeladen.

Till Briegleb schrieb in der Süddeutschen Zeitung über die Dramatikerin: »Die Figuren sind zu grotesk, um wahr zu sein, aber genau durch diese Übertreibung beschreiben Leppers Blagen Realitäten der Verwahrlosung. Psychologisches Verständnis paart sich hier mit einer Freude an literarischen Übertreibungen ins Surreale.«

In der Kritikerumfrage des Fachmagazins »Theater Heute« wurde Anne Lepper zur Nachwuchsdramatikerin des Jahres 2012 gewählt.

Ihr Stück LA CHEMISE LACOSTE wurde in der Regie von Alia Luque im Februar 2015 am Schauspielhaus Düsseldorf uraufgeführt.

Am Theater Dortmund folgte im Mai 2015 die Uraufführung des Jugendstückes ACH JE DIE WELT. Zudem entstand das Stück ENTWURF FÜR EIN TOTALTHEATER, mit dem Anne Lepper zum Heidelberger Stückemarkt 2016 eingeladen wurde.

Für das Nationaltheater Mannheim schrieb sie das Stück MÄDCHEN IN NOT (UA: Mai 2016). Mit dem Stück wurde Lepper erneut zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen, gewann dort den mit 15.000 EUR dotierten Mülheimer Dramatikerpreis und wurde zur Dramatikerin des Jahres 2017 gekürt.

Ihr Jugendstück MAXIM wurde 2019 mit dem Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis ausgezeichnet. Die Jury sprach von einem «sprachlichen Meisterwerk«.

Fremdsprachige Produktionen ihres Stückes SEYMOUR sind u.a. in Japan und New York in Vorbereitung. Während des Corona-Lockdowns produzierte das Staatstheater Darmstadt den Film zu Seymour.

Derzeit schreibt Anne Lepper für das Staatstheater Stuttgart und das Staatstheater Darmstadt neue Stücke.

Quelle: schaefersphilippen™ Theater und Medien GbR 2016
Bewundernswert hartnäckig suchen Anne Leppers Figuren immer wieder nach dem Glück oder immerhin nach einem kleinen Stück vom gelungenen Leben. In MÄDCHEN IN NOT geht es für Baby dabei vor allem um die Frage, mit wem man so das Leben teilen könnte. Sie hat einen Mann und einen Liebhaber, ist also nach den Maßstäben zeitgenössischer Lebensführung bestens ausgestattet. Aber wieder einmal entfaltet das Wollen, das Suchen nach dem Besseren seine fatale Wirkung.
 
Ein echter Mann, meint Baby, ist nämlich am Ende nicht das Wahre. Nur mit einer Puppe als Mann verspricht das Leben ein glückliches zu sein, kann man als Frau wirklich frei und selbstbestimmt werden. Obwohl es gar nicht so trivial ist, eine Puppe zu finden, die dann auch den heterosexuellen Ansprüchen genügt und die man sich überhaupt leisten kann, gelingt es schließlich doch. Unter den neidvollen Augen ihrer Freundin Dolly startet Baby also in ihr neues Leben, das mit stundenlangem An- und Ausziehen, unwidersprochenen Monologen und autonomer Sexualität viele Vorzüge bietet.
 
Aber das Wollen geht naturgemäß weiter, und irgendwann erscheint es für Baby unabdingbar, daß man wirklich glücklich nur mit zwei Puppen als Männer sein kann – mit denen man dann auch so schön nach Italien führe. So folgt irgendwann die zweite Puppe, die aber ebensowenig wie die erste echt ist in ihrem Puppensein. Es sind nämlich Mann und Liebhaber, die sich zu Puppen haben machen lassen, um so Baby davon zu überzeugen, daß es doch mit den echten Männern am schönsten ist. Eine Intrige, die schlecht für sie enden soll. Währenddessen treibt die Gesellschaft der Freunde des Verbrechens ihr Unwesen, und der freundlich-dämonische Puppenmacher Duran-Duran gebietet über alles.
 
Mit MÄDCHEN IN NOT verfolgt Anne Lepper einige ihrer Themen und Motive konsequent weiter. Es geht um die Suche nach dem besseren Leben, den Kampf des Einzelnen gegen die Strukturen des Systems, das drängende Voranschreiten des Wollens, das immer wieder zerschellt an der lähmenden Stagnation der Realität. Allerdings kommt dieses Stück etwas wärmer, humorvoller, man möchte fast sagen: saftiger daher als seine Vorgänger. Babys sanft-renitentes Aufbegehren hat etwas Rührendes, ihr immer wieder aufkeimender Streit mit Dolly erinnert schmunzelnd an die stets präsente Konkurrenz der prototypischen Mädchenfreundschaft. Die Gesellschaft der Freunde des Verbrechens merzt gnadenlos alles aus, was anders ist, und doch präsentiert Lepper sie als einen Haufen zwar erschreckender, aber auch erschreckend tumber Mitläufer, deren soziale Auffahrunfälle amüsieren.
 
So gelingt der Autorin ein leichter, unterhaltsamer und einnehmender Text, der aber nichts von der thematischen Tiefe und literarischen Komplexität einbüßt, welche die Qualität aller Lepper-Stücke ausmachen.

Quelle: Mädchen in Not
Übersetzung: Nidhi Mathur ( Hindi )

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek, geboren 1946 und aufgewachsen in Wien, erhielt bereits früh eine umfassende musikalische Ausbildung. Sie zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter 1998 den Georg-Büchner-Preis und mehrfach den Mülheimer Dramatikerpreis.

SourceNeben ihren Theaterstücken, Lyrik, Essays, Übersetzungen, Hörspielen, Drehbüchern und Libretti umfasst ihr Werk die Romane Wir sind lockvögel baby (1970), Michael. Ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft (1972), Die Liebhaberinnen (1975), Die Ausgesperrten (1980), Die Klavierspielerin (1983), Lust (1989), Die Kinder der Toten (1995), Gier (2000) sowie den Prosaband Oh Wildnis, oh Schutz vor ihr (1985) und den Privat- bzw. Internetroman Neid (2007-2008).

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):
  • 1972/1973: Österreichisches Staatsstipendium für Literatur
  • 1978 Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Bad Gandersheim
  • 1978 Drehbuchförderung des Bundesministers des Innern für das Exposé zum Drehbuch Die Ausgesperrten
Quelle: Rowohlt Theaterverlag
Fast täglich schwemmt das Mittelmeer Flüchtlinge aus Afrika an die Küsten Europas, fast täglich müssen sich die westlichen Grundwerte Humanismus, Demokratie und Menschenrechte an der realen Praxis messen lassen.

Auf der Folie von Aischylos’ Drama Die Schutzflehenden hat Elfriede Jelinek mit Die Schutzbefohlenen «der europäischen Tragödie einen Prosatext gewidmet, und vermutlich gibt es in der Gegenwartsliteratur nichts Vergleichbares. Das Werk ist ein großes ästhetisches Monument, eine himmelschreiende Klage von antikischer Wucht und Trauer … In einem uferlosen Wortstrom sprechen die Toten über die Lebenden, die Hungernden mit den Satten, die Fremden mit den Heimischen. Ihre Stimmen fallen sich ins Wort, am Ende versinken alle in einem grauen Meer aus Zynismus und Schuld … Die Tragödie verläuft hier zwischen abstraktem Recht und menschlichem Körper, zwischen den Asylgesetzen und den ‹Unangekündigten› … An dieser Todeslinie, sagt Jelinek dem Zuschauer, zeige sich die Antike in der Moderne, das Unerträgliche unserer Gegenwart.» (Die Zeit)

«Indem Jelinek in ihrem Sprachgewebe immer wieder Vexierbilder des Kapitalismus mit humanistischen Idealen verknüpft, demaskiert sie die Bigotterie eines Europas, das von Integration spricht, aber Ausgrenzung aus ökonomischem Kalkül meint … Ein bestechend scharfes, polyphones Oratorium, … (unter dem) ein Abgrund klafft, aus dem kein göttliches Licht, sondern die schmerzliche Erkenntnis des Versagens dringt.» (Der Freitag)
«Gut, dass eine sich traut – und dem Theater so viel moralischen Einspruch zutraut … Die Schutzbefohlenen sind ein wichtiges, ein wütendes Stück.» (Süddeutsche Zeitung)

Quelle: Rowohlt Theaterverlag
Übersetzung (Hindi): Shailesh Kumar Ray

Ewald Palmetshofer

Ewald Palmetshofer, geboren 1978 in Linz, studierte in Wien Theologie und Lehramt Philosophie/Psychologie. Der Autor und Dramaturg wurde 2008 zum Nachwuchsdramatiker des Jahres ernannt.

Mit hamlet ist tot. keine schwerkraft wurde er 2008 für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert, 2010 mit dem Stück faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete. Mit seinem Stück die unverheiratete gewann Ewald Palmetshofer 2015 den Mühlheimer Dramatikerpreis. Die Uraufführungsinszenierung von Robert Borgmann am Wiener Akademietheater wurde außerdem 2015 zum Berliner Theatertreffen 2015. Dem folgten weitere Einladungen nach Mülheim. 2018 wurde Vor Sonnenaufgang am Theater Basel uraufgeführt und seitdem an mehr als zwanzig Häusern nachgespielt. Mit der Uraufführung von die verlorenen in der Regie von Nora Schlocker eröffnete Andreas Beck 2019 seine Intendanz am Residenztheater in München, wo Ewald Palmetshofer seit der Spielzeit 2019/20 auch als Dramaturg arbeitet.

Auszeichnungen
  • 2005 Retzhofer Literaturpreis für junges Drama für sauschneidn
  • 2006 Werkstatttage am Burgtheater Wien mit wohnen. unter glas
  • 2007 Einladung zum "hotINK International Play Reading Festival" (presented by Tisch School of the Arts at NYU), New York, mit der englischen Übersetzung von helden
  • 2008 Einladung zum Mülheimer Theatretreffen mit hamlet ist tot. keine schwerkraft
  • 2008 International Residency of Playwrights am Royal Court Theatre in London 2008 Nachwuchsdramatiker
  • 2008 Nachwuchsdramatiker 2008 in der Kritikerumfrage des Jahrbuchs von "Theater heute"
  • 2008 Dramatikerpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft
  • 2008 Nominierung für den Nestroypreis in der Kategorie Bester Nachwuchs für das Stück wohnen. unter glas
  • 2010 Einladung zum Mülheimer Theatertreffen mit faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete
  • 2011 Förderpreis der Stadt Wien in der Sparte Literatur
  • 2015 Einladung zum Theatertreffen Berlin mit die unverheiratete in der Regie von Robert Borgmann am Akademietheater Wien
  • 2015 Einladung zu den Mülheimer Theatertagen mit die unverheiratete in der Regie von Robert Borgmann am Akademietheater Wien
  • 2015 Gewinner des Mülheimer Dramatikerpreises mit die unverheiratete
  • 2018 Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für sein bisheriges Gesamtwerk
  • 2019 Gert-Jonke-Preis
  • 2020 Einladung zum Mülheimer Theatretreffen mit die verlorenen
  • 2020 Stück des Jahres 2020: die verlorenen (Kritiker-Umfrage des Jahrbuchs von Theater heute)
Quelle: S. Fischer Theaterverlag
April 1945. Eine junge Frau ist sehr aufgebracht. Man holt eine Militärstreife.
70 Jahre später. Die junge Frau ist jetzt eine alte Frau. Ihre Tochter findet sie in der Küche auf dem Boden. Sie ist gestürzt. Sie ist sehr aufgebracht. Man holt einen Rettungswagen. Und im Krankenhaus tagen die Ärztinnen und die Schwestern, und vor 70 Jahren tagte ein militärisches Standgericht und ein Jahr später ein Volksgericht. Und eine junge Frau wird abgeführt. „Nicht unhübsch“, schreiben die Zeitungen, „aber reuelos“.

Und während die Tochter zum Grab des Vaters Blumen bringt, sammelt die junge Enkelin die Männer wie Schmetterlinge oder Briefmarken, sammelt der Staatsanwalt Aussage um Aussage, versammelt sich das Volk um Gericht zu sitzen, liest man Äpfel auf vom Boden auf dem Feld, und verliest der Richter sein Urteil. Und eine Tochter trauert um den Vater und ein fremder Vater um den Sohn.

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Gefängnis und Gericht, Küche, Bett und Krankenhaus untersucht Palmetshofers Generationendrama mit einer hochartifiziellen und rhythmischen Sprache das Leben dreier Frauen. Es ist ein polymorphes Erinnern, eine Verhandlung, eine Rechtsprechung, und erzählt von der ausweglosen Verstrickung dreier Generationen in einem Netz aus Schuld und Liebe.

Quelle: S. Fischer Theaterverlag
Übersetzung: Prasad Patki

Felicia Zeller

Felicia Zeller hat sich vor allem als Dramatikerin einen Namen gemacht, tritt aber auch in eigenen Kurzfilmen in Erscheinung, ihr Kurzprosa-Debüt „Einsam lehnen am Bekannten“ wurde 2009 mit dem Clemens-Brentano-Preis ausgezeichnet.

2020 erhielt sie den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für ihr „vorliegendes Gesamtwerk“, darunter das meta dokumentarisch-schräge Bühnenwerk Bier für Frauen (2001) und Kaspar Häuser Meer, eine Untersuchung der Jugendsozialarbeiter Psyche mit den typisch zellerschen Mitteln der Groteske (Publikumspreis bei den Mülheimer Theatertagen 2008). Weitere Einladungen zu den Mülheimer Theatertagen gab es 2011, 2013, 2015 und 2016 mit den Stücken Gespräche mit Astronauten, X-Freunde, Wunsch und Wunder sowie Zweite allgemeine Verunsicherung. 2013 wird X-Freunde in der Kritikerumfrage von Theater heute zum besten deutschsprachigen Stück gewählt. Geboren wurde Zeller 1970 in Stuttgart. Sie studierte Film und Medien an der an der Filmakademie Baden-Württemberg. 1999/2000 war sie Hausautorin am Theater Rampe in Stuttgart.

Weitere Auszeichnungen (Auswahl): 
  • 1993 Baden-Württembergischer Jugendtheater Autorenpreis für Immer einen Hund gehabt/plane crazy (1928) 
  • 1999/2000 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg - 2013 Hermann-Sudermann-Preis für Dramatiker 
Quelle: Felix Bloch Erben
Früher waren Galaveranstaltungen wie die Verleihung der goldenen Frau ein willkommener Anlass, einfach nur gut auszusehen. Diese Zeiten sind vorbei. Vorwürfe und Selbstvorwürfe beginnen bereits auf dem roten Teppich.

„Klumpenapokalypse“ heißt nicht nur der Debütfilm des Regisseurs, dessen neuer Film "Überleben im eigenen Leben" an diesem Abend einen Preis erhalten soll, eine Klumpenapokalypse bilden auch die sich fortschreibenden Kommentare, Beobachtungen und Interventionen der Galateilnehmer. Jede Äußerung wird zum Statement, zur Belehrung, zum Appell. Alles bietet Anlass zu Kritik und Selbstkritik, Schuld, Verunsicherung, Aggression, Verzweiflung.

Szenenwechsel: Bei den 22. Bottroper Power-Tagen läuft eine prominente Vortragsreisende Amok. Angestaute Aggressionen schwappen an die Oberfläche, die Erdkruste reißt auf, der Himmel verdunkelt sich. Fiktion und Realität, apokalyptisches Szenario und tatsächliche Katastrophe werden ununterscheidbar. Depression für alle. Nur wer sich in die Nicht-Einverständnis-Erklärungsliste einträgt und gute Entspannungsübungen kennt, wird am Ende ins Hinterzimmer eingelassen, in dem einige der Galateilnehmer überleben.

Ein grotesk-fantastisches Stück über narzisstisch-depressive Menschen und die Kunst des Loslassens.

Quelle: Theaterverlag Felix Bloch Eben
Über „Zweite allgemeine Verunsicherung“: Felix Bloch Erben
Übersetzung (Tamil): Lalitha G.

Kristo Šagor

Kristo Šagor wurde 1976 in Stadtoldendorf geboren. Er studierte Linguistik sowie Literatur- und Theaterwissenschaft in der Freien Universität Berlin. Er schreibt und inszeniert Theaterstücke und verfasst eigene Bühnenbearbeitungen zu vorliegenden Werken, u.a. von Goethes „Werther“, von Horváths „Jugend ohne Gott“ oder zuletzt „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ nach Heinrich Böll.

Für seine Theaterstücke erhielt er zahlreiche Preise, u.a. beim Heidelberger Stückemarkt 2001 den Publikumspreis und 2019 den Jugendstückepreis, 2003 und 2005 den Autorenpreis beim Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugendtheaterfestival „Kaas und Kappes“, 2014 den Baden- Württembergischen Jugendtheaterpreis und den Mülheimer Kinderstückepreis 2019. Für seine Regiearbeit konnte er 2008 den Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die beste Regie im Kinder-und Jugendtheater in Empfang nehmen. Kristo Šagor lebt in Berlin.
 
Quelle: Kiepenheuer Bühnenvertrieb
Julians Eltern lassen sich scheiden. Das erschüttert seine Vorstellung von der Liebe. Vergeht erwachsene Liebe etwa ebenso schnell wie die Liebe zu Zitroneneis oder Kastanien oder zu einem Meerschweinchen? Dabei ist er sich ganz sicher, dass er Lia liebt und immer lieben wird: „Ich liebe dich.“ „Ich dich nicht“ sagt Lia.

Wer liebt wen – und warum eigentlich? Was bedeutet Liebe, und wie verhält sie sich zur Zeit? Und was ist der Unterschied zwischen „Ich liebe dich“ und „Ich lieb dich“? Und was das Gegenteil von Liebe? Der zwölfjährige Julian und die elfjährige Lia stellen sich den kleinen, aber wichtigen Unterschieden und auch den großen Fragen zur Liebe und ihrer Vergänglichkeit. Und sie lassen all die Geliebten, auch die schon fast vergessenen, zu Wort kommen, versetzen sich in Lebende und Gestorbene, in tanzende Großeltern und streitende Eltern und sogar in die zukünftigen Geliebten. Die Kinder verdichten die Liebe so zu einer wechselvollen Geschichte und erspielen sich dabei zugleich wichtige Momente ihres eigenen Lebens.

Sind Geliebte jene, die unsere Sicht auf die Welt verändern – und wie geht ein neuer Geliebter damit um? Am Ende weiß Julian zumindest eines sicher: Es gibt für ihn eine Liebe, die immer währt, auch über den Tod hinaus.

Das Stück ist im Rahmen von ‚Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater‘, ein Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e.V. mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert worden.

Quelle: Kiepenheuer Bühnenvertrieb
Übersetzungen:    
  • Parthapratim Chattopadhyay (Bangla)
  • Nidhi Mathur (Hindi)
  • Mrunmayee Shivapurkar (Marathi)
  • Md. Uzair (Urdu)
  • Hamsavahini Singh (Tamil)

Martin Baltscheit

Ewald Palmetshofer, geboren 1978 in Linz, studierte in Wien Theologie und Lehramt Philosophie/Psychologie. Der Autor und Dramaturg wurde 2008 zum Nachwuchsdramatiker des Jahres ernannt.

2010 erhielt er den Deutschen Jugendtheaterpreis für sein Stück „Die besseren Wälder“ und 2012 wurde er mit „Nur ein Tag“/ „Only A Day“ (Übersetzung: David Henry Wilson) zum Festival „New Visions/New Voices“ nach Washington eingeladen. „Only A Day“ wurde im Januar 2015 im Belgrade Theatre in Coventry zum ersten Mal in englischer Sprache aufgeführt. Für sein Bilderbuch „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ erhielt Martin Baltscheit 2011 den Deutschen Jugendliteraturpreis; in der Spielzeit 2013/14 wurde es als Kinderoper mit Musik von Sandra Weckert uraufgeführt. Mit „Die besseren Wälder“ war Martin Baltscheit 2014 zum Theatre Café eingeladen (York, Berlin, Frankfurt/Main). Und 2016 wurde er für sein Stück „Krähe und Bär oder Die Sonne scheint für alle“ mit dem Deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet. Das Erfolgsstück „Nur ein Tag“ gibt es inzwischen nicht nur als Buch (beim Dressler Verlag), sondern auch als Kinofilm, bei dem das Multitalent Martin Baltscheit selbst Regie geführt hat. Außerdem wurde das gleichnamige Hörspiel mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet.

Quelle: Verlag für Kindertheater
„Ein neuer Löwe wird addiert, ein alter Löwe subtrahiert.“

Unser Löwe hat alles, was er braucht. Die schöne Löwin liegt neben ihm - und liest mal wieder - es ist sonnig und warm und er selbst fühlt sich, mit einem Wort, herrschaftlich! Doch dann taucht plötzlich ein Konkurrent auf und scharwenzelt um die schöne Löwin herum, mit Blumen und Gedichten und alles auch noch auf Französisch, oh là là. Einfach lächerlich!, findet der Löwe, muss allerdings zu seinem Leidwesen feststellen, dass die schöne Löwin nicht ganz unbeeindruckt bleibt. Da unser Löwe aber leider nicht eins und eins zusammenzählen kann, da er einfach nicht weiß, dass drei einer zu viel sind, muss er wohl oder übel Nachhilfe nehmen. Irgendwer wird in seinem Reich doch aufzutreiben sein, der bis drei zählen kann und der ihm die Sache mit dem überzähligen Charmeur erklärt!

Quelle: Verlag für Kindertheater
Übersetzung:  
  • Pratima Shekhawat (Hindi)
  • Hamsavanini Singh (Tamil)
  • Ashani Ranasinghe (Singhalesisch)

Martin Heckmanns

Martin Heckmanns, geboren am 19. Oktober 1971 in Mönchengladbach, Studium der Komparatistik, Geschichte und Philosophie, lebt in Berlin. Mit Schieß doch, Kaufhaus! wurde er in der Theater heute-Kritikerumfrage zum Nachwuchsautor des Jahres 2002 gewählt und gewann bei den Mülheimer Theatertagen 2003 für Schieß doch, Kaufhaus! und 2004 für Kränk den Publikumspreis.

2012 wurde ihm der Margarete-Schrader-Literaturpreis der Universität Paderborn zugesprochen. Seine Stücke wurden aufgeführt u.a. am Schauspiel Frankfurt, Staatstheater Stuttgart, Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatsschauspiel Dresden, Burgtheater Wien, Schauspielhaus Zürich und Deutschen Theater Berlin.

Quelle: Suhrkamp Theater Verlag
Ein Vorsprechtermin im Theater. Nach Jahren der Abwesenheit hat der öffentlichkeitsscheue und  legendäre Regisseur Obermann zum Vorspiel geladen. Es erscheinen ein erfahrener Schauspieler, ein ambitionierter Performer und eine junge Frau, um sich auf eine ihnen unbekannte Rolle in einem noch ungeschriebenen Stück zu bewerben. Als Obermann auch nach längerem Warten nicht erscheint, vermuten die Bewerber, bereits unter Beobachtung zu stehen und beweisen einander ihre Virtuosität. Sie entwickeln Strategien der Selbstdarstellung und des Miteinanders. Dann erscheinen im Namen Obermanns eine dominante Regieassistentin und eine scheinbar ungeschickte Hospitantin und verteilen Aufgaben und Rollen für ein modernes Welttheater. In improvisierten Spielsituationen entwerfen die drei Bewerber gemeinsam ein mögliches Leben in naher Zukunft. Prominente geben Ratschläge, Allegorien intervenieren mit Auseinandersetzungen über Konkurrenz, Mitgefühl, Konsum und Sinn. Aus anfänglicher Distanz wird Anziehung, aus Zurückhaltung entwickelt sich Verwandlungslust. Aus dem unübersichtlichen Vorsprechen wird ein leichtes Spiel um Lebens- und Sterbekunst. Der Starregisseur bleibt fern bis zum Ende. Hat es ihn je gegeben? Es wird einmal ist eine Liebeserklärung an das Theater und ein komisches und beziehungsreiches Manifest über die vielfach ungenutzten Möglichkeiten des gegenwärtigen Bühnentreibens.

Quelle: Suhrkamp Theater Verlag
Übersetzung: Jayashree Hari Joshi
 

Sibylle Berg

Sbylle Berg ist in Weimar geboren, lebte unter anderem bei einer Pflegefamilie in Konstanza, später auch in Israel, Deutschland und hat die schweizer Staatsbürgerschaft. Sie studierte in Hamburg, war im Judo, Kung Fu und im GST Tauchsport aktiv. Sibylle Berg zählt sich zur Straight Edge Bewegung und ist non- binär.

Noch während ihres Studiums (u.a. Ozeanografie) begann Sibylle Berg zu schreiben, und ist mit (aktueller Stand 2020: 27 Theater Stücken, 15 Romanen, zahlreichen Anthologien und Hörspielen, sowie Gesamtübersetzungen die in 34 Sprachen zu einer der bekanntesten zeitgenössischen Dramatikerinnen/ Autorinnen im deutschsprachigen Raum geworden. Für ihren letzten Roman „GRM – Brainfuck“ wurde Sibylle Berg unter anderem mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. 2020 erhielt sie für ihr Werk den Grand Prix Literatur, die höchste Auszeichnung, die die Schweiz für literarisches Schaffen vergibt.

Auszeichnungen (Auswahl)
  • 2008 – Wolfgang-Koeppen-Preis
  • 2009 – Einladung zu den Mühlheimer Theatertagen
  • 2010 – Kulturpreis des Kantons Zürich
  • 2010 – Long List deutscher Buchpreis
  • 2012 – Nominierung Schweizer Buchpreis
  • 2012 – Kulturpreis der Stadt Zürich
  • 2014 – Es sagt mir nichts. Bestes Theaterstück des Jahres gewählt von „Theater Heute“
  • 2016 – Friedrich-Luft-Preis für das Stück "Und dann kam Mirna"
  • 2016 – Hörspielpreis der Kriegsblinden für "Und jetzt: Die Welt"
  • 2016 – Publikumspreis des Mülheimer Festivals "Stücke - 2016" für "Und dann kam Mirna"
  • 2016 – Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis
  • 2019 – Kassler Literaturpreis für grotesken Humor
  • 2019 – Thüringer Literaturpreis
  • 2019 – Nestroy-Theaterpreis
  • 2019 – Schweizer Buchpreis für den Roman „GRM - Brainfuck“
  • 2020 – Grand Prix Literatur
  • 2020 – Berthold-Brecht-Preis
  • 2020- Johan Peter Hebel Preis
  • 2021: „Stück des Jahres“ in der Kritiker-Umfrage von Theater heute: Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden
Quelle: Website Sibylle Berg
Nach der Party: Aus den jungen Desperados in Sibylle Bergs Und jetzt: die Welt! oder Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen sind inzwischen Mütter geworden – alleinerziehend, in klassischer Paar-Beziehung lebend oder in einer Kommune. Die glanzvolle Karriere ist ausgeblieben, stattdessen wächst mit Anfang/Mitte 30 die Erkenntnis, erschütternd durchschnittlich zu sein, während die Energie abnimmt, das eigene Leben grundlegend zu ändern. Immerhin bäumen sich Bergs Frauen noch einmal auf, wollen ihre gentrifizierten Wohnviertel verlassen und von der Stadt aufs Land ziehen, weg von Sozialhilfe oder Betreuungsgeld, hin zur autonomen Selbstversorgung. Nur die Begeisterung ihrer Kinder hält sich in engen Grenzen. Raffiniert hat Berg ihrer Mutter-Suada, die um Genderfragen, Kapitalismus, Klimawandel, Bürgerkriege oder die Allmacht Googles kreist, eine zweite Ebene eingezogen. Denn längst gibt es, verkörpert durch die Tochter Mirna, eine neue Generation, die gänzlich andere Umgehensweisen mit den Ängsten und Idealen ihrer Eltern entwickelt hat.

Quelle: Rowohlt Theaterverlag
Übersetzung (Urdu): Syed Salman Abbas

Simon Windisch

Simon Windisch absolvierte u.a. ein Germanistik-, Philosophie und Medienstudium an der KF-Uni in Graz. Er ist Hausregisseur im „TAO! Theater am Ortweinplatz“ Graz und wurde vielfach ausgezeichnet für seine Regiearbeiten, sowie für Dramatisierungen und Stückentwicklungen.

Er arbeitete u. a. für das Volkstheater Wien, das Vorarlberger Landestheater und das Landestheater Niederösterreich. Zusammen mit dem Theaterkollektiv „Follow the Rabbit“ entwickelt Windisch seit vielen Jahren Stücke für junges Publikum, mit der Gruppe „Das Planetenparty Prinzip“ Performances und Theater-Spielkonzepte.

Quelle: Homepage Simon Windisch
Claudia wartet am Morgen ihres 9. Geburtstags auf den Beginn der Feier, wie immer mit Eltern, Oma und Geschenken in der Küche. Doch die Zeit bleibt bei 8.45 Uhr stehen, keine Minute vergeht mehr, nichts passiert. Claudia entdeckt ein Loch in der Wand, vervierfacht sich und trifft auf sonderbare Wesen aus der Teppichwelt. Sie steckt in einer Zeitschleife, doch die entpuppt sich als wahre Abenteuerwelt.

Das Gefühl, dass beim Warten manchmal die Zeit einfach nicht vergehen will, ist der Ausgangspunkt dieses von Simon Windisch mit den Schauspielern der Jungen Hunde entwickelten Stücks. Dessen Inszenierung nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise im Stillstand, in der Physik und Monster zusammenkommen, und verbindet die Frage, was Zeit eigentlich ist, mit einem erlösenden Eierkuchen am Ende.

Quelle: Mülheimer Theatertage
Übersetzung:
  • Mrunmayee Shivapurkar (Marathi)
  • Ashani Ranasinghe (Singhalesisch)
  • Shiv Prakash Yadav (Hindi)

Thomas Köck

Thomas Köck wurde 1986 in Oberösterreich geboren und arbeitet als Autor und Dramatiker. Er studierte Philosophie in Wien und an der Freien Universität Berlin sowie Szenisches Schreiben und Filmwissenschaft an der Universität der Künste Berlin.

Sein Dokumentarfilm über den Bürgerkrieg im Libanon wurde zum TALENTS-Programm der Berliner Filmfestspiele eingeladen und für den Nachwuchsfilmemacherpreis der Bosch-Stiftung nominiert. Seine Stücke erschienen im Suhrkamp Verlag und wurden an verschiedenen Theatern aufgeführt, darunter Akademietheater Wien, Thalia Theater Hamburg, Ruhrfestspielen Recklinghausen, Schauspielhaus Wien und Staatstheater Karlsruhe. Er war Hausautor am Nationaltheater Mannheim und Träger zahlreicher Auszeichnungen, u. a. des Else-Lasker-Schüler-Preises, des Dramatikerpreises der Österreichischen Theaterallianz, des Thomas-Bernhard-Stipendiums und zuletzt des Kleist-Preises für den vielversprechendsten Dramatiker . Zusammen mit anderen Autoren war er außerdem Mitbegründer des Blogs „nazisundgoldmund.net“, das sich mit dem politischen Rechtsruck in ganz Europa auseinandersetzt.

Quelle: Fabulamundi
Vor dem Zyklus der Pariser Kommune des Malers Bernhard Heisig stehen der Mann und die Frau aus Vietnam und er liest ihr etwas vor über »die endlich entdeckte politische Form«. Draußen versammeln sich die Leute und wollen ein Volk sein, ein neues „wir“. Kennengelernt haben sich die beiden bei der ersten ärztlichen Untersuchung der Frau im Bruderstaat DDR. Er, der Dolmetscher, übersetzt für die Ärztin irgendetwas, zu der Frau sagt er: „woher kommst du / seit wann bist du hier / wo lebst du jetzt / wo arbeitest du / und überhaupt warum / sind wir uns noch nicht früher begegnet.“ Sie lacht, was sie nicht darf, die beiden werden ein Paar. Und als sie schwanger wird, darf sie eigentlich nicht in der DDR bleiben, denn, das weiß jeder, Hilfsarbeiterinnen dürfen nicht schwanger werden und wenn doch, müssen sie selbst weg oder das Kind. Aber ihr Kind kommt zur Welt, und weg ist von einem Tag zum anderen die DDR.

Quelle: Suhrkamp Theater Verlag
Übersetzungen (Marathi): Milind Sant

Thomas Melle

Thomas Melle, 1975 in Bonn geboren, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Tübingen, Austin (Texas) und Berlin. 2004 debütierte er mit 4 Millionen Türen (entstanden zusammen mit Martin Heckmanns) als Dramatiker, 2005 erschien seine Übersetzung von William T. Vollmanns Roman Huren für Gloria, 2007 sein Erzählband Raumforderung. Seither hat er zahlreiche Theaterstücke und Romane geschrieben, die vielfach ausgezeichnet wurden. Thomas Melle lebt in Berlin.

Prosawerke: Raumforderung (Erzählungen, 2007, Suhrkamp Verlag), Sickster (Roman, 2011), 3000 Euro (Roman, 2014), Die Welt im Rücken (Roman, 2016), alle erschienen im Rowohlt Berlin Verlag.

Preise und Auszeichnungen
  • 2008 Förderpreis zum Bremer Literaturpreis für Raumforderung
  • 2008 Publikumspreis beim Autorenfestival »Gimme Shelter« für Partner
  • 2009 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 2011 Franz-Hessel-Preis für Sickster
  • Nominierungen (Shortlist) für den Deutschen Buchpreis für 3000 Euro (2014) sowie für Die Welt im Rücken (2016)
  • 2015 Kunstpreis Berlin in der Sparte Literatur
  • 2017 Klopstock-Preis für neue Literatur für Die Welt im Rücken
  • Nominierungen für den Mülheimer Dramatikerpreis für Bilder von uns (2016), Versetzung
  • (2018) und Ode (2020)
  • 2017/2018 Stadtschreiber von Bergen
  • 2018 Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung
  • 2019 Nominierung für den Prix Italia für die Hörspielfassung von Bilder von uns ((DLF Kultur / NDR)
„Thomas Melle ist gerade in seinen stilistischen Überdrehtheiten ein spannender Manierist, der seine sprachlichen Mittel überaus überzeugend in den Dienst einer psychologisch aufregenden, viele Binnendramen umfassenden Erzählung stellt.“ (Ijoma Mangold)

„Melles Sprache hat es in sich. Wie sie mit furioser Energie und doch zärtlich die menschliche Existenz umfasst, das packt den Leser und lässt ihn nicht mehr los.“ (Marcel Beyer)

Quelle: Rowohlt Theaterverlag
Der Lehrer Ronald Rupp wird von den Schülern geliebt und vom Kollegium geachtet. Allerdings weiß niemand, dass er manisch-depressiv ist, auch wenn der letzte Schub zehn Jahre her ist und seitdem Medikamente die Krankheit in Schach halten. Als Ronald aber beruflich wie privat unter immensen Druck gerät, beginnt ein Prozess der Zersetzung: Ronalds Wahrnehmung spielt verrückt – nicht zuletzt weil ihn ebenso seine Umwelt mit anderen Augen sieht, als sie von seiner psychischen Instabilität erfährt.

Quelle: Rowohlt Theaterverlag
Übersetzung (Marathi): Sunanda Mahajan

Tina Müller

Tina Müller wurde 1980 in Zürich geboren und ist dort aufgewachsen. Von 2001 bis 2004 studierte sie Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim; ab 2004 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste, Berlin.

2003 war sie bei dem Nachwuchsdramatikerfestival „World Interplay“ (Australien) eingeladen.

2007/2008 war Tina Müller Stipendiatin des Autorenlabors am Düsseldorfer Schauspielhaus, dessen Wettbewerb sie mit ihrem Stück Verlassen gewann.

Für ihre Stücke Bikini (2005) und 8 Väter (2010) wurde sie mit Preisen des Niederländisch- deutschen Kinder- und Jugendtheaterfestivals Kaas & Kappes ausgezeichnet.

Bikini erhielt außerdem den 2. Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreis (2006) sowie den Deutschen Jugendtheaterpreis (2008). 2017 wurde Dickhäuter mit dem Mülheimer KinderStückePreis ausgezeichnet.

Tina Müller ist Teil der Performancegruppe magic garden. Sie lebt in Berlin.

Quelle: Rowohlt Theaterverlag
In der Klasse 2b gibt es ein neues Kind. Aber es passt nicht zu den anderen: Lou kann nicht mal richtig Kaugummi kauen, Leggins stehen ihm überhaupt nicht, und beim Gummitwist verheddert es sich bloß. Denn Lou ist ein Nashorn. Und so sehr es sich auch bemüht, dazuzugehören, will doch bald niemand mehr mit ihm spielen, Lou wird gehänselt und ausgelacht. Das Nashorn ist nicht normal, finden die anderen Kinder, und ihre Eltern sind ganz ihrer Meinung. Überhaupt: Ist so ein Nashorn nicht gefährlich? Vielleicht sollte es am besten in den Zoo? Oder finden die Kinder doch noch Wege, miteinander auszukommen?

Quelle: Rowohlt Theaterverlag
Übersetzungen:
  • Parthapratim Chattopadhyay (Bangla / Bengali)
  • Kamal Pruthi (Hindi)
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