Konzert Niels Klein Tubes & Wires

Niels Klein Tubes & Wires Foto: © Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan

Mo, 26.11.2018

blueFROG Bengaluru

No. 3, Church Street, neben Matteo Coffee Shop, Ashok Nagar
560001 Bangalore

Konzert abgesagt!

Konzert abgesagt!!

Angesichts des traurigen Ablebens des geliebten Kannada-Schauspielers und früheren Unionsministers Ambareesh bleibt das Blue FROG Bengaluru am 26. November 2018 geschlossen.

Aus gegebenen Umständen findet das Niels Klein Tubes & Wires Konzert am 26. um 20 Uhr im blueFROG nicht statt.

Wir entschuldigen uns für eventuelle Unannehmlichkeiten und schätzen Ihr Verständnis.



Niels Klein (Klarinetten, Effekte)
Lars Duppler (E-Piano, Synthesizer, Harmonium)
Hanno Busch (Gitarre, Bass)
Ralf Gessler (Schlagzeug)

Niels Kleins Quartett Tubes & Wires ist nicht alltäglich besetzt: Mit Lars Duppler am E-Piano, Synthesizer und Harmonium, Hanno Busch an Gitarre und Bass, Ralf Gessler am Schlagzeug und dem Bandleader an diversen Klarinetten präsentiert Klein eine druckvolle Rockmusik, die aber mit der instrumentaltechnischen Haltung von Jazzmusikern gespielt wird. Augenzwinkernd hat der 1978 in Hamburg geborene Saxofonist, Klarinettist und Komponist seine Band ebenso wie die neue CD „Tubes & Wires“ genannt: „Tubes“ sind die diversen Klarinetten, die Klein bläst, „Wires“ die vielen elektronischen, analogen und digitalen Hilfsmittel, die er mit Kabeln untereinander verbunden hat und mit seinen „Effektklarinetten“ ansteuert.

Kleins „Tubes & Wires“-Quartett klingt tatsächlich so, als hätte er zusammen mit seinen Band-Mates Joe Zawinuls Diktum für dessen Gruppe Weather Report aus den 1970ern, „we always solo, we never solo“, in die Jetztzeit junger Improvisatoren aus Europa übertragen. „Ich trete aus der Position des Solisten zurück und agiere mit meinen ,Effektklarinetten‘ eher wie eine elektronische ,Blas-Orgel‘“, erläuert er, „meine Mitmusiker bedienen ein flexibles Instrumentarium aus Gitarren, Bässen, Tasten- und Schlaginstrumenten, sodass ein merkwürdig analog-elektrischer Sound entsteht.“

Nun also „Tubes & Wires“. Für das so eigentümlich diffuse Klangbild gibt es mehrere Gründe. Weil jeder in Kleins neuem Quartett mit ihrem Instrumentarium verschiedene Funktionen übernimmt, ist es für die Musiker ein leichtes, stilistische Grenzen zu überschreiten, die ad hoc entstehende Improvisationsmusik über die Grenzen der Tonalität hinaus auszudehnen und aus den Sound- und Groovepartikeln ein Collagen-artiges, flirrendes Vexierspiel aus Jazz und Rock, Pop, Funk und Clubkultur zu entwerfen. Zudem gibt es in der Regel keine digitalen Derivate zu hören, sondern ein echtes, analoges Instrumentarium. Lars Duppler spielt zum Beispiel „richtige“ Synthesizer. Und weil zufällig bei der Aufnahmesession ein Harmonium im Studio herumstand, hat Duppler dessen „pumpenden“ Sound flugs in die Band integriert, während Hanno Busch seine Gitarren (und seinen Bass) mit einer ganzen Palette an Effektpedalen verbunden hat. Und Jonas Burgwinkel ist sowieso kein Schlagzeuger, der bloß Groove-Patterns abspult. Vielmehr setzt er vom Drumset aus das rhythmische Fundament der Band per se unter Spannung.
Klein ist für „Tubes & Wires“ nicht nur ein klassischer Bandleader, sondern so etwas wie der „Spiritus Rector“. Er sorgt ad hoc dafür, wie die diversen Klangschichten ineinanander und auseinander geschoben, welche Phrasen an welcher Stelle gespielt und welche Facetten seiner Collage wann ins Scheinwerferlicht gerückt werden. Aus dem Stegreif dirigiert er mit seinen „Effektklarinetten“ den Fluss der Ideen: stets mitten im Geschehen und auf Augenhöhe mit seinen Musikern. Und aller musikalischer Tiefgründigkeit zum Trotz besitzen Kleins Stücke Humor und klingen wie der Soundtrack für einen imaginären Comic-Strip. Niels Klein: „Ein Sound, als würde man nachts im Urwald Autoscooter fahren.“

 

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