Film Festival Christian Schwochow – Eine Retrospektive

CS CIFF 2017 @gi chennai

Do, 14.12.2017 -
Do, 21.12.2017

beim Chennai International Film Festival 2017
in Zusammenarbeit mit Indo Cine Appreciation Foundation

Christian Schwochow wurde in Bergen auf der Insel Rügen geboren und wuchs in Berlin, Leipzip und Hannover auf. Er ist der Sohn der Journalistin Heide Schwochow. Beide Eltern waren im DDR-Rundfunk tätig und produzierten Radio-Hörspiele, sein Onkel Siegfried Hartmann inszenierte bei der DEFA Kinderfilme. "Bei uns zu Hause ging es ständig um Geschichten. Ich hatte ein sehr kreatives Umfeld, so dass ich früh angefangen habe zu zeichnen, Musik zu machen und zu fotografieren", sagte Schwochow über seinen familiären Hintergrund. Da seine Eltern der Oppositionsbewegung angehörten, wurde er als Kind "auch stark politisiert".

Bornholmer Straße
88 Min., 2014
9. November 1989: Am Grenzübergang Bornholmer Straße in Berlin wundern sich die Grenzsoldaten der DDR und ihre Kollegen vom Zoll über die Erklärung, die Günter Schabowski, Mitglied des Politbüros des ZK der SED, bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz verliest: Ab sofort können alle DDR-Bürger Privatreisen ins westliche Ausland beantragen. Viele Menschen nehmen in ihrer Euphorie nicht wahr, dass dafür Pass und Visum notwendig seien: sie eilen zum nächsten Grenzübergang. Noch ahnen Oberstleutnant Schäfer und seine Untergebenen nicht, was ihnen in dieser Nacht bevorsteht. Sie endet mit der Öffnung der Grenze – dem Anfang vom Ende der DDR. BORNHOLMER STRASSE ist eine hinreißend ironische und überraschend bewegende Komödie am Rande der Verzweiflung, über Helden, die gar keine sein wollen.
 
Die Unsichtbare
113 Min., 2011
Fine Lorenz, Schauspielschülerin, träumt von einer Bühnen-Karriere. Ohne das Interesse von Kaspar Friedmann hätte sie mit ihrer Unscheinbarkeit kaum eine Chance. Vielleicht ist es genau das, was den prominenten Regisseur an ihr reizt: Fine ist ein unbeschriebenes Blatt, formbar und bereit, für eine große Rolle auch im Leben ihre Identität zu verändern und damit die eigene Persönlichkeit zu opfern. Je bereitwilliger sich Fine unter dem Druck des Regisseurs ihrer Rolle nähert, desto riskanter wird das Spiel. Die Selbstaufgabe führt die junge Schauspielerin an den Rand einer Katastrophe.
 
Westen
102 Min., 2013
Sommer 1978: Die promovierte Chemikerin Nelly Senff und ihr Sohn Alexej übersiedeln von Ost- nach West-Berlin. Eine fingierte Ehe mit einem Westdeutschen hat es möglich gemacht. Nach dem Tod von Nellys Freund und Alexejs Vater will sie im Westen ein neues Leben beginnen. Vorerst aber landen die beiden in einem Notaufnahmelager, und es ist nicht nur die deutsche Bürokratie mit ihren Fragebögen, die ihnen zu schaffen macht. Die Geheimdienste, allen voran der CIA, interessieren sich eindringlich für die Ursachen von Nellys Ausreise – und mehr noch für ihren totgeglaubten Freund Wassilij, der als Agent zwischen die Fronten geraten sein könnte. Um eine Zukunft zu haben, muss die Frau erst mit der Vergangenheit abschließen.

Der Turm
2 x 90 Min., Farbe, 2012
Eine Familiengeschichte aus den letzten Jahren der DDR. Der Chirurg Richard Hoffmann hat sich zwar mit dem System längst opportunistisch arrangiert, aber seine Lebensweise macht ihn für die Staatssicherheit erpressbar. Richards Sohn Christian besteht trotz einiger Konflikte sein Abitur und erlebt eine harte und folgenschwere Zeit bei der Nationalen Volksarmee. Sein Onkel Meno kämpft als Lektor mitunter nur halbherzig gegen die Vorgaben der staatlichen Zensur. Der Fall der Mauer im November 1989 erscheint den Protagonisten als Erlösung. Die Adaption von Uwe Tellkamps gleichnamigem Roman verzichtet auf die epische Breite der Vorlage, zählte aber zu den großen Ereignissen des deutschen Fernsehens anno 2012.

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