|

19:00 Uhr

Der geteilte Himmel

Film | von Konrad Wolf

  • Goethe-Institut Mailand, Mailand

  • Sprache Deutsch mit italienischen Untertiteln
  • Preis Eintritt frei auf Anmeldung
  • Teil der Reihe: Mittwochs bei Goethe

Der geteilte Himmel DEFA Stiftung

Der geteilte Himmel DEFA Stiftung

Am Mittwoch, 21. Oktober 2026 um 19:00 Uhr zeigt das Goethe-Institut Mailand den Film Der geteilte Himmel des deutschen Regisseurs Konrad Wolf.

Regie: Konrad Wolf
DDR 1963/64, 110 Minuten, Originalfassung mit itl. UTs 
Drehbuch: Christa Wolf, Gerhard Wolf, Konrad Wolf, Willi Brückner, nach Christa Wolfs Roman.

1961 in der DDR, kurz vor dem Bau der Mauer. Rita Seidel ist nach ihrem Zusammenbruch aus der Stadt Halle in ihr Dorf zurückgekehrt, um Ruhe zu finden. Sie erinnert sich an die vergangenen Jahre, an ihre Liebe zum Chemiker Manfred Herrfurth, an ihre Arbeit in einer Waggonfabrik und an ihr Studium fürs Lehramt. In der Fabrik und an der Uni gab es Probleme mit politischen Opportunisten und ideologischen Hardlinern; Ritas Liebesbeziehung fand ein Ende, nachdem Manfred, verbittert über die Betonköpfe, die sein neues chemisches Verfahren abgelehnt hatten, nach Westberlin gegangen war und Rita nicht mitkommen wollte. Der geteilte Himmel, entstanden nur wenige Jahre nach dem Mauerbau, ist einer der mutigsten Spielfilme, die je in der DDR gedreht wurden, nicht nur wegen seiner ungewöhnlichen Dramaturgie, sondern weil er die Verantwortung für die Konflikte im eigenen Land und nicht beim „Klassenfeind“ sucht.

Biographie

Konrad Wolf

Konrad Wolf, einer der wichtigsten Regisseure der DDR, wurde entscheidend durch seine frühe Flucht vor dem Nationalsozialismus in die Sowjetunion geprägt. Schon dort entwickelte er eine Filmfaszination und erhielt eine kleine Rolle im Film Kämpfer (1936).

Als 17-Jähriger meldete sich Wolf freiwillig zur Roten Armee, diente im Zweiten Weltkrieg, übersetzte und verhörte Kriegsgefangene. Er kämpfte sich bis nach Deutschland vor, erlebte die Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen und nahm am Angriff auf Berlin teil. Nach Kriegsende arbeitete er in der sowjetischen Besatzungszone/DDR in der Abteilung für Kultur und Zensur, bevor er 1949 ein Regiestudium in Moskau begann. 1952 nahm er die DDR-Staatsbürgerschaft an.

In den 1950er Jahren etablierte er sich als Regisseur bei der DEFA. Seine Werke thematisierten intensiv Heimatlosigkeit und das deutsch-sowjetische Verhältnis. Trotz politischer Loyalität sah sich Wolf immer wieder mit Zensur konfrontiert; so wurde die geplante Premiere seines Films Sonnensucher (1958) abgesagt und konnte erst 15 Jahre später uraufgeführt werden.
Mit Sterne (1959) thematisierte Wolf als Erster in einem deutschen Spielfilm das KZ Auschwitz. Der Film wurde in Cannes ausgezeichnet und gilt als eines der wichtigsten Werke über die Shoah. Sein größter Publikumserfolg wurde der Film Solo Sunny (1979) über eine junge Berliner Sängerin, für den Hauptdarstellerin Renate Krößner den Silbernen Bären gewann.

Von 1965 bis zu seinem Tod 1982 war Konrad Wolf Präsident der Akademie der Künste der DDR. Ein Jahr vor seinem Tod wurde er Mitglied des Zentralkomitees der SED, während sein Sohn Oleg bei einem Fluchtversuch aus der DDR verhaftet wurde.