Un’altra casa

Ausstellung|Im Rahmen von Ecological Futures

  • KunstRaum Goethe, Rom

  • Sprache Italienisch und Deutsch
  • Preis Kostenloser Eintritt

Foto Ausstellung "Un'altra casa" im Goethe-Institut Rom Foto (Detail): © Ersilia Tarullo

Foto Ausstellung "Un'altra casa" im Goethe-Institut Rom Foto (Detail): © Ersilia Tarullo

Im Frühjahr 2024 lancierte das Goethe-Institut und Arch+ das Projekt Un’altra casa, dazu wurde Planbude (Hamburg), raumlabor (Berlin) und Jörg Leeser/BeL, Social Impact Studio (Köln) nach Rom eingeladen.

Un’altra Casa sucht im Metropoliz/MAAM im Dialog mit seinen Bewohner*innen und im Netzwerk mit Initiativen nach Praktiken, Erfindungen und Denkanstößen, in denen Visionen für ein anderes Zusammenleben in der Stadt, für die Aneignung und Umnutzung des urbanen Raums und so auch für eine andere Gesellschaft durchscheinen.

In Workshops und Gesprächen mit den Bewohner*innen fand über das Jahr 2024 im Metropoliz/MAAM eine Inventur der bestehenden räumlichen und in ihnen angelegten sozialen Gefüge statt, der Bedarfe und Wünsche, insbesondere aber auch der bestehenden Lösungsansätze und Mitgestaltungsmöglichkeiten.
Das Resultat der Arbeit und der Workshops werden in einer Installation im Metropoliz/MAAM und im Goethe-Institut vorgestellt.

Ecological Futures ist ein gemeinsames Projekt von ARCH+ und dem Goethe-Institut. Das Pilotprojekt Un’altra Casa entsteht in Kooperation mit dem Metropoliz/MAAM, Museo delle periferie und der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo.

Biografien

  • Eine transdisziplinäre Initiative aus Hamburg, die sich mit der Demokratisierung von Stadtplanungsprozessen auseinandersetzt und dafür das partizipative Tool der Wunschproduktion entwickelt hat. In Rom beschäftigt sich Planbude seit April 2024 in Workshops mit den Bewohner*innen des Metropoliz mit der „Grammatik des Ortes“, seinen Besonderheiten, wie den Durchblicken und Sichtachsen, der Sanftheit, die durch die vielen Wäscheleinen entsteht oder den Stufen und Rampen, die Barrieren reduzieren und gleichzeitig Sitzgelegenheiten bieten. So entstehen auch Räume, öffentliche, halböffentliche, gemeinsame und private, die Möglichkeiten für eine Umgestaltung von Stadtraum als ästhetisch interessante Abfolge unterschiedlicher, gemeinsam genutzter, autofreier Räume aufzeigen. Vor allem geht es aber um die Sicht der Menschen auf ihr Haus und ihr Museum und ihre Wünsche für das neue, das andere Haus: Wie können die räumlichen Qualitäten und sozialen Gefüge trotz des Umbaus erhalten bleiben und gestärkt werden? Was kann von dem Ort, an dem sich Kunst, Leben und Lernen auf so einzigartige Weise verbinden, als Modell für die Zukunft übernommen werden.

  • Das Berliner Kollektiv raumlabor entwickelt seit über 20 Jahren Visionen und Realitäten für lebenswertere Architekturen in urbanen Räumen. Sie lassen Utopien wie die Floating University entstehen oder entwerfen kooperative Stadtentwicklungsprozesse wie im Fall des Hauses der Statistik in Berlin, einem ehemals verlassenen Verwaltungsgebäude aus DDR-Zeiten, das zu neuem Leben erweckt wird. Ihre Erfahrung aus der Vermittlungsarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Planung und Politik soll auch dem Metropoliz zugutekommen. Über dessen Zukunft verhandeln Bewohner*innen und Aktivist*innen mit der römischen Stadtverwaltung und dem Bauträger in einem Modellvorhaben, welches das besetzte Areal in die Legalisierung überführen, das Museum erneuert und gleichzeitig Sozialwohnungen entstehen lassen soll. Aber bleibt in dieser komplexen Interessenslage Platz, um die Besonderheiten des Ortes in die Zukunft zu übertragen und die Gemeinschaft der Bewohner*innen zu erhalten? Um deren Position zu stärken, entwickelt raumlabor mit María García Pérez eine spekulative Illustration, die gemeinsam mit Beteiligten diskutiert und weitergestaltet wird.

  • Neben der Spekulation über die Zukunft des Metropoliz, soll die aktuelle Situation auch mit praktischen Maßnahmen bearbeitet werden. Jörg Leeser ist Teil des Architekturbüros BeL Social Impact Studio, Köln. Ihr Interesse gilt Architekturen, die formelle Planungstools mit Prinzipien des Selbstbaus zusammenbringen. Das Wissen der Bewohner*innen des Metropoliz über informelle Baupraktiken ist einzigartig, haben sie doch die ehemalige Fleischwarenfabrik zu einem lebenswerten Ort umgebaut. Um dieses Wissen in einem praktischen Arbeitsprozess auszutauschen, veranstaltet Leeser mit Studierenden der HSD - Peter Behrens School of Arts, Düsseldorf, und Bewohner*innen des Metropoliz einen mehrtägigen Design Build-Workshop rund um den Sportplatz, der sich im Zentrum des Areals befindet. Wenn dieser auch stark abgenutzt ist, bildet er dennoch den Mittelpunkt der Gemeinschaft, den Verbindungsteil zwischen dem Museum und den hinteren privaten Wohnquartieren. Während frühere Planungen an dieser Stelle in Zukunft einen Parkplatz für die Besucher*innen des neuen Museums vorsehen, wird das Projekt die besonderen Qualitäten dieses Ortes herausarbeiten und seine Bedeutung stärken. Neben konkreten Reparaturarbeiten ist das erste Ziel, dem Sportplatz einen Namen zu geben.

In Zusammenarbeit mit

  • Logo MAAM
  • Logo Arch+
  • Museo delle Periferie
  • Accademia Tedesca Roma Villa Massimo