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19:30 Uhr
Zwischen Welten von Feo Aladag
Film|Im Rahmen der Filmreihe Filmissimi – Deutsches Autorenkino
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Auditorium des Goethe-Instituts, Rom
- Sprache Deutsch mit italienischen Untertiteln
- Preis Der Eintritt ist kostenlos und wird nach Verfügbarkeit der Sitzplätze gewährt
- Teil der Reihe: Filmissimi – Deutsches Autorenkino
Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch zwischen der Direktorin des Goethe-Instituts Rom, Jessica Kraatz Magri, und Andreas von Brandt, derzeit deutscher Botschafter bei den VN-Organisationen in Rom, statt. Von Brandt war von 2020 bis 2022 Botschafter der Europäischen Union in Kabul, genau in der Zeit, als die NATO-Truppen aus dem Land abgezogen wurden und es unter die Herrschaft der Taliban zurückfiel. Botschafter von Brandt wird dem Publikum von seinen Erfahrungen als Diplomat in einem der Länder mit der turbulentesten jüngeren Geschichte berichten, das heute zu den autoritärsten und repressivsten Ländern zählt.
Reservierung erforderlich: eventi-roma@goethe.de
Kostenlose Führung durch die Ausstellung „Gezeichnete Leben. Erinnerung und Biografie im Werk von Barbara Yelin“
mit Alessio Trabacchini, Studiengangsleiter des dreijährigen Bachelorstudiengangs „Comics and Visual Storytelling“ an der NABA – Nuova Accademia di Belle Arti
Danach wird der Film „Zwischen Welten” von Feo Aladag im Rahmen der Filmreihe „Filmissimi – Deutsches Autorenkino“ gezeigt.
Deutschland 2014, 103 Min., Originalversion mit itl. UTs
Bundeswehrsoldat Jesper meldet sich erneut zum Dienst in das krisengeschüttelte Afghanistan und erhält mit seiner Truppe den Auftrag, einen Außenposten in einem kleinen Dorf vor dem wachsenden Einfluss der Taliban zu schützen. Dabei wird der junge Afghane Tarik als Dolmetscher zur Seite gestellt.
Jesper versucht mit Tariks Hilfe, das Vertrauen der Dorfgemeinschaft und der verbündeten afghanischen Milizen zu gewinnen – doch die Unterschiede zwischen den beiden Welten sind groß. Er steht immer wieder im Konflikt zwischen seinem Gewissen und den Befehlen seiner Vorgesetzten. Tarik wird von den Taliban bedroht, weil er für die Deutschen arbeitet. Als er seine Schwester in Sicherheit bringen will geraten die Dinge außer Kontrolle.
Die Deutsche Filmpreisgewinnerin Feo Aladag ist zugleich Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin des Films, der an Originalschauplätzen in Afghanistan realisiert wurde. Jahrelang hat sie darauf hingearbeitet, zahllose Hindernisse aus dem Weg geräumt, um den Film direkt im Krisengebiet zu drehen.
Die Geschichte hat während der Produktionsphase eine aktuelle Brisanz gewonnen: 2014 ziehen die deutschen Schutztruppen nach mehr als 10 Jahren aus Afghanistan ab und hinterlassen ein unbefriedetes Land und zahllose lokale Mitarbeiter, die von den Taliban als Kollaborateure der Besatzungsmächte gesehen werden.
Biographien
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Feo Aladag
Regisseurin
Sie absolvierte ihre Schauspielausbildung in Wien und London und schloss parallel dazu ein Studium der Psychologie und Kommunikationswissenschaften in Wien mit einer Promotion ab. Ihr Interesse an der Regie vertiefte sie 2003 und 2004 durch die Teilnahme an Regie-Masterclass der Europäischen Filmakademie (unter anderem bei Michael Radford und Mike Figgis) und durch eine erweiterte Gasthörerschaft an der DFFB in Berlin.
Im Jahr 2005 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Regisseur Züli Aladag, die Filmproduktionsfirma Independent Artists in Berlin. Ihr Regiedebüt gab sie mit Die Fremde (2010), bei dem sie auch als Produzentin und Autorin fungierte. Der Film, in dem Sibel Kekilli die Hauptrolle spielte, feierte seine erfolgreiche Premiere auf der Berlinale 2010 und gewann insgesamt 47 nationale und internationale Auszeichnungen. Dazu gehören der Deutsche Filmpreis in Bronze als Bester Spielfilm sowie der Preis der Deutschen Filmkritik in mehreren Kategorien.
Ihr zweiter Kinofilm, Zwischen Welten (2014), behandelt das intensive Thema eines ISAF-Soldaten im Afghanistankrieg und wurde ebenfalls im Wettbewerb der Berlinale 2014 uraufgeführt, gefolgt von der Präsentation auf über 50 internationalen Filmfestivals.
Aladags Arbeit ist stark von ihrem sozialen Engagement geprägt, das bereits durch Spots für die internationale Amnesty-Kampagne „Stop violence against women“ ausgelöst wurde. -
Andreas von Brandt
Botschafter und Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den VN-Organisationen in Rom, Italien
Geboren 1972 in Saarbrücken. Er studierte Politik- und Rechtswissenschaften in Heidelberg, Saarbrücken, Lissabon und Trier und war 2000–2001 Fulbright-Stipendiat in Washington. 2002 folgten das Erste Staatsexamen und ein LL.M. am Europa-Institut des Saarlandes, anschließend die Ausbildung für den Auswärtigen Dienst. Ab 2004 war er im Auswärtigen Amt tätig, zunächst im Referat für UN-Sonderorganisationen. Es folgten Stationen an den Botschaften in Islamabad und Rom sowie bei der FAO. Von 2009 bis 2011 leitete er die Presseabteilung der Botschaft Rom, danach das Pakistan-Team im Auswärtigen Amt. 2014 war er in Tripolis und im Arbeitsstab der Syrien-Flüchtlingskonferenz eingesetzt, anschließend stellvertretender Referatsleiter für Südkaukasus und Zentralasien. 2017–2018 war er stellvertretender Leiter und Geschäftsträger der Botschaft in Afghanistan, danach stellvertretender Direktor im Leitungsstab des NATO-Generalsekretärs in Brüssel. Von 2020 bis 2022 diente er als EU-Botschafter in Afghanistan (Kabul, nach der Evakuierung Doha). 2022–2024 leitete er das Grundsatzreferat der Abteilung S im Auswärtigen Amt. Seit Juli 2024 ist er Ständiger Vertreter Deutschlands bei den VN-Organisationen in Rom.
Ort
Via Savoia, 15
00198 Rom
Italien