|
19:30 Uhr
Katzelmacher von Rainer Werner Fassbinder
Film|Im Rahmen der Filmreihe Filmissimi – Deutsches Autorenkino
-
Auditorium des Goethe-Instituts, Rom
- Sprache Deutsch mit italienischen Untertiteln
- Preis Der Eintritt ist kostenlos und wird nach Verfügbarkeit der Sitzplätze gewährt
- Teil der Reihe: Filmissimi – Deutsches Autorenkino
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Deutschland 1969, s/w, 88 Min., Originalversion mit itl. UTs
Mit Hanna Schygulla, Lilith Ungerer, Rudolf Waldemar Brem
Die Lethargie einer Gruppe gelangweilter junger Leute wird unterbrochen, als ein griechischer Gastarbeiter auftaucht und heftige Aggressionen auf sich zieht. Nach Fassbinders eigenem Bühnenstück in statischen Bildern inszeniert, die ständig von Enge, Stillstand und einer paralysierten Gesellschaft erzählen - für den jungen Filmemacher war dieses Frühwerk ein Meilenstein.
Nach seiner Uraufführung löste Fassbinders zweiter Spielfilm überaus kontroverse Reaktionen aus. In der Zeitschrift „Filmkritik“ schrieb Wim Wenders einen harschen Verriss. Aber Katzelmacher wurde auch mit vier Bundesfilmpreisen ausgezeichnet, die dem Regisseur für einige Zeit ein kontinuierliches Weiterarbeiten ermöglichten. Die Leblosigkeit und der schematische Ablauf – daran machten sich die negativen Kritiken vor allem fest – resultieren indes aus der Wut des Regisseurs auf eine Gesellschaft und deren Xenophobie, die schließlich zu den Wurzeln der NS-Morde gehört hatte. Fassbinders Inszenierung bleibt unerbittlich darauf bedacht, jedes kulinarische Moment schon im Keim zu ersticken. Und die Leblosigkeit der Bilder vermittelt nur noch schmerzhafter, wie erstarrt in Fassbinders Augen das Leben in dieser Vorstadtwelt abläuft – und dieses Leben nimmt er als Mikrokosmos und Modellfall.
Biographie
Rainer Werner Fassbinder
Regisseur
Kein deutscher Regisseur war kontroverser, produktiver und filmbesessener als Rainer Werner Fassbinder. Bis zu seinem Tod 1982 im Alter von nur 37 Jahren hatte Fassbinder das Theater revolutioniert und insgesamt 44 Filme und Fernsehserien hinterlassen, die er selbst inszenierte und oft selbst produzierte. Niemand vor oder nach ihm hat die deutsche Gesellschaft so wahrheitsgetreu und offensiv darstellen und so scharf polarisieren können wie Rainer Werner Fassbinder.
Nach gescheiterten Aufnahmeprüfungen an Schauspiel- und Filmhochschulen nahm Fassbinder Schauspielunterricht in München, wo er Hanna Schygulla kennenlernte – später eine seiner wichtigsten Darstellerinnen. Erste Kurzfilme entstanden Mitte der 1960er-Jahre, inspiriert von der Nouvelle Vague, amerikanischen Kriminalfilmen und den Melodramen von Douglas Sirk. Im Münchner „Action Theater“ inszenierte er erstmals und brachte sein Stück Katzelmacher auf die Bühne.
Mit der Verfilmung von Katzelmacher gelang ihm 1969 der Durchbruch. In den 1970er-Jahren folgten Werke wie Die bitteren Tränen der Petra von Kant (1972), Angst essen Seele auf (1973) und Faustrecht der Freiheit (1974).
Sein von Exzessen geprägtes Leben und seine starken Frauenfiguren – gespielt von Stars wie Hanna Schygulla und Barbara Sukowa – machten ihn zur internationalen Ikone, was kurz vor seinem Tod mit dem Goldenen Bären für Die Sehnsucht der Veronika Voss (1982) gekrönt wurde.
Ort
Via Savoia, 15
00198 Rom
Italien