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19:30 Uhr
Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush von Andreas Dresen
Film|Im Rahmen der Filmreihe Filmissimi – Deutsches Autorenkino
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Auditorium des Goethe-Instituts, Rom
- Sprache Deutsch mit italienischen Untertiteln
- Preis Der Eintritt ist kostenlos und wird nach Verfügbarkeit der Sitzplätze gewährt
- Teil der Reihe: Filmissimi – Deutsches Autorenkino
Regie: Andreas Dresen
Deutschland 2022, 118 Min., Originalversion mit itl. UTs
Den amerikanischen Präsidenten verklagen, um ihren Sohn Murat aus dem Gefangenenlager Guantánamo freizubekommen: Nichts weniger unternimmt die Bremer-Hausfrau Rabiye Kurnaz gemeinsam mit dem Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke. Ein so packendes wie humorvolles Drama über den niemals aussichtslosen Kampf von David gegen Goliath.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wird der in Deutschland geborene und aufgewachsene – aber türkische Staatsbürger – Murat Kurnaz als Terrorist verdächtigt und landet im berüchtigten US-Gefangenenlager in Guantánamo. Trotz des baldigen Beweises seiner Unschuld bleibt er in Haft, denn weder die türkische noch die deutsche Regierung setzen sich für ihn ein. Stattdessen nimmt seine Mutter Rabiye Kurnaz den Kampf auf, gemeinsam mit dem Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke. Ihre Klage gegen die amerikanische Regierung katapultiert die Hausfrau aus ihrem Bremer Reihenhaus geradewegs in die Weltpolitik und bis zum Supreme Court der USA. Indem er die Mutter in den Mittelpunkt seines Films stellt, nimmt Andreas Dresens Film eine ganz besondere Perspektive ein, um vom Fall Murat Kurnaz zu erzählen; und dies durchaus mit Humor. Denn neben dem beinahe absurd erscheinenden Gedanken, als Privatperson den amerikanischen Präsidenten zu verklagen, ist es vor allem die schier überbordende Leidenschaft, mit der Meltem Kaptan die Mutter Rabiye Kurnaz verkörpert, die den Film, im Zusammenspiel, mit dem von Alexander Scheer wunderbar verstockt verkörperten Anwalt, mitunter zu einer Farce über weltpolitische Willkür werden lässt.
Frederik Lang (20.04.2023)
Biographie
Andreas Dresen
Regisseur
Andreas Dresen gehört zu den bedeutendsten Regisseuren Ostdeutschlands. Seine filmische Laufbahn begann mit einem Volontariat im DEFA-Studio für Spielfilme, einer anschließenden Regieassistenz bei Günter Reisch sowie einem Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg.
Direkt nach der Wiedervereinigung feiert er mit seinem Studentenfilm So schnell es geht nach Istanbul (1990) einen großen Erfolg. Der Film läuft unter anderem auf der Berlinale und erhält den Prix Europa. Sein erster Kinofilm Stilles Land (1991), bot eine ironische Reflexion über die Zeit nach der Wende.
Aus seiner langjährigen Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Wolfgang Kohlhasse, gehen Filme wie Sommer vorm Balkon (2005), Whisky mit Wodka (2009) und Als wir träumten (2015) hervor. Nach wiederholter Teilnahme an der Berlinale war er 2013 selbst Mitglied der Jury. Sein erfolgreicher Biopic Gundermann (2018) über den ostdeutschen Liedermacher Gerhard Gundermann, bracht ihm insgesamt sechs Lolas ein, darunter Bester Film und Beste Regie. Sein jüngster international beachteter Film ist Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush (2022).
Andreas Dresen ist zudem Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie, war Vorsitzender des Stiftungsrats der DEFA Stiftung und ist Mitglied der Europäischen Filmakademie.
Ort
Via Savoia, 15
00198 Rom
Italien