Das Labor für Glücksforschung. Das Leben nach dem Komfortozän

Glückslabor © pixaby

In sechs polnischen Städten geht dieses Frühjahr ein mehrjähriges Kunst- und Forschungsprojekt an den Start, das junge Menschen zum aktiven Handeln einlädt, um ihre unmittelbare, lokale Lebenswelt positiv zu beeinflussen und nachhaltiger zu gestalten.

Die weltweiten Komfortreserven, die vom Menschen im Laufe der Jahrhunderte ohne Rücksicht auf die Umwelt geschaffen wurden, werden bald erschöpft sein. Heute, inmitten der Klimakrise, müssen wir, die Wohlstandsgesellschaft, lernen, umzudenken und unseren Lebensstil anzupassen, auf Komfort zu verzichten und neue nachhaltigere Wege zu gehen.
Die Auswirkungen der Klimakrise, aber auch restriktive Umweltmaßnahmen, können besonders auf junge Menschen frustrierend und demotivierend wirken. Ein Ohnmachtsgefühl stellt sich schnell ein und führt zu Resignation und Wut. Doch daraus erwächst nur selten eine kreative Kraft.  Im Mittelpunkt unseres Projektes steht der Gedanke des gemeinsamen Handelns, des gemeinsamen Agierens anstatt des individuellen Reagierens. Wie können wir eine uns frustrierende Realität so gestalten, dass wir daraus Glück und Zufriedenheit schöpfen können?

Gemeinsam mit unseren Partnern etablieren wir interdisziplinäre Forschungslabore in Białystok, Gdańsk, Katowice, Szczecin, Warszawa und Wrocław, wo junge Menschen, mit deutschen und polnischen Expert*innen aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst, Design und Architektur zusammenarbeiten und experimentieren werden. Wir bearbeiten die gemeinsamen Themenfelder:  eine Zukunft mit eingeschränktem Komfort, Stadtökologie und Stadtklima, die Wirtschaft der Zukunft, eine Suche nach den Quellen des Optimismus, spekulatives Denken als Motor des Fortschritts und die Bewältigung von Krisen und Knappheiten. Die Laborteilnehmer*innen ermitteln lokale Bedürfnisse, Defizite und Risiken und entwickeln gemeinsam Strategien und Szenarien, die ermutigen und motivieren. Die Tatsache, dass wir als lokale Gemeinschaft einen Einfluss auf die uns umgebende Realität haben, zeigt, dass Veränderung möglich ist, und wir durchaus in der Lage sind, unsere Lebenswirklichkeit in unserem Sinne zu beeinflussen.

Ein Projekt des Goethe-Instituts, der NGO Bęc Zmiana und des Zentrums für Kunst und Urbanistik (ZK/U Berlin), realisiert mit Unterstützung der Stadt Warschau, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und der Heinrich-Böll-Stiftung in Warschau.

Kuratorenteam: Bogna Świątkowska, Miodrag Kuč, Matthias Einhoff

Wissens-Koproduktionspartner:
Die Akademie der Bildenden Künste in Katowice, die BWA Wrocław Galerie Sztuki Współczesnej, das Institut für Stadtkultur (Instytut Kultury Miejskiej) in Gdańsk, der Verband Media Dizajn  (Szczeciński Inkubator Kultury) und die Galerie Arsenał in Białystok.
 

Top