Braucht Nowosibirsk ein Festival der freien Kunst? Das könnte davon abhängen, ob die Künstler im rauen Underground der Stadt unter sich bleiben wollen – oder ob sie sich womöglich nicht doch einem größeren Publikum präsentieren möchten. Vor diesem Hintergrund lädt das Goethe-Institut Nowosibirsk gemeinsam mit dem Städtischen Zentrum für bildende Kunst zu einem Erfahrungsaustausch mit den Kuratoren des Berliner Festivals „48 Stunden Neukölln“ ein. Martin Steffens und Thorsten Schlenger werden über die Organisation und Durchführung ihres groß angelegten Festivals der freien Kunst sprechen und sich mit Vertretern der lokalen Kunst-Szene austauschen.
"48 Stunden Neukölln" ist ein der größten Festivals der freien Kunstszene in Berlin. Jedes Jahr verwandelt sich der Berliner Bezirk Neukölln, der früher vor allem für seine migrantisch geprägte Struktur bekannt war, aber neuerdings zahlreiche Kunstgalerien und freie Veranstaltungsräume beherbergt, für zwei Tage in ein großes künstlerisches Experimentierfeld. „48 Stunden Neukölln“ präsentiert Kunst nicht als bloßes Exponat in Galerien oder Museen, sondern als ein lebendiges Geschehen, das verbindet und konfrontiert und Kommunikation in Gang setzt. Diskurs, Partizipation und interdisziplinäre Ansätze stehen im Vordergrund des Festivals. Neben etablierten, professionellen Kunstorten werden ungewöhnliche und abseitige Orte, vor allem aber der öffentlichen Raum, für künstlerische Arbeiten entdeckt, erschlossen und umgedeutet. Seit der Gründung im Jahr 1999 hat sich "48 Stunden Neukölln" als Berlins größtes freies Kunstfestival etabliert, das inzwischen von mehr als 70.000 Besucher*Innen besucht wird.
Zu diesem Treffen sind die Künstler Nowosibirsks eingeladen, sowie alle, die sich für freie zeitgenössische Kunst interessieren. Die Gespräche werden auf Englisch mit Synchronübersetzung geführt. Der Eintritt ist frei.