Cultural Transformation Lab – 2026

Nach vier Jahren vollumfänglichen Krieges tritt die ukrainische Kulturarbeit allmählich in eine neue Phase ein. Neben Notfallmaßnahmen und der Fürsorge für die Menschen wächst der Bedarf an Reflexion, strategischer Weitsicht und Verantwortung für das, was wir bewahren, wiederherstellen und weitergeben. Kulturschaffende arbeiten unter intensiven und heterogenen Bedingungen – sie bewegen sich zwischen Krieg und Wiederaufbau, lokalen Erfahrungen und der Zusammenarbeit mit Europa und der Welt sowie der Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen und langfristiger Planung. In dieser Realität entsteht eine neue Form der kulturellen Führung.
 

Cultural Transformation Lab – 2026 © Goethe-Institut Ukraine

Cultural Transformation Lab (CTL)

basiert auf dem Konzept der Kulturmanager als Masters of Interspaces – also als Akteure, die in den Zwischenräumen agieren. In friedlichen Kontexten bedeutet dies oft, Brücken zwischen Institutionen, Sektoren und Berufsgruppen zu schlagen. In Kriegszeiten sind die Zwischenräume andere. Sie entstehen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen von Verlust und Vertreibung, zwischen Organisationen mit ungleichen Ressourcen, zwischen Erschöpfung und Verantwortung sowie zwischen der Fürsorge für Einzelpersonen und der Forderung nach operativer Effizienz. Darin zu arbeiten bedeutet, unterschiedlichen Stimmen zuhören zu können, unter Druck belastbar zu bleiben und kollektive Anstrengungen aufrechtzuerhalten, bei denen Vertrauen immer wieder neu aufgebaut werden muss.

CTL zielt nicht nur darauf ab, die berufliche Entwicklung zu unterstützen, sondern auch den Zusammenhalt der ukrainischen Gesellschaft zu fördern. Gleichzeitig trägt das Programm dazu bei, internationalen Partnern die ukrainische Erfahrung mit Demokratie als tägliche Praxis zu vermitteln – herausfordernd, aber dennoch lebendig. In einer Welt, die zunehmend von Fragmentierung und kurzsichtigen Interessen geprägt ist, bewahrt und teilt die ukrainische Kultur die Erfahrung von Solidarität, Würde, gegenseitiger Verantwortung und zivilgesellschaftlichem Handeln.

Der Schwerpunkt des CTL im Jahr 2026 liegt auf einem Programm, das aus sechs Komponenten besteht. Es ist als ganzheitlicher Lernprozess konzipiert, der Diskussionen, Workshops und Laborarbeit miteinander verbindet. Die Teilnehmenden werden sich in offenen Dialogen mit aktuellen kulturellen Herausforderungen, Gemeinschaften, Vielfalt, Inklusion und Kommunikation auseinandersetzen. Außerdem werden sie sich mit praktischen Fragen wie Finanzierung, Planung und digitalen Tools, einschließlich KI, befassen. Während des gesamten Lernprozesses werden sie ihre eigenen Kulturprojekte entwerfen oder verfeinern – von der Definition von Werten und Zielen bis hin zu Details der Umsetzung und internationalen Partnerschaften. Das Programm bietet auch Möglichkeiten für individuelle Beratungen durch Trainer*innen. Es endet mit einem internationalen Podiumsgespräch, das sich mit den Wirkungen des Labs und der modernen Rolle des „Meisters der Zwischenräume” in der Gesellschaft befasst.

Die verschiedenen Veranstaltungen sind auf unterschiedliche und sich teilweise überschneidende Zielgruppen zugeschnitten: Personen, die am Anfang ihrer Karriere im Kulturmanagement stehen, Personen, die sich beruflich neu orientieren, um neue Kompetenzen in diesem Bereich zu erwerben, Fachleute, die sowohl in der Ukraine als auch im Ausland tätig sind, sowie Vertreter*innen nationaler Minderheiten und verschiedener lokaler Gemeinschaften. Bleiben Sie auf dem Laufenden! Das Cultural Transformation Lab 2026 lädt alle ein, die bereit sind, mutig, verantwortungsbewusst, ethisch und kreativ an der Schnittstelle verschiedener Erfahrungen und Kontexte zu arbeiten, um gemeinsam die Gegenwart und Zukunft der ukrainischen Kultur zu gestalten. 
 

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