Berlinale Blogger*innen 2026 : Kanada
Auf zur 76. Berlinale!
© Stéphanie Boutin
Vom 12. bis 22. Februar 2026 findet die 76. Ausgabe der Berlinale statt. Gemeinsam mit neunzehn weiteren Studierenden des Filmprogramms am Collège Maisonneuve und zwei unserer Dozent*innen darf ich an diesem berühmten Filmfestival teilnehmen – eine Gelegenheit, auf die wir uns schon seit fast einem Jahr intensiv vorbereiten und der wir alle mit großer Vorfreude entgegenfiebern.
Von Nicolas Dubé-Goulet
Höhepunkte des Festivalprogramms.
Das Festivalprogramm verspricht viele Überraschungen. Von Dokumentarfilmen bis hin zu Spielfilmen, Kurz- und Langfilmen, Retrospektiven und Neuheiten – für jeden Geschmack ist etwas dabei! Wir werden die Möglichkeit haben, einige Premieren zu sehen, darunter die neuesten Werke von John Turturro (The Only Living Pickpocket in New York) und Ethan Hawke (The Weight), aber auch versteckte Perlen, die möglicherweise nie in Kanada gezeigt werden.Eine besondere Überraschung in diesem Jahr: Unter den Wettebewerbsbeiträgen befindet sich ein Film aus Québec - Nina Roza von Geneviève Dulude-De Celles . 2019 gewann sie bereits den Gläsernen Bär in der Generation-Sektion für ihren Film Une Colonie. Dass sie nun offiziell mit den besten Filmen der Welt konkurriert zeigt die anhaltende Anerkennung ihrer Arbeit. Wir haben zudem die besondere Ehre, die Regisseurin bei einer privaten Konferenz in der kanadischen Botschaft in Berlin zu treffen.
Natürlich werden wir auch zahlreiche Stars auf dem roten Teppich sehen, darunter Elle Fanning, John Turturro, Sandra Hüller, Channing Tatum, Charli XCX und viele mehr. Ein besonderes Highlight ist Michelle Yeoh, die man zuletzt im ausgezeichneten Everything Everywhere All at Once (2022) sehen konnte und die in diesem Jahr den Ehrenbären für ihr Lebenswerk erhält.
Berlin erleben: Kultur, Geschichte und Begegnungen
Aber unser Aufenthalt in Berlin wird sich nicht nur um Filme und Stars drehen. Wir möchten auch die Stadt selbst erleben und ihr reiches kulturelles und historisches Erbe entdecken. Neben Klassikern wie dem Reichstag, der Museumsinsel oder dem Brandenburger Tor stehen auch außergewöhnliche Orte auf dem Programm: eine unterirdische Tour durch historische Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg, ein Besuch des Teufelsbergs – einst US-Abhörstation, heute ein Mekka für Street Art – sowie eine Exkursion zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen, nur 35 Minuten mit dem Zug von Berlin entfernt.Dank Partnerschaften mit der SODEC, Telefilm Canada und dem Goethe-Institut können wir außerdem an zahlreichen Networking-Events in der kanadischen Botschaft und im Goethe-Institut teilnehmen. Über Telefilm Canada erhalten einige von uns sogar ein bezahltes Praktikum auf dem European Film Market (EFM), einem der bedeutendsten Filmmärkte der Welt, wo wir am kanadischen Pavillon das heimische Kino vertreten – Seite an Seite mit Branchenprofis aus aller Welt.
Während unseres Aufenthalts nehmen wir außerdem an einem Kino-Wettbewerb teil, der vom Filmprogramm unseres Collèges organisiert und von der Regisseurin Chloé Cinq-Mars geleitet wird, die gerade den hervorragenden Film Peau à peau (2025) gedreht hat. Für diesen Wettbewerb müssen wir in kurzer Zeit (etwa drei Wochen) einen etwa zweiminütigen Kurzfilm schreiben, drehen und schneiden – basierend auf einem von der Regisseurin vorgegebenen Thema. Dabei werden wir Berlin aus einem ganz neuen Blickwinkel entdecken, auf der Suche nach spannenden und ungewöhnlichen Drehorten.
Kurz gesagt: Wir können den Beginn unseren Aufenthalt in Berlin kaum erwarten – die Stadt zu entdecken, an vielfältigen Aktivitäten teilzunehmen und Teil eines der bedeutendsten Filmfestivals der Welt zu sein. Ob auf dem roten Teppich, im Festival-Kino oder bei Begegnungen hinter den Kulissen – diese Reise verspricht unvergessliche Erlebnisse, neue Perspektiven und vor allem jede Menge Freude und Inspiration für uns junge Filmbegeisterte, mit dem Traum, eines Tages selbst im Filmgeschäft Fuß zu fassen.