Kulturerbe,
Wissen und Solidarität
Netzwerke des Schwarzen Atlantiks
Das Symposium
Von Montag, 17. November bis Samstag, der 22. November 2025 in Montreal.
Das Symposium „Netzwerke des Schwarzen Atlantiks: Kulturerbe, Wissen und Solidarität“ ist Teil einer breiteren Bewegung, die sich mit der dringend notwendigen Dekolonisierung von Institutionen und dem Aufbau eines integrativeren Kultursektors befasst. Durch die Zusammenführung von Akteur*innen mit unterschiedlichem Hintergrund hoffen wir, zur Stärkung der Verbindungen zwischen den Gemeinschaften und zur Förderung eines besseren Verständnisses der mit dem Erbe des Schwarzen Atlantiks verbundenen Herausforderungen beizutragen und gleichzeitig konkrete Initiativen für eine Zukunft anzuregen, in der Kunst und Kultur eine zentrale Rolle bei der sozialen Transformation spielen.
Der „Schwarze Atlantik“, basierend auf das von Paul Gilroy geprägte Konzept, bezeichnet ein weitreichendes Netzwerk kultureller, intellektueller, künstlerischer, sozialer und historischer Verbindungen, die über geografische Grenzen hinausgehen. Dieser Ansatz hebt die Interaktionen zwischen den verschiedenen Regionen der afrikanischen Diaspora hervor und enthüllt die Migrationsströme, den kulturellen Austausch und die Widerstände, die diese Gesellschaften geprägt haben. Er betont das dauerhafte Erbe der Sklaverei und der Kolonialisierung und feiert gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit und Kreativität der afro-deszendenten Gemeinschaften. Diese Vermächtnisse prägen auch heute noch unsere Welt. Unsere Initiative zielt daher darauf ab, die Verbindungen zwischen den afro-deszendenten Gemeinschaften auf beiden Seiten des Ozeans zu erforschen und die französische, deutsche und quebecer Perspektive auf diese Themen gegenüberzustellen.
Das reichhaltige Programm aus Plenarvorträgen, Filmvorführungen, partizipativen Workshops, Diskussionsrunden, Ausstellungen und künstlerische Darbietungen, wird drei große Themenbereiche abbilden:
Die Kuratorin
Diane Gistal ist eine unabhängige Kuratorin französischer Herkunft mit haitianischen Wurzeln, die in Kanada lebt. In ihrer Arbeit hinterfragt sie die Dynamiken des Schwarzen Atlantiks und die Prozesse der Konstruktion kultureller Narrative und untersucht dabei die Schnittstellen zwischen bildender Kunst, Literatur und Geisteswissenschaften. Ihre Arbeit umfasst Ausstellungen, Forschungsprogramme und kuratorische Initiativen, die das Gedächtnis, die Archive und die künstlerischen Widerstandspraktiken der afrikanischen und afrikanischstämmigen Diaspora wiederbeleben.
Sie ist Gründerin und Direktorin von Nigra Iuventa. Nigraiuventa.com
Über Nigra Iuventa
Die gemeinnützige Kulturorganisation Nigra Iuventa hat ihren Sitz in Montreal und unterstützt afrikanische, karibische sowie afro-diasporische Kunstpraktiken. Sie begleitet Künstler:innen bei der Schaffung, Verbreitung und Erhaltung ihrer Werke und stärkt gleichzeitig ihre Sichtbarkeit und ihren Einfluss auf lokaler und internationaler Ebene. Als Gewinnerin des „Grand Prix Équité du CAM 2021”, mit dem ihr Engagement für Gerechtigkeit und Inklusion gewürdigt wird, organisiert Nigra Iuventa Residenzen, Ausstellungen, Kooperationsprojekte und Archivierungsprogramme. Auf diese Weise schafft die Organisation Räume für Begegnung und Dialog, in denen Künstler,*innen Partner und Publikum gemeinsam kollektive Erzählungen entwickeln und neue kulturelle Perspektiven erkunden können. Die Organisation fungiert als Katalysator für innovative Initiativen, fördert die Reflexion über aktuelle Themen, stärkt das soziale Gefüge und wertet das künstlerische Erbe auf. Dabei würdigt sie die historischen und zeitgenössischen Beiträge von Künstler*innen afrikanischer Herkunft.
Teilnehmende
Partner
Das Symposium ist ein Projekt von Nigra Iuventa, das in Zusammenarbeit mit dem französischen Generalkonsulat in Québec und dem Goethe-Institut Montreal organisiert und dank der großzügigen Unterstützung des Deutsch-Französischen Kulturfonds realisiert wurde. Unter der Leitung von Diane Gistal zeugt diese Veranstaltung von einer internationalen Zusammenarbeit zwischen Québec, Frankreich und Deutschland. Es fördert den kulturellen und intellektuellen Austausch rund um das Erbe des Schwarzen Atlantiks und unterstützt den transnationalen Dialog.