Wir müssen den Prozess in den Blick nehmen, nicht das Ergebnis
Deutschland als Modell für eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit?

Stelenfeld mit Kerzen
Foto: Marko Priske © Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Die aktuellen Proteste, die Symbole der weißen Vorherrschaft, des Rassismus und der Kolonialgewalt in den USA und anderenorts zu Fall brachten, lassen vermuten, dass möglicherweise endlich ein tieferes Nachdenken über die Vergangenheit eingesetzt hat. In diesem Kontext wird auch immer wieder auf Deutschland als ein Modell für erfolgreiche Aufarbeitung der Vergangenheit verwiesen. Doch anstatt das Ergebnis der Auseinandersetzung Deutschlands mit seiner vielschichtigen Vergangenheit zu betrachten, ist es viel lehrreicher, den Prozess zu verstehen, der zu diesem Ergebnis geführt hat.

Von Jenny Wüstenberg

Die amerikanische Philosophin Susan Neiman fordert uns auf, „von den Deutschen zu lernen“, während Bryan Stevenson, der Schöpfer des National Memorial for Peace and Justice in Montgomery, Alabama, wiederholt betonte, dass die deutsche Erinnerungslandschaft ihn bei seinem Projekt entscheidend beeinflusst hätte. Sowohl Neiman als auch Stevenson argumentieren, dass es in demokratischen Gesellschaften möglich – und auch notwendig – ist, in der Gegenwart die Verantwortung für das Vermächtnis der Vergangenheit zu übernehmen. Deutschland hat in der Tat eine beispiellose Infrastruktur von Gedenkstätten und Bildungseinrichtungen, die Vergangenheitsarbeit leisten.

Unermüdliche Arbeit von Aktivist*innen

Doch es wäre unangebracht, Deutschlands Gedenkstätten einfach als Modelle für unser derzeitiges „Statuenproblem“ zu sehen. Anstatt das Ergebnis der Auseinandersetzung Deutschlands mit seiner vielschichtigen Vergangenheit zu betrachten, ist es viel lehrreicher, den Prozess zu verstehen, der zu diesem Ergebnis geführt hat. Denn in der Tat waren die deutsche Gesellschaft und ihre politische Führung jahrzehntelang ebenso unwillig, sich mit begangenem Unrecht auseinanderzusetzen, wie viele Menschen in den USA. Was einen Wandel bewirkte und die deutsche Herangehensweise an Erinnerung nachahmenswert erscheinen ließ, war keine plötzliche Einsicht, sondern Ergebnis der unermüdlichen Arbeit von Aktivist*innen – Holocaust-Überlebenden, Versöhnungsinitiativen und Bürgerinitiativen. Davon lässt sich etwas lernen: Wir müssen der Zivilgesellschaft Gehör schenken, wenn wir über den Abbau von Statuen diskutieren sowie darüber, was an ihrer Stelle künftig in Stein gemeißelt werden soll.

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin als Gegenpol zu einer eher dezentralen Erinnerungslandschaft

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas im Herzen Berlins neben dem Brandenburger Tor wird oft als Inbegriff dafür angeführt, in welchem Maße sich die Deutschen der Notwendigkeit gestellt haben, Verantwortung für die Vergangenheit zu übernehmen. Und tatsächlich offenbart ein schneller Vergleich den außergewöhnlichen Charakter dieses Ansatzes: Wäre ein Denkmal für die Opfer der Sklaverei neben dem Washington Monument auf der National Mall vorstellbar? Was müsste geschehen, damit auf dem Trafalgar Square eine Gedenkstätte als Symbol der im Namen des British Empire begangenen Verbrechen aufgestellt würde? Wie sehr müsste sich der politische Diskurs in Australien bewegen, damit neben dem Opernhaus in Sydney der Aborigine-Kinder gedacht würde, die ihren Familien entrissen wurden? In jedem dieser Fälle wäre ein solches Monument ein beeindruckendes Zeichen für die Bereitschaft, die Vergangenheit aufzuarbeiten und sich mit dem bis in die Gegenwart hineinreichenden Vermächtnis von Kolonialismus und Rassismus auseinanderzusetzen.

Doch das Berliner Holocaust-Mahnmal ist nicht das beste Beispiel dafür, warum sich ein genauerer Blick auf die deutsche Geschichte des Gedenkens lohnt. Obwohl es von einem Berliner Verein unter Führung der Publizistin Lea Rosh initiiert wurde und Gegenstand jahrelanger öffentlicher Debatten war, wurde es letztendlich zumindest in Teilen durch spitzenpolitische Verhandlungen ermöglicht. Viele von denen, die sich damals aktiv für das Gedenken an den Holocaust engagierten, waren dagegen, ein großes monumentales Bauwerk an einem zentralen Ort zu platzieren. Dahinter stand die Angst, dies würde unter den Deutschen das Gefühl fördern, sie hätten ihren Beitrag zum Gedenken geleistet und könnten sich nun berechtigterweise anderen Dingen zuwenden. Was Deutschlands Herangehensweise an die Vergangenheit auszeichnet, ist nicht das Vorhandensein eines großen Denkmals, sondern vielmehr die dezentrale Erinnerungslandschaft – die Ansammlung tausender Markierungen, Schilder, kleiner Ausstellungen und großer Gedenkstätten – die die Topographie der Erinnerung ausmacht und zeigt, wo sich die Alltagswirklichkeit eines genozidalen Regimes manifestierte.

Ein großes Denkmal in der Hauptstadt ist ein Ort, den man bei einem touristischen Besuch abhaken kann. Einer „Landschaft“ begegnen Einwohner und Gäste gleichermaßen täglich. Sie verdeutlicht in ihrer Gesamtheit, dass der Holocaust dadurch möglich wurde, dass so viele Menschen und Orte aktiv und passiv daran beteiligt waren. Ein Denkmal in der Hauptstadt kann von oben, vom Bundestag beauftragt werden – eine Tat, die an sich natürlich ein wichtiges Signal ist. Eine Erinnerungslandschaft ist hingegen nur möglich, wenn tausende Menschen und Bürgerinitiativen vor Ort Geschichte erforscht und kennzeichnet haben. Im Hinblick auf diesen Prozess können die Vereinigten Staaten und andere Gesellschaften von Deutschland lernen – nicht, weil sie in ihrer Erinnerungsarbeit zu denselben Ergebnissen gelangen sollten, sondern weil „Vergangenheitsaufarbeitung“ offene und öffentliche Debatten erfordert, bei denen die Stimmen der Zivilgesellschaft im Vordergrund stehen.  

Vom Gedenken an „deutsches Leid“ zum Gedenken an den Holocaust

Protestschild im Konzentrationslager Neuengamme am 28. Januar 1984 Protestschild im Konzentrationslager Neuengamme am 28. Januar 1984 | Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, F 1986-7113 Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 und der Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 gab es tatsächlich unmittelbare Bemühungen, dem Krieg zu gedenken. Unzählige Monumente wurden in den 1940er- und 1950er-Jahren errichtet. Es wurde also wahrlich kein Mantel des Schweigens über die Vergangenheit gelegt. In Westdeutschland wurde in dieser Zeit mehrheitlich allerdings nicht dem Holocaust gedacht, sondern dem „deutschen Leid“ – der Vertreibung und Flucht der Deutschstämmigen aus Mittelosteuropa, der Bombardierung der Städte, der Rückkehr der Kriegsgefangenen, der Unterdrückung in der östlichen Besatzungszone durch die stalinistischen Machthaber. In Ostdeutschland gab es zwar ähnliche Bestrebungen, doch der öffentliche Raum wurde rasch vom kommunistischen Regime in Beschlag genommen, und damit wurden autonome Bestrebungen schnell äußerst riskant – selbst wenn diese Gedenkarbeit im Einklang mit der offiziellen Linie stand, den kommunistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu ehren.

Sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland waren die Holocaust-Überlebenden und ihre Unterstützer nahezu die einzigen, die eine öffentliche Anerkennung der Verantwortung durch Gedenken forderten. Organisationen wie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) setzten sich nicht nur unermüdlich für die Erhaltung und Kennzeichnung von Orten nationalsozialistischer Gewalt, sondern auch für die historische Aufarbeitung und die Unterstützung der Opfer ein. Selbst einige der bekanntesten Orte des Gedenkens, wie die Gedenkstätte Bergen-Belsen und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock in Berlin (das Zentrum der Verschwörer, die 1944 das Attentat auf Hitler planten), waren das Ergebnis der Bemühungen von Überlebenden und Hinterbliebenen der Attentäter (beispielsweise durch das Hilfswerk 20. Juli 1944). Erst allmählich befassten sich Nicht-Betroffene mit Erinnerungsarbeit. Die älteste und wichtigste Initiative ist die Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste (ASF), eine christliche Vereinigung, die sich seit 1958 in Ost- und Westdeutschland für Wiedergutmachung und Versöhnung engagiert. Doch die überwiegende Anzahl der Orte, die mit der NS-Herrschaft in Verbindung standen, blieb anonym und geriet häufig jahrzehntelang in Vergessenheit. Die Gedenkinitiativen kamen regelmäßig unter Beschuss von Führungspersönlichkeiten auf lokaler und nationaler Ebene und der deutschen Bevölkerung, dennoch leisteten sie wichtige Vorarbeit für die heute bestehenden Denkmäler.

Lokale Bürgerinitiativen als Katalysatoren

Diese Situation änderte sich erst Anfang der 1980er-Jahre. Auch wenn man der Studentenbewegung der 1960er-Jahre zu Recht zugutehalten muss, die politische Kultur in Deutschland verändert zu haben, war ihr Einfluss auf die Erinnerung an die NS-Vergangenheit zunächst marginal. Die Debatten der „68er“ waren zwar wichtig, erreichten jedoch keine konkrete Ebene einer lokalen geschichtlichen Auseinandersetzung mit Verfolgung und Kollaboration. Was wirklich einen Wandel bewirkte – und im Lauf der nächsten Jahrzehnte die dezentrale Topographie der Erinnerung schuf – war die Gründung unzähliger lokaler Bürgerinitiativen, die anfingen, die Vergangenheit zu beleuchten und die Art und Weise, wie darüber diskutiert wurde, zu verändern. In einigen Fällen waren es Zusammenschlüsse zwischen bestehenden Jugend- oder Studentengruppen, Gewerkschaftsortsgruppen, örtlichen Vertretungen politischer Parteien (gewöhnlich der Grünen oder Sozialdemokraten), Gesellschaften für christlich-jüdische Versöhnung oder Kirchenmitgliedern, die gemeinsam herausfinden wollten, was in der Gestapo-Dienststelle einer Stadt, in einem KZ-Außenlager oder während eines Todesmarsches geschah. Oft handelte es sich dabei um so genannte Geschichtswerkstätten – Vereinigungen geschichtsinteressierter Menschen, die in der Regel keine formelle akademische Ausbildung hatten. Diese Gruppen bewegten sich üblicherweise im Umfeld der alternativen Szene der Friedens-, Frauen-, Umwelt- und anti-autoritären Bewegung, die auf Kundgebungen, Konzerten, in Buchläden und Cafés zusammenkam. Die Geschichtsinitiativen entstanden überall in der Bundesrepublik und konzentrierten sich auf das lokale Geschehen, doch sie vernetzten sich durch jährliche Geschichtsfeste, Seminare und Newsletter rasch untereinander.  

Entscheidend hierbei ist, dass es den Aktivist*innen nicht in erster Linie um den Abbau von Statuen ging, die eine ihrer Meinung nach unangebrachte Erinnerungskultur symbolisierten – obwohl sie auch diese Form des „Denkmalprotests“ praktizierten. Einen weitaus größeren Teil ihrer Zeit widmeten sie der stillen und langsamen Erinnerungsarbeit, indem sie unter anderem Archive aufarbeiteten, Zeitzeugeninterviews führten, Ausstellungen konzipierten und alternative Rundgänge planten. Durch diese Arbeit bekamen die Beteiligten ein Verständnis für die komplexen Mechanismen der NS-Herrschaft und der lokalen Macht- und Widerstandstrukturen, und trugen dieses Verständnis sie in alle gesellschaftlichen Bereiche hinein. Sie forderten – meist gegen erheblichen Widerstand –, dass die Orte des nationalsozialistischen Terrors und des jüdischen Leidens gekennzeichnet und die Täter*innen benannt werden. Das war eine fundamentale Abkehr von den früheren Monumenten, die vage „den Opfern der Gewaltherrschaft“ gewidmet waren. Nach und nach erkannten Politik und Verwaltung, dass Tourismus und Bildung nach einer kritischeren Geschichtsbetrachtung verlangten und man tatsächlich gut beraten war, regionale Museen und Gedenkstätten zu unterstützen.  

Neukonzeption von Gedenkstätten nach der Wiedervereinigung – vom Gedenk-Aktivismus zum Gedenk-Establishement

Mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 entstand die Notwendigkeit, die großen KZ-Gedenkstätten, die der ostdeutsche Staat zur ideologischen Legitimierung instrumentalisiert hatte, neu zu konzipieren. Beträchtliche Geldsummen wurden für offizielle Holocaust-Gedenkstätten zur Verfügung gestellt – darunter die großen KZ-Gedenkstätten auf deutschem Boden, die Dokumentationsstätte „Topographie des Terrors“ in Berlin (in der sich unter anderem das Hauptquartier der ehemaligen Geheimen Staatspolizeiamt, Gestapo, befand) und das Berliner Holocaust-Mahnmal. In all diesen Einrichtungen wurden ehemalige Aktivist*innen, die ihre Freizeit und Energie der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit gewidmet und sich dadurch umfassendes Wissen angeeignet hatten, nun zu Mitarbeiter*innen und sogar zu Führungskräften. Sie brachten die Einsicht mit, dass das Gedenken an den Holocaust für die deutsche Demokratie von wesentlicher Bedeutung und eine Errungenschaft ist, die gegen diejenigen verteidigt werden muss, die argumentieren, es sei an der Zeit, das alles „hinter sich zu lassen“. Infolgedessen hat Deutschland heute eine dezentrale Erinnerungslandschaft, die sowohl aus tausenden Erinnerungszeichen an die nationalsozialistische Vergangenheit besteht, als auch institutionell tief verankert ist und von der öffentlichen Hand unterstützt wird. Der demokratische Gedenk-Aktivismus ist zum Gedenk-Establishment geworden.  

Das zivilgesellschaftliche Engagement in der deutschen Erinnerungsarbeit war selbstredend das Resultat einzigartiger Umstände – dem Rückzug der Generation, die für die Ereignisse der 1930er und 1940er Jahre verantwortlich war, der von Überlebenden, Künstler*innen und Intellektuellen seit 1945 geleisteten Vorarbeit und der Herausbildung eines progressiven politischen Umfelds, das von neuen gesellschaftlichen Bewegungen gestützt wurde. Diese Situation ist nicht wiederholbar. Doch die Equal Justice Initiative (EJI), die von Bryan Stevenson als einem Befürworter der Strafrechtsreform, der oft Vergleiche zwischen der deutschen und amerikanischen Vergangenheitsaufarbeitung zieht, gegründet wurde, ist dennoch von der Geschichte dieser zivilgesellschaftlichen Erinnerungsarbeit stark beeinflusst.

Zentrale und dezentrale Gedenkkultur in den USA

Das  National Memorial for Peace and Justice in Montgomery, Alabama, ist auf den ersten Blick ein zentraler Ort, der den Schwarzen Opfern von Lynchjustiz und rassistisch motiviertem Terror in den USA gedenkt. Das zugehörige Legacy Museum stellt die Geschichte von Rassismus und Gewalt von der Sklaverei über die Jim-Crow-Ära bis hin zu Polizeigewalt gegen Schwarze und ihre massenhafte Inhaftierung, einschließlich die von Kindern, anschaulich dar. Es ist ein hochpolitisches Statement, das die amerikanische Gesellschaft auffordert, das in der Vergangenheit begangene Unrecht einzugestehen und sich mit dessen Auswirkungen auf die Gegenwart auseinanderzusetzen.
Das National Memorial for Peace and Justice in Montgomery, Alabama Das National Memorial for Peace and Justice in Montgomery, Alabama | Foto: Jenny Wüstenberg
Gleichzeitig versucht die EJI, ein dezentrales Gedenken anzustoßen, das nur funktionieren kann, wenn es von lokalen zivilgesellschaftlichen Initiativen unterstützt wird. Das National Memorial for Peace and Justice besteht aus hunderten hängenden Säulen, von denen jede für ein US-County steht, in dem es zu Lynchmorden kam. Eine Nachbildung jeder Säule wartet darauf, von zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in dem jeweiligen County aufgestellt zu werden. Als „Ergebnis“ entstünde ein beeindruckendes dezentrales Denkmal für die Opfer rassistischer Ungerechtigkeit und Gewalt.

Doch noch wichtiger als das Ergebnis ist hier – wie auch in Deutschland – der Prozess, der vonnöten ist, um so ein dezentrales Gedenken zu ermöglichen: Er kann nicht von oben herab gelenkt werden, sondern muss durch lokale, zivilgesellschaftliche Initiativen entstehen. Zivilgesellschaftliche Akteur*innen müssen Nachforschungen anstellen, öffentliches Engagement praktizieren, Rundgänge und Ausstellungen organisieren – also Erinnerungsarbeit leisten, bevor eine breite Wirkung spürbar wird. Und wie in Deutschland nach 1945 sind Denkmäler, die von der Zivilgesellschaft errichtet werden, nicht automatisch förderlich für die Demokratie. Es gibt viele Aktivist*innen, die gegenteilige Absichten verfolgen, wie etwa den Erhalt der Konföderierten-Statuen. Um sicherzustellen, dass Erinnerungsarbeit der Demokratie zuträglich ist, sind eine breite Debatte und nachhaltiges Engagement vonnöten, nicht nur temporäre Aktionen einiger weniger. 

Das ist eine Erkenntnis, die die Deutschen heute wieder aufgreifen sollten. Antisemitische und fremdenfeindliche Angriffe (sowie die Infrastrukturen in Parteipolitik und sozialen Medien, die sie schüren) sind in der Bundesrepublik auf dem Vormarsch. Jahrelange Forderungen nach der Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands haben erst in jüngerer Zeit ein breiteres Publikum gefunden. Die bestehende „Topographie der Erinnerung“ in Deutschland sollte zweifelsohne nicht als Ausrede verstanden werden, sich zurückzulehnen und anderen zu erzählen wie sie ihre Vergangenheit am besten aufarbeiten und „aufpolieren“. Zivilgesellschaftlicher Aktivismus ist nach wie vor gefragt. 
 

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