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Hassan Ghoneim
Ich werde dem Sonnenlicht folgen

Hassan Ghoneim ©Goethe-Institut Biografie:
 
Hassan Ghoneim wurde 1996 in Al-Beheira, Ägypten, geboren und ist dort aufgewachsen. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fotograf in Alexandria. Seine Leidenschaft für das Fotografieren begann 2016, als er das Mobiltelefon zu diesem Zweck für sich entdeckte. Parallel dazu versuchte er sich auch an professionellen Kameras. Damals fühlte er sich thematisch zum alltäglichen Leben auf den Straßen sowie zu Mode- und Aktfotographie hingezogen.
 
Einige seiner Arbeiten wurden über die sozialen Medien oder andere Internetseiten bekannt. Auch erschienen seine Fotografien in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften wie Vogue Italia, National Geographic, Arabica Magazine, Everyday Cairo, Downtown Cairo, Daily News Egypt, Al Watan und Al-Youm Al-Sabea.


Hassan beteiligte sich an der Eröffnungsausstellung des Kunst- und Kulturraums 6 Bab Sharq, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Alexandria, und an der Ausstellung „Cairographie – Carte Blanche“ des Kunstzentrums Darb 1718 in Kairo.

 
Beschreibung:
 

  • Mama: Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu beten. Mein Glaube an Gott, und dass Er uns alle beschützen wird, ist stark, mein Sohn. ©Goethe-Institut
    Mama: Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu beten. Mein Glaube an Gott, und dass Er uns alle beschützen wird, ist stark, mein Sohn.
  • Meine Schwester: Ich habe viel Neues begonnen, für das ich mich vorher nicht so interessiert habe. Ich mache jetzt zum Beispiel Gesichtsmasken und probiere sie an mir aus. ©Goethe-Institut
    Meine Schwester: Ich habe viel Neues begonnen, für das ich mich vorher nicht so interessiert habe. Ich mache jetzt zum Beispiel Gesichtsmasken und probiere sie an mir aus.
  • Meine Tante: Ehrlich gesagt hat sich in meinem Leben nicht viel verändert. Ich bin auch sonst meist zuhause. Wie du siehst, werde ich jetzt einen Salat machen. ©Goethe-Institut
    Meine Tante: Ehrlich gesagt hat sich in meinem Leben nicht viel verändert. Ich bin auch sonst meist zuhause. Wie du siehst, werde ich jetzt einen Salat machen.
  • Meine jüngere Cousine: Ich bin müde vom vielen Schlafen. ©Goethe-Institut
    Meine jüngere Cousine: Ich bin müde vom vielen Schlafen.
  • Mein Cousin: Ich habe keinen Bock mehr auf Zuhause. Ich will mit meinen Freunden spielen. ©Goethe-Institut
    Mein Cousin: Ich habe keinen Bock mehr auf Zuhause. Ich will mit meinen Freunden spielen.
  • Meine ältere Cousine: Mein ganzes Leben ist hier im Handy. Ich habe nichts anderes zu tun. ©Goethe-Institut
    Meine ältere Cousine: Mein ganzes Leben ist hier im Handy. Ich habe nichts anderes zu tun.
  • Unser Nachbar: Ich will ans Meer. ©Goethe-Institut
    Unser Nachbar: Ich will ans Meer.
  • Unsere Nachbarin: Ich bin in der Oberstufe und mache nichts anderes als in diesem Zimmer mit der Nase im Buch zu sitzen. Ich kann nicht mal auf die Straße raus und etwas Luft schnappen. Ich hoffe, es ist bald vorbei. ©Goethe-Institut
    Unsere Nachbarin: Ich bin in der Oberstufe und mache nichts anderes als in diesem Zimmer mit der Nase im Buch zu sitzen. Ich kann nicht mal auf die Straße raus und etwas Luft schnappen. Ich hoffe, es ist bald vorbei.

Ich werde dem Sonnenlicht folgen

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Etwa vier Monate lang habe ich das Sonnenlicht nur durch das Fenster gesehen.
 
Seit Beginn der Krise liege ich im Bett und habe heftige Stimmungsschwankungen: Langeweile, Angst, Grübeleien und Unlust, irgendwas zu tun. Ich fühle mich von meiner Angst vor dem Virus oder davor, jemanden in meinem Familien- und Verwandtenkreis anzustecken, in meinem Bett gefangen. Mir bleibt nichts anderes übrig als weiter hier zu liegen und an die Wand und Decke zu starren. Sehr viele Dinge haben mich bislang beunruhigt. Doch der Umstand, nicht einfach meine Kamera schnappen, runter auf die Straße in die Sonne gehen und jederzeit fotografieren zu können, was ich will, war für mich das Anstrengendste und Schrecklichste von allem. Das hat mich sonst immer mental gestärkt und mir geholfen, meine negativen Gedanken zu bekämpfen und mich besser und ruhiger zu fühlen.
 
Ich habe dagesessen und nach einer Lösung gesucht und stellte fest, dass ich in den letzten vier Monaten von immer der gleichen Sache umgeben war: dem Haus. Egal ob es nun mein Haus war oder das meiner Verwandten oder seltener das Haus meiner Nachbarn. So beschloss ich, dem Sonnenlicht im Haus überall hin zu folgen und Porträts von den Menschen, die sich mit mir in der Quarantäne befinden oder sich an Orten in meiner Nähe aufhalten, aufzunehmen. Ich wollte außerdem in wenigen ihrer Worte notieren, was sie sich wünschen oder die meisten Zeit machen und fühlen. Das konnten meine Familie und Verwandten sein oder meine Nachbarn, wenn ich unser aller Schutz und Sicherheit gewährleisten konnte.

Ich habe nie zuvor daran gedacht, sie zu fotografieren oder danach zu fragen, was sie machen und fühlen, obwohl ich ständig von ihnen umgeben war. Meist war ich auf mich selbst konzentriert. In dieser schwierigen Zeit möchte ich sehen, wie die Kamera sie und ihre Stimmung einfangen kann und ob die Kamera mir dabei hilft, die von der langen Isolation verursachten negativen Gefühle zu bekämpfen. Ich habe mich für Schwarzweißaufnahmen entschieden, da ich so die Welt gerade sehe.
 

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