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Band des Monats
Karolina Trybała

Musiker*innen mit Gitarre und Riesentamburin: Silvio Schneider und Karolina Trybała
KaraSol | Foto: KaraSol

Jeder Satz, jede Silbe, ja, jeder Atemzug gleicht einer weiblichen Umgarnung der deutschen Sprache. Jede Sprache, die sie spricht, beginnt zu funkeln. Sobald der Gesang hinzukommt, entführt sie uns in Welten längst verloren geglaubter Zeiten: die Zwanziger-Jahre, Salon-Kultur, Matrosen-Lieder zwischen Polen, Frankreich, Ukraine, um nur einige Sujets zu nennen. Karolina Trybała bindet uns ein, in achtsame Zusammenspiele mit dem Jetzt. Unserem Jetzt.
 

Von Antje Lempart-Ober


Geboren in Polen und als Teenager aufgewachsen in Deutschland, bewegte sie sich singend durch den Alltag. Das brachte sie über die Zeit, als sie die deutsche Sprache noch nicht beherrschte. Die Polin und Wahl-Deutsche studierte Jazz-Gesang und Percussion sowie Musikpädagogik in Leipzig, Katowice, Zürich und Havanna. Bereits davor hatte sie Germanistik, Slawistik und Philosophie in Dresden studiert, um dann als Dolmetscherin und Übersetzerin zu arbeiten.

Zwischen Chanson und Weltmusik

Wie eine Archäologin pinselt sie sich sanft durch die Zeitalter und Kulturen längst verloren geglaubter Musikkunst. Karolina Trybała nimmt sich Zeit, unsere Sprache ganz genau zu artikulieren und spricht sie, wie kein*e Deutsche*r es vermag. Gestik, Mimik und Körpermusik formen ein Gesamtkunstwerk. Mit diesem Zelebrieren und detailverliebten Spiel zieht sie das Publikum in ihren Bann. Die gesamte Person bewegt sich zwischen sanfter Wehmut und heißer Energie. Mit Leib und Seele ist sie ganz nah am Leben dran. Das zieht das Publikum und ihre Wegbegleiter*innen an.

WIR LEBEN FÜR DIE BEGEGNUNG

In ihren Haus-Konzerten im stuck-geschmückten Gründerzeit-Bau holt sie die Salon-Kultur der Zwanziger-Jahre zurück und gestaltet sie mit ihren modernen i-Tüpfelchen. Das macht sie im Austausch mit dem Publikum; sie reagiert und entwickelt ihre Konzerte feinfühlig. Damit erneuert sie die Form des Konzerts in seiner Grundbedeutung des „concertare“. Sie wetteifert mit der Musik vor und mit einem bewusst versammelten Publikum.

In Projekten mit verschiedenen Musiker*innen nimmt sie uns mit in Musikkulturwelten. Dabei verbindet sie Reisen und Kulturen und Kochen. Diese Freiheit zieht sie einer Anstellung in einer Musik-Institution vor. Corona war diesbezüglich jedoch eine äußerst schwierige Zeit. Sie erklärt, dass sie als Solo-Selbstständige nicht arbeitslos sei, sondern ein Arbeitsverbot erhalten habe. Trotzdem eröffneten sich seit Corona neue künstlerische Beziehungen und Angebote. So spielte sie zum Beispiel in historischen Kirchen und Sinfoniehäusern, wie der Thomaskirche oder dem Gewandhaus zu Leipzig.

zwischen Avantgarde und entertainment

Mit ihrem Musikprojekt TATE-MAME [jidd.: Eltern, poln.: Papa-Mama] geht Karolina Trybała auf Spurensuche in Krakau und Leipzig. In den Liedern dieser Zeit sucht sie nach polnischen Wurzeln jiddischer Begriffe. Im Festjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ thematisierte sie 2021 die jüdische Kultur in Deutschland.

ENSEMBLE CANNELLE ist ein Quartett um die Sängerin zwischen den Kulturen und Zeiten, das Klavier, Kontrabass und Violine vereint. Jüdische Musik wechselt sich ab mit Chansons der 1920er Jahre von Liebeserklärungen bis Zeitkritik, von Polen über Russland und Israel bis Griechenland.
 

Chansons, Couplets, Swing und osteuropäische Volkslieder aus den Salons und Kabaretts der 1920er Jahre von Lemberg, Warschau, Berlin bis Paris sind das HOTEL DE POLOGNE von Karolina Trybała. Sie singt auf Polnisch, Deutsch, Französisch und Jiddisch und nimmt das Publikum mit auf ihre Reise.
 

Ganz ähnlich, nur viel aktiver für das Publikum sind Karolinas legendäre Ballnächte und 20er Jahre-Soireen: POLISH TWENTIES. Hier werden alle 5 Sinne befriedigt. Ohr, Auge, Herz und Magen reisen nach Polen.

Karolina Trybała (voc, perc) und Silvio Schneider (git) spielen gemeinsam als KARASOL. Spielerisch verbindet das Duo Musik aus Orient und Okzident in den Klängen von Latin, Flamenco, Klezmer, Weltmusik und Jazz.
 

LAZYLECTRIC ist Karolinas Trio im Stil des Ladies Lounge Jazz. Die drei Jazzmusikerinnen spielen Latin, Swing, Chansons und Evergreens.

Projekt-Konzerte

Karolina Trybała liebt es, Tradition und Moderne, Fiktion und Geschichte künstlerisch zu verbinden, um sie mit uns zu teilen. Einmalige Konzerte und Gesangs-Projekte waren zum Beispiel „Babylon Europa“ im Tipi am Kanzleramt, „Fußballsalon“ zur EM und „Solo im Kultur-Zug“ nach Breslau.

Sehr spannende Projekte entwickelte sie zum Beispiel auch gemeinsam mit der in Frankreich bekannten Leipziger Weltmusikgruppe „Klänge der Hoffnung“. 2019 fand das Orient-Tanz-Projekt „Dance in Concert“ von Natalie Pichler-Hagge statt. Bei diesem Konzert improvisierten Tänzerinnen zu Karolina Trybałas Gesang und der Musik von „Klänge der Hoffnung“ mit typischen historischen Orient-Instrumenten auf der Bühne.

Gesangs-kultur-reisen mit Yoga, Energie, Körperarbeit

Anfänger*innen oder Fortgeschrittene mit Bühnenerfahrung, Lehrer*innen, Chorsänger*innen, Solist*innen oder singende Instrumentalist*innen. Karolina Trybała stellt sich auf ganz verschiedene Zielgruppen ein. Sie gibt Workshops als Stimmcoach an der Theaterakademie Sachsen. Sie entwickelt Kulturreise-Workshops zu den musikgeschichtlichen Wurzeln ihrer Liedersammlungen.

Sie verbindet Atem, Körperarbeit, Gesang, den eigenen Stil, Bühnenpräsenz, Interpretation, Rhythmus sowie Improvisation.

„Voice und Wellness“ im Schloss Stonsdorf in Polen ist ein außergewöhnliches Kultur-Gesangs-Reise-Konzept von Karolina Trybała im historischen Waldschloss an der Sněžka. Die Teilnehmende lernen sich singend und bei den Abendessen im Schloss kennen.

Die nächste Kulturreise „Schlösser – Gesang – Genuss“ nach Polen durch Dresden, Breslau und dem Riesengebirge, sowie die musikalische Kulturreise „Auf Spurensuche in der gemeinsamen Geschichte“ durch Görlitz, Breslau, Krakau und Auschwitz steht auch schon an.

Lassen Sie sich von der Sängerin zwischen den Kulturen, Zeitaltern und Sprachen verwandeln und erleben sie Karolina Trybała einmal live bei einem Konzert.

 

Diskografie:

Studioalben:
Karolina Trybała - Hotel de Pologne (2013)
Karasol - In your wild garden (2016)

Band des Monats auf Spotify

Hände und Gitarre © Colourbox.com, ldutko Jeden Monat stellen wir euch eine Band oder eine*n Sänger*in aus einem deutschsprachigen Land vor – den Musikstilen sind keine Grenzen gesetzt. Mit dieser Playlist könnt ihr in die Musik der vorgestellten Künstler*innen hineinschnuppern.

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