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Griechenland Athen

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14:00–20:00 Uhr

„Brave digital world“

Konferenz | Fragen an eine neue Realität

  • Goethe-Institut Athen

  • Sprache Englisch, mit Simultanübersetzung ins Griechische
  • Preis Eintritt frei

Wer entscheidet darüber, welche Technologien unseren Alltag prägen? Welche Schutzmechanismen sichern persönliche Daten oder sogar Staatsgeheimnisse? Und was bedeutet es für die Demokratie, wenn essenzielle öffentliche Aufgaben zunehmend von großen Technologiekonzernen abhängig sind? In den vergangenen Jahren haben sich technologische Entwicklungen rasant beschleunigt, während die Gesetzgebung hinterherhinkt und die öffentliche Debatte sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene oft fragmentiert bleibt.

Vor diesem Hintergrund möchte die Konferenz „Brave Digital World“ eine Diskussion anstoßen, die bislang weitgehend fehlt: eine Diskussion über öffentliche Kontrolle, demokratische Rechenschaftspflicht und die Grenzen staatlicher Abhängigkeit von großen Technologieunternehmen. Durch die Zusammenführung von Experten für Zivilgesellschaft, unabhängigen Journalisten, Forschenden, politischen Entscheidungstragenden sowie Praktizierenden aus den Bereichen digitale Rechte und Datenschutz soll ein Licht auf diese drängenden Themen geworfen werden.

Ziel der Veranstaltung ist es, einen faktenbasierten öffentlichen Dialog zu stärken, die tatsächlichen Herausforderungen sichtbar zu machen und die grundlegenden Fragen aufzuwerfen, die uns alle betreffen: Wer gestaltet die digitale Politik? Und wie wirken sich technologische Abhängigkeiten auf die Menschenrechte und die Widerstandsfähigkeit unserer Demokratie aus?

Als Hauptrednerin wird Meredith Whittaker, Präsidentin des bekannten sicheren Kommunikationsdienstes Signal, auftreten. Mit fast 20 Jahren Erfahrung in leitenden Positionen im Technologiesektor, in der akademischen Forschung und in der Politikberatung zählt sie weltweit zu den bedeutendsten Stimmen zu Themen wie Künstliche Intelligenz, digitale Überwachung und den Geschäftsmodellen großer Technologiekonzerne.

Im Anschluss an die Keynote findet ein Gespräch zwischen Meredith Whittaker und Jan Philipp Albrecht, Co-Vorsitzendem der Heinrich-Böll-Stiftung, statt. Als ehemaliger Europaabgeordneter, Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments für die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und ehemaliger Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein verfügt Jan Philipp Albrecht über umfassende Fachkenntnisse und langjährige politische Erfahrung im Bereich der Bürgerrechte im digitalen Zeitalter.

Programm

14:00–15:30 Uhr

Panel 1 – Griechenland: Jenseits der Erfolgsgeschichte der Digitalisierung
Die digitale Transformation in Griechenland hat den Alltag der Bürgerinnen und Bürger in vielerlei Hinsicht verbessert. Gleichzeitig bringt sie jedoch erhebliche Herausforderungen mit sich, die oftmals nicht ausreichend diskutiert werden. Die Komplexität technologischer Systeme sowie die mangelnde Transparenz erschweren eine wirksame öffentliche Kontrolle. Zudem wirft die Speicherung sensibler persönlicher und nationaler Daten auf den Infrastrukturen internationaler Unternehmen Fragen hinsichtlich Datenschutz und Informationssicherheit auf.

Gleichzeitig schränkt die umfangreiche Vergabe von Digitalisierungsprojekten an private Akteure die Transparenz ein und verstärkt die Abhängigkeit des Staates von externen Anbietern. Das Panel untersucht, wie Rechenschaftspflicht gestärkt, journalistische und gesellschaftliche Kontrolle gefördert und eine fundiertere öffentliche Debatte über die Folgen der digitalen Transformation ermöglicht werden können.

Teilnehmende:
Danae Maragkoudaki – Journalistin, Solomon
Theodoros Karounos – Forscher in der Infostrag-Gruppe des Labors für Industrie- und Energiewirtschaft der Nationalen Technischen Universität Athen sowie Vorstandsmitglied der Open Technologies Alliance (GFOSS)
Lefteris Chelioudakis – Geschäftsführer von Homo Digitalis

Moderation:
Nektaria Stamouli – Journalistin, Politico-Korrespondentin für das östliche Mittelmeer und stellvertretende Chefredakteurin der englischsprachigen Ausgabe der Zeitung Kathimerini

15:30–16:00 Uhr
Kaffeepause

16:00–17:30 Uhr
Panel 2 – EU: Voraussetzungen für echte digitale Souveränität

Die Debatte über digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung, da die EU versucht, ihre starke Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieunternehmen zu verringern. Die Herausforderung betrifft jedoch nicht nur die Herkunft der Infrastruktur, sondern auch das weltweit vorherrschende Geschäftsmodell, das auf Überwachung, Datenauswertung und einer starken Konzentration von Macht basiert.

Trotz der ambitionierten Initiativen der EU ist der Weg zu echter Autonomie noch weit. Der Übergang zu einem demokratisch kontrollierten Technologie-Ökosystem erfordert tiefgreifende politische und wirtschaftliche Veränderungen. Das Panel beleuchtet, was eine wirksame Strategie für digitale Souveränität ausmacht, welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen und wie die Wiederholung problematischer Praktiken vermieden werden kann.

Teilnehmende:
Katharine Jarmul – Gründerin von Kjamistan, spezialisiert auf Datenschutz in KI-Systemen
Konstantinos Komaitis – Resident Senior Fellow der Democracy + Tech Initiative des Atlantic Council
Marcel Kolaja – Director of Policy and Advocacy for Europe bei Access Now

Moderation:
Drew Mitnick – Programmleiter für Digitalpolitik, Heinrich-Böll-Stiftung Washington

17:30–18:00 Uhr
Kaffeepause

18:00–18:30 Uhr
Keynote
Meredith Whittaker – Präsidentin von Signal

18:30–19:00 Uhr
Gespräch
Meredith Whittaker – Präsidentin von Signal
Jan Philipp Albrecht – Co-Vorsitzender der Heinrich-Böll-Stiftung

19:00–20:00 Uhr
Empfang und Networking

Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Thessaloniki in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Athen.